Bleiben bei einem Trümmerbruch Einschränkungen zurück?
Eine Trümmerfraktur ist ja nicht gerade ein geringes Übel. Wer schon mal einen Unfall hatte und ein Trümmerbruch diagnostiziert wurde, weiß das bestimmt auch. Ich kenne 2 Leute, die einen Trümmerbruch hatten. einer am Schienbein und bei einem war es der Oberarm. Beide Patienten hatten und haben heute noch Einschränkungen. Erstmal ziert eine lange Narbe die Stelle, wo der Trümmerbruch war und dann kann das Bein bei der einen Person nicht richtig belastet werden und bei dem Oberarm ist es so, dass Schulter und Ellbogen mit eingeschränkt sind.
Bei einem Trümmerbruch müssen ja die Knochenabsplitterungen heraus operiert werden und dann fehlt ja auch ein Stück Knochen, der dann durch irgendwelche Metallschienen und Schrauben wieder gerichtet wird. Dies ist oft auch eine lange Prozedur, bis es dann wieder soweit ist, dass man die Gliedmaßen wieder richtig bewegen kann.
Bei einer Bekannten, die von der Leiter gestürzt ist, wurde nun auch Trümmerbruch an der Elle festgestellt. Sie ist bereits operiert worden und hat nun Angst, dass auch sie Einschränkungen zurück behält. Die Ärzte wollen auch noch nichts darüber sagen, weil es für solche Prognosen auch noch zu früh ist. Welche Erfahrungen habt ihr mit Trümmerbrüchen gemacht? Kennt ihr Menschen, wo bei einem Trümmerbruch keine Einschränkungen zurück geblieben sind? Oder bleiben bei einem Trümmerbruch immer Einschränkungen zurück?
Es bleiben nicht bei allen Trümmerbrüchen Einschränkungen zurück - aber leider bei sehr vielen, weil oft nicht gut operiert wird. Es liegt nämlich nicht am Trümmerbruch selbst, dass häufig eine Belastungseinschränkung bleibt, sondern an der Operationstechnik, der operativen Versorgung, der Fähigkeit des Operateurs und der Nachbehandlung - ist einer dieser Faktoren nicht perfekt, bleiben Folgeerscheinungen.
Bei einem Trümmerbruch müssen kleinste Fragmente aus dem Gewebe herausgenommen werden. Je schneller der Operateur ist, desto besser ist das für das Gewebe, auch, weil die Wunde dann kürzer offen liegt. Problematisch bei Trümmerbrüchen ist, dass Muskeln und anderes Gewebe durch die Platten oder Schrauben nach dem Verheilen des Knochens gestört werden können. Hat der Operateur allerdings gut gearbeitet, heilt der Knochen komplett aus und kann durch das richtige Aufbautraining in Verbindung mit ärztlicher Therapie durchaus wieder zu 100 % belastbar gemacht werden, dafür muss jedoch sauber entfernt, exakt repositioniert und perfekt zusammengefügt werden. Es ist also möglich und ich hoffe für deine dritte Bekannte, dass alles gut funktioniert hat.
Ich kenne auch mehrere Leute, welche solche Brüche im Schulterbereich hatten. Und ich kann mit Sicherheit sagen, dass es an den behandelnden Ärzten liegt, ob und wie stark man danach mit Einschränkungen leben muss. Meine Mutter wurde zum Beispiel als einzige von den mir bekannten Menschen in einem anderen Krankenhaus operiert. Sie hat nur minimale Einschränken, mit denen sie sich prima arrangieren kann.
Die anderen Personen wurden in einem anderen Krankenhaus, aber dem Selben, operiert. Da standen dann mehrere Operationen an, weil es immer wieder Probleme gab. Und diese Menschen sind heute noch auf Hilfe angewiesen bei verschiedenen Dingen. Es ist also nicht nur der Trümmerbruch alleine, sondern auch wie behandelt wurde.
Ich muss sagen, dass ich selbst auch einen Trümmerbruch hatte. Ich bin vor einigen Jahren ziemlich unglücklich auf einer nassen Wiese ausgerutscht und habe mir dabei das Sprunggelenk dreifach gebrochen, wobei die Knochen auch noch etwas gesplittert sind. Ich musste sofort operiert werden und der Arzt sagte schon kurz nach der Operation, dass ich vermutlich noch mit den Spätfolgen zu kämpfen haben werde. Bei der Operation wurden mir auch eine Platte, ein Draht und massenhaft Schrauben eingesetzt.
Zunächst einmal hat es wirklich ewig gedauert, bis ich wieder richtig laufen konnte. Erst nach etwa zwei Monaten durfte ich überhaupt meine ersten Schritte machen. Nach noch viel längerer Zeit, konnte ich wieder normal laufen.
Heute ist es so, dass ich wieder völlig normal laufen kann. Trotzdem muss ich mit einigen Einschränkungen leben, obwohl mein Unfall nun schon über vier Jahre her ist. Zunächst einmal kann ich nicht in die Knie gehen, ohne meinen operierten Fuß anzuheben. Dadurch kann ich auch nicht richtig Springen. Obwohl ich normal laufen und auch problemlos joggen kann, bin ich längst nicht mehr so schnell wie früher. Beim Rennen merkt man dann schon, dass ich etwas hinke. So schlimm finde ich das aber nicht, da ich eben kein Schulsport mehr habe und deshalb auch nicht rennen oder springen muss. Was schlimmer ist, ist die Tatsache, dass mein Sprunggelenk nach langem Sitzen oder Liegen richtig steif ist und ich erstmal ein paar Minuten durch die Gegend humpeln muss, bis sich die Versteifung gelöst ist.
Was ich aber wirklich schlimm finde, ist die Tatsache, dass ich durch den Unfall wirklich ängstlich geworden bin. Sobald es darum geht, auf unebenem Boden zu laufen, oder gar an einem Hang zu laufen oder zu klettern, gerate ich richtig in Panik. Treppen runter zu springen käme aus Angst für mich gar nicht mehr in Frage. Auch wenn es darum geht, eine größere Stufe hinunterzulaufen, lasse ich mir am liebsten von meinem Freund helfen. Bei Treppenstufen ist es so, dass ich nie geradeaus schauen kann beim Laufen, sondern nur auf die Stufen.
Ich kenne bisher nur einen Menschen, der einen Trümmerbruch hatte. Dabei handelte es sich um den Fersenbein-Trümmerbruch und es sind, auch 25 Jahre nach dem Unfall noch Spätfolgen erkennbar. Der Fuß kann nicht richtig benutzt werden, das Abknicken ist kaum möglich und die Ärzte raten seit Jahren diesem Menschen dazu, sich den Fuß versteifen zu lassen, da er sonst nie mehr Schmerzfrei sein würde.
Das dass erst einmal keine Alternative ist, steht bei der Person außer Frage, aber es ist so, dass die Schmerzen zum Teil schon unerträglich sind. Treppenlaufen geht auch nur bedingt und durch eine Fehlhaltung bzw. Schonhaltung beim Laufen, werden die anderen Gelenke und Knochen ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Mittlerweile hat diese Person beide Knie operiert und durch künstliche Gelenke ersetzt bekommen, da sie so sehr abgenutzt waren.
Ich vermute, dass in den meisten Fällen, wo es sich um einen Trümmerbruch handelt, Spätfolgen übrig bleiben und man auch Jahre später noch Probleme damit hat. Immerhin ist es eine große Verletzung, die meist auch öfter operiert werden muss.
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