Randgruppen mit geistiger und körperlicher Behinderung
Eine Randgruppe unserer Gesellschaft stellen auch die psychisch Erkrankten sowie die Behinderten mit einem körperlichen Gebrechen dar. Gerade psychisch Erkrankte werden von den gesunden Menschen gemieden und als gefährlich bezeichnet. Obwohl es diese Menschen nicht einmal interessiert, was der Kranke hat und wie er die Krankheit erworben hat. Sie werden stigmatisiert. Und das ist für die psychisch Kranken meist noch schlimmer, als ihre eigentliche Krankheit. Aufgrund von Vorurteilen, diese entstehen auch durch Verbreitung der Medien, werden die Menschen diskriminiert.
Der Auslöser einer Psychischen Störung kann sehr vielfältig sein, deshalb ist es schwer, ein charakteristisches Merkmal festzulegen. Psychische Erkrankungen gehören mittlerweile weltweit zu den häufigsten Leiden. Solche Erkrankungen treten häufig in jungen Jahren auf und können jeden treffen. Diese Störungen sind zu einer Volkskrankheit geworden und die häufigste Ursache für eine frühe Rente. Psychisch Kranke sind je nach der Krankheit auf die staatliche Unterstützung angewiesen, weil sie kaum eine Ausbildungsstelle bekommen bzw. Arbeit. Die Gesellschaft sollte den psychisch Erkrankten mehr Toleranz entgegenbringen und Berührungsängste vergessen.
Die geistig behinderten Menschen führen ein ganz trauriges Leben und es ist gut, dass sie es nicht realisieren. Sie können nichts für ihre Behinderung, die sie teils von Geburt, durch Unfall oder Krankheit bekommen haben. In den Augen der Gesellschaft sind es eben diejenigen, die einen Knacks weghaben, die verrückt sind. Auch hier fehlt das Verständnis der Gesellschaft und ein bisschen Mitgefühl.
Ebenfalls die körperlich behinderten Menschen merken die Ablehnung durch die Gesellschaft. Sie haben sich ihr Leben so, mit Behinderung, nicht selbst ausgesucht. Sie sind dazu verdammt worden, zu diesem harten Dasein vom Schicksal. Im Rollstuhl sitzende, oder auf Krücken laufende oder Menschen, die selbst das nicht können und dahin vegetieren, werden verachtet und diskriminiert. Auch diese Menschen sind Persönlichkeiten, das sollte man erkennen und akzeptieren. An diesen Menschen erkennt man, dass es einem selbst gut geht und man mit allem Geld keine Gesundheit erkaufen kann.
Wie seht ihr diese, von der Gesellschaft gemiedenen Randgruppen? Die wenigsten Menschen, die psychisch krank sind, eine geistige oder körperliche Behinderung haben, sind für diesen Zustand verantwortlich und haben ihn herbei geführt, sind das auch eure Gedanken? Wie würdet ihr mit einer plötzlichen Behinderung im Rollstuhl umgehen?
Ich sehe nicht, das die geistig behinderten Menschen unglücklich sind. Gerade die Menschen mit Down-Syndrom sind oft glücklicher als ich mit meinen Grübeleien. Die schweren Fälle, die "dahinvegetieren", sind wahrscheinlich im Heim und die bekomme ich nicht zu Gesicht. Aber ich sehe im täglichen Leben viele glücklich wirkende, geistig Behinderte.
Wenn ich bei uns an der Würm spazierengehe, treffe ich fast jedes Mal auf den von uns so genannten "Grüß Gott Mann". Er steht schon seit Jahren an der gleichen Stelle - offensichtlich stundenlang - und grüßt alle Vorbeigehenden freundlich mit einem "Grüß Gott - Auf Wiedersehen". ich weiß nicht, welche Behinderung er hat. Er ist noch nicht alt und sieht gepflegt aus. Neulich traf ich ihn im Rewe Markt. Auch hier grüßte er alle Leute mit "Grüß Gott". Diejenigen, die ihn nicht kannten, waren irritiert, aber viele kannten ihn schon und grüßten zurück, was ihn jedesmal erfreute. Was mich allerdings wunderte, war, dass er mich erkannte, als ich ihm im Laden wieder begegnete, weil ich etwas vergessen hatte. Er sagte lachend: "Grüß Gott, jetzt sehen wir uns zum zweiten Mal." Ich hatte immer gedacht, dass er die Menschen gar nicht als solche wahrnimmt..
Mein zweitältester Sohn spielt in einer Band, sie treten öfters in einem Freizeitzentrum auf, in das auch viele Behinderte gehen. Einmal war ich dabei. Auch hier konnte ich keinen einzigen unglücklich wirkenden, geistig Behinderten vorfinden.
Auch körperlich Behinderte sind oft sehr selbstbewusst. Es ist natürlich tragisch, wenn es einen unvorbereitet durch einen Unglücksfall trifft, aber auf Dauer glaube ich nicht, dass diese Menschen unglücklicher sind. Früher sind die Menschen vielleicht aus der Gesellschaft ausgestoßen worden, aber mittlerweile sehe ich das aus meiner (natürlich begrenzten) Sicht in meinem Alltag nicht. Ich hatte zum Beispiel einen Spastiker als Arbeitskollegen, ein sehr intelligenter Mann, mit dem wir völlig normal umgingen. Es war zwar schwierig, ihn zu verstehen und er brauchte auch eine extra große Tastatur, weil er ja seinen Körper nicht so beherrrschen konnte, aber er hat sogar Präsentationen gehalten. Wenn ihn jemand auf der Straße gesehen hätte, hätte er ihn auf Grund seines Aussehens und seiner Zuckungen für geistig behindert gehalten. Man sollte sich mit Vorurteilen zurückhalten, wenn man die Menschen nicht kennt. Ich denke, dass mein Arbeitskollege nicht glücklicher oder unglücklicher war als die anderen Kollegen.
Wie ich damit umgehe, wenn mir ein Unglück passiert, das mich an den Rollstuhl fesselt, weiß ich nicht. Ich glaube nicht, dass man das wissen kann, wenn man nicht in der Situation ist.
Also das ist schon ein sehr schwerwiegender Gedankengang, der vor allem viel Mut erfordert, denn wer sich ernsthaft mit so was auseinandersetzen will muss mit der Möglichkeit leben, das es wirklich so kommen könnte, und vor allem wie es so kommen könnte. Aus diesem Grund wird alleine der ernsthafte Gedankengang an solche Dinge einigen schon sehr schwer fallen.
Ich persönlich kenne einige körperlich versehrte Menschen, und auch geistig versehrte. Einige davon habe sich auch eine Weile in meinem engeren Freundeskreis befunden, was sich leider geändert hat, weil ich weggezogen bin. Der Umgang gerade mit geistig behinderten Menschen ist sehr schwierig, das ist für viele lästig, auch muss man hier meist darauf achten wie man sich selbst verhält, um nicht gewisse Dinge auszulösen, die z.B. Depressionsschübe, Wutanfälle und ähnliches. Ich selbst war in meiner Jugend mit einer Borderlinerin zusammen, und konnte am eigenen Leib spüren wie schwer es ist als Außenstehender mit einer solchen Krankheit zu leben.
Ich selbst würde mich bei verschiedensten körperlichen und seelischen Krankheiten auch unterschiedlich verhalten. Mit einem Rollstuhl könnte ich vermutlich noch eine Weile leben, im Zustand von Steven Hawking jedoch würde ich alles versuchen dem ein Ende zu setzen. Selbst mit Impotenz könnte ich glaube ich nicht mehr leben, auch wenn davon kaum einer etwas mitbekommen würde. Sorry bin halt ein Mann, und sowas ist für mich sehr wichtig, auch wenn ich andere Qualitäten habe.
Immobilität oder permanenter starker Schmerz wären für mich nicht mehr Lebenswert, und ich würde ersuchen mein Leben aufzugeben. Das ist aber etwas das hauptsächlich für mich gilt, weil es eben einfach nicht in meinem Naturell liegt diese Dinge aufgeben zu können. Ich weiß das ich damit nicht leben könnte, und ich habe Respekt vor jedem der es schafft mit solchen körperlichen Behinderungen zu leben, wie z.B. keine Beine zu haben, Querschnittsgelähmt zu sein oder ähnlichem.
Noch viel schlimmer stelle ich mir seelische Leiden vor. Hier kommt es ja zu einer Veränderung der kompletten Psyche. Ich wäre nicht mehr derjenige, der ich sein will, oder der ich jetzt bin. Wie ich in einer solchen Situation selbst reagieren würde kann ich nicht sagen, aber wie gesagt durch eine damalige Beziehung kann ich mich recht gut in dieses Thema einfinden. Wem das nichts sagt, Borderline ist eine autoaggressive Störung, die sich extrovertiert gegen andere Personen, oder Gegenstände richten kann, oder aber auf einen selbst projiziert wird, und zum Beispiel im bekannten Ritzen endet. Hier werden seelische Schmerzen gegen physischen Schmerz getauscht, weil physischer Schmerz schneller nachlässt, und besser verarbeitet werden kann.
Die hier entstehenden Störungen, also nicht nur bei Borderline, sondern im ganzen psychischen Bereich sind schwerwiegend, und die Folgen einer solchen kann man selbst nur schwer einschätzen. Ich weiß aber aus eigener Erfahrung das es nicht leicht ist, und das dass Umfeld meist nicht so verständnisvoll reagiert, wie ich das jahrelang getan habe. Ihre Eltern damals, die ich als Auslöser der Störung einstufe, haben zum Beispiel damit reagiert, das sie es einfach versucht haben zu verbieten, rumgebrüllt haben, und sich darum gesorgt haben welches Bild sie in der Öffentlichkeit abgeben, was die ganze Sache noch schlimmer gemacht hat.
Dein Beitrag regt mich doch ein kleines bisschen auf, muss ich sagen. Da liegt bei mir doch die Vermutung nahe, dass du dich nur sehr oberflächlich oder gar nicht mit dem Thema beschäftigt hast, wenn du so etwas von dir gibst. Ich finde das sehr kleinkariert gedacht. Hättest du nämlich Kontakt zu solchen Menschen, würdest du so etwas auch nicht sagen.
Die psychischen Erkrankungen sind sicherlich ein schwierigeres Thema. Selbst die Psychiater und Psychologen wissen nicht in jedem Fall, wie sie reagieren müssen oder können und was zu tun ist - wie sollen es dann Menschen wissen, die das nicht studiert haben? Sicherlich ist die einfachste Möglichkeit wirklich das Meiden. Fakt ist, dass es auch psychische Erkrankungen gibt, wo man sich besser gar nicht aufdrängeln sollte. Aber das A und O ist hier, dass derjenige sich (freiwillig) helfen lässt und das er natürlich Unterstützung in unterschiedlicher Form von der Familie erhält.
Ich finde es aber ehrlich gesagt nur menschlich, wenn man kein Mitgefühl für jemanden empfinden kann, der agressiv ist. Und wer da was anderes behauptet, der flunkert. Einem geht erst einmal zumindest durch den Kopf,dass man das Weite suchen will, damit man nicht selber Schaden davon trägt. Es gibt aber auch psychische Erkrankungen, mit denen man gut umgehen kann. Aber da muss man sich eben doch schulen lassen.
Wie kommst du bitte darauf, dass geistig behinderte Menschen ein trauriges Leben führen und das sie nichts mitbekommen? Bei solchen Aussagen platzt mir ja doch die Hutschnur! Erstens kann man selten sagen, wieviel die Menschen wirklich mitbekommen. Man kann es vermuten, aber mehr auch nicht. Und dann gibt es geistig behinderte Menschen, die glücklich sind, auch wenn sie eben kein herkömmliches Leben führen. Ich habe schon Familien gesehen, die mit ihrer Situation gut zurecht kommen, das beste daraus machen und wo man auch sehen kann, dass das geistig behinderte Kind glücklich ist. Das ist eine große Last in den meisten Fällen für die Familie, aber wenn das Kind lacht, dann erinnern sich die Eltern wieder, warum und wofür sie das machen.
Ich persönlich kann auch nicht bestätigen, dass körperlich behinderte Menschen den lieben langen Tag bemittleidet werden wollen. Viele sind wesentlich stärker und selbstbewusster als man denkt und einige schaffen mehr, als ein Mensch ohne Behinderung. Ich fände den Gedanken, dass man sein Leben lang an einen Rollstuhl gefesselt ist zum Beispiel auch schlimm. Aber Mitleid? Das würde ich nicht haben wollen. Man sollte mit diesen Menschen ganz normal umgehen mit dem Unterschied, dass man ihnen helfen sollte, wenn sie Hilfe wollen. Wenn sie an ihre körperlichen Grenzen stoßen, dann sollte man helfen, aber das bekommt man ja mit, wenn man auch nur ein bisschen aufmerksam ist.
Ich habe weder was gegen körperlich behinderte Menschen, noch gegen geistig behinderte Menschen und schon gar nichts gegen psychisch Erkrankte. Ich grenze sie nicht aus und akzeptiere sie, so wie sie sind. Man darf da nur keine Berührungsängste haben. Ich habe jetzt schon viele Menschen mit Einschränkungen kennengelernt und sie sind alle so wie sie sind.
Sicherlich gibt es wirklich welche, wo man denken könnte, dass sie ein trostloses Leben führen. Aber von solchen Aussagen würde ich immer absehen, wenn man eben nicht weiß, was wirklich alles aufgenommen werden kann. Und es gibt genug Behinderungen, wo derjenige alles mitschneiden, aber sich nicht äußern kann. Was glaubt ihr, wie solche Aussagen dann treffen können?
Ich finde den Threadtitel nicht wirklich gut gewählt, wobei das sicherlich auch am fehlenden Platz im Titel lag. Denn du gehst an sich am meisten auf psychische Behinderungen ein, hast aber im Threadtitel nur körperliche und geistige Behinderungen genannt. Und ich sehe einen Unterschied, zwischen geistiger und psychischer Behinderung.
Psychisch Kranke sind je nach der Krankheit auf die staatliche Unterstützung angewiesen, weil sie kaum eine Ausbildungsstelle bekommen bzw. Arbeit. Die Gesellschaft sollte den psychisch Erkrankten mehr Toleranz entgegenbringen und Berührungsängste vergessen.
Generell ist es in der heutigen Zeit schwierig einen Ausbildungsplatz oder einen Arbeitsplatz zu bekommen. Problem bei psychisch kranken Menschen ist aber oft, dass sie gar nicht in der Lage sind zu arbeiten und deshalb auf staatliche Unterstützung angewiesen sind.
Toleranz und Berührungsängste sind schwierig, finde ich. Wenn jemanden ein Bein fehlt, kann man das eher akzeptieren und tolerieren und nachvollziehen, weil die Behinderung sichtbar ist. Wenn jemand geistig behindert ist, merkt man das in der Regel auch recht schnell und man kann auch das dann tolerieren, weil es einfach irgendwie greifbar ist. Psychische Probleme, die nicht krankhaft sind, hat aber fast jeder Mensch in irgendeiner Form irgendwann mal in seinem Leben. Oder nennen wir es psychische Ausnahmesituationen. Angefangen bei Liebeskummer, Stress auf der Arbeit oder mit der Arbeit oder mit Arbeitskollegen, der Tod eines Haustieres oder eines Angehörigen. Viele Menschen trauern in den Situationen auf ihre Art und schließen irgendwann damit ab. Die Auslöser haben dann durchaus keinen dauerhaften negativen Einfluss auf die Zukunft. Bei Menschen mit einer psychischen Erkrankung sieht das anders aus. Nur kann man das halt schwer nachvollziehen, wenn man selbst solche Probleme einfach weg stecken kann.
Ich selbst empfinde körperlich und geistig behinderte Menschen eher als mehr integriert, als das früher noch war. Wobei es sicherlich für die Betroffenen auch einen Unterschied macht, ob man damit geboren wurde und es nie anders kannte oder ob die Erkrankung erst später kommt.
Aber das A und O ist hier, dass derjenige sich (freiwillig) helfen lässt und das er natürlich Unterstützung in unterschiedlicher Form von der Familie erhält.
Leider ist das nicht so einfach. Oftmals liegen die Auslöser ja auch in der Familie. Viele Eltern schämen sich auch. Oder generell die Familie. Weil es einmal nichts greifbares ist. Man vielleicht selbst so stark ist, um negative Gefühle, die bei psychisch kranken Menschen teilweise das Leben bestimmen, einfach nicht zu lässt.
Ich selbst habe eine psychische Behinderung. Für mich brach damals mit der Diagnosestellung die Welt zusammen. Und an sich ist sie danach nie wieder zusammen gewachsen oder so geworden, dass ich damit "Leben" kann. Stigmatisierung, Aburteilen, Vorurteile- ich könnte Bücher damit füllen. Leider sind es nicht nur Menschen, die eben keinen Beruf im Bereich Medizin, Psychiatrie, Psychosoziales habe, die mich aburteilen. Die meiste Ablehnung, bewusst und auch unbewusst, habe ich durch den professionellen Bereich kennen gelernt.
Gut ich bin mit Sicherheit nicht das Paradebeispiel eines psychisch kranken Menschens. Sehr späte Diagnosestellung, keinerlei Aufklärung (mir wurde nach Diagnosestellung auf meine Frage nach Informationen geraten, ich soll mir die Informationen doch im Internet suchen), fehlende Möglichkeiten vor Ort und so weiter.
Ich erlebe Menschen mit einer geistigen Behinderung oft so, dass sie in ihrer eigenen Welt leben und damit auch glücklich sind. Eben auch weil sie vieles vielleicht nicht wirklich wahr nehmen? Es vielleicht auch nicht anders kennen? Auch wenn es doof klingt, ich wünsche mir oft, geistig weniger fit zu sein, um nicht alles was mit mir passiert, so bewusst wahr zu nehmen, wie ich es tue.
Ich habe mit den psychisch Kranken angefangen, weil ich trotz hin und her Probierens sie nicht mehr in die Überschrift integrieren konnte. Das Gebiet ist so groß, weil es so viele verschiedene Krankheiten der Psyche gibt. So habe ich mich bemüht, das zusammen zu fassen, was möglich war. Was du, winny2311, nun genau beanstandest, weiß ich nicht. Ich bin kein Psychiater und habe mich auch nicht wochenlang mit diesem Thema befasst. Das ist auch nicht der Sinn, hier eine lange Abhandlung zu schreiben und auf jede einzelne Krankheit einzugehen. Es sollte ein Überblick werden, wie die Gesellschaft mit diesen Erkrankten oft umgeht.
Ich selbst kenne sowohl psychisch Erkrankte, als auch geistig Erkrankte und auch Behinderte. Ein psychisch Erkrankter kann sich nicht von der Familie helfen lassen, wenn die Ursache der Erkrankung in dieser liegt. Ein Vater, der seine Tochter missbraucht, kann ihr nicht später helfen, ihre Psychose zu überwinden. Ich empfinde auch Mitgefühl mit aggressiven Menschen, deren Krankheit auch eine Ursache hat. Man kann sich nicht nur die leichtesten Krankheiten raussuchen und helfen, so sehe ich das.
Wenn ich schrieb, dass es ein trauriges Leben ist, was manche geistig Behinderten führen, meinte ich nicht, dass sie selbst das mitbekommen. Ich sah es aus meiner Sicht, dass eben dieser Mensch dazu verdonnert wurde, nicht am normalen Leben, wie du es führst, teilnehmen zu können. Wir haben in der Nähe ein Heim und ich habe auch das Gefühl, dass diese Menschen in ihrer eigenen Welt leben und glücklich sind. Was um sie herum geschieht, bekommen sie nicht mit. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass sie dankbar sind für jedes Lächeln, was man ihnen schenkt oder für jedes Wort, das man an sie richtet, auch wenn sie es nicht verstehen (?).
Habe ich geschrieben, dass du Behinderte den ganzen Tag bemitleiden sollst? Ich schrieb, dass sie diskriminiert werden.
Little Sister, ich finde es noch viel schlimmer, wenn die Menschen im professionellen Bereich die psychisch Kranken, denen sie helfen sollten, einfach ignorieren. Es gibt zwar zu wenig Psychologen, aber das dürfte nicht passieren. Ich denke, bei dieser Krankheit gibt es keine Paradebeispiele, dafür ist sie zu vielseitig. Das müssen auch die Fachleute wissen. Auf das Internet zu verweisen, finde ich schon dreist. Trotzdem würde ich mir an deiner Stelle nicht wünschen und auch nicht dran denken, einen geistigen Schaden zu haben. Dann wirst du zwar anerkannt, aber was bleibt dir dann vom Leben?
@ Cid- Mir fiel das mit dem Titel nur bewusst auf und es sollte auch kein Vorwurf sein. Vielleicht wäre der Titel Randgruppen mit Behinderungen besser gewesen, da du ja auch die einzelnen Gruppen behinderter Menschen eh in deinem Post eingegangen ist.
Eine Psychose hat an sich eher nicht die Grundlage im sexuellen Missbrauch. Sexueller Missbrauch beeinflusst eher Erkrankungen wie Depressionen, Posttraumatische Belastungsstörung und Borderline. Wobei bei allen Erkrankungen nicht sexueller Missbrauch Auslöser sein muss, aber kann.
In wie weit man Aggressivität dulden oder auch ertragen muss oder Rücksicht nehmen sollte, ist ein wenig Thema für sich. Gerade wenn man nicht in dem Bereich ausgebildet ist. Und selbst da schützen sich die Menschen vor Aggressivität. Und es ist schwer, sich wirklich bei jedem Menschen der aggressiv handelt zu sagen, da besteht eine Erkrankung. Und auch eine Erkrankung kann nicht für alles eine Entschuldigung sein.
Ob es zu wenig Psychologen gibt oder nicht, ist nicht zwingend wichtig. Eher wichtig ist, in wie weit die spezialisiert sind oder in wie weit eben auch begleitende Therapien vor Ort möglich sind. Beziehungsweise auch ob es genügend Psychologen und ähnliches gibt, die eine bestimmte Anzahl an Betroffenen behandeln können.
Ich denke allerdings nicht, dass ich mit einer geistigen Behinderung mehr anerkannt wäre. Ich denke eher, ich würde einfach vieles nicht mitbekommen, was ich halt leider zum Großteil zu bewusst miterlebe. Auch die Hilfen würden sicherlich anders aussehen.
Ich bin fast 51 Jahre Alt und nach einem Unfall vor 9 Jahren (Polytrauma) Körperbehindert. Ich kann nur sagen mein Alltag hat sich total verändert und mein komplettes Leben auch, dennoch ist es nicht schlecht einfach nur anders geworden. Es gibt Situationen da fühle ich mich ausgeschlossen weil ich einfach nicht mitmachen kann. Aber das können doch viele andere Menschen die nicht behindert sind auch nicht. Ich finde auch so ein Thema schwierig wenn man selber nicht in so einer Situation ist.
Am Anfang meines neuen Lebens hasste ich es wenn jemand sagte, oh ich kann dich so gut verstehen. Nein , niemand der nicht selber sowas hat kann verstehen wie es sich anfühlt. Mittlerweile gibt es soviel Beauftragte die sich für Behinderte einsetzen so dass überall wo ich mich bewege auch geschützt bin wenn es nötig ist. Depressionen sind auch psychische Erkrankungen , allerdings musste ich da auch erleben das man Angehörige und auch Mitmenschen damit total überfordern kann.
Link dieser Seite https://www.talkteria.de/forum/topic-187601.html
Ähnliche Themen
Weitere interessante Themen
- Ungerechte / ungleiche Freundschaft 2150mal aufgerufen · 6 Antworten · Autor: merlinda · Letzter Beitrag von Hufeisen
Forum: Alltägliches
- Ungerechte / ungleiche Freundschaft
- Was fasziniert euch an amerikanischen Serien 3417mal aufgerufen · 16 Antworten · Autor: Federmäppchen · Letzter Beitrag von mittenimleben7
Forum: Film & Fernsehen
- Was fasziniert euch an amerikanischen Serien
- Shampoo Mousse besser als normales Shampoo? 2213mal aufgerufen · 2 Antworten · Autor: Nurse · Letzter Beitrag von bambi7
Forum: Fingernägel, Haut & Haare
- Shampoo Mousse besser als normales Shampoo?
- GM Aktien: jetzt wieder investieren? 1681mal aufgerufen · 1 Antworten · Autor: T. Patrick · Letzter Beitrag von Verbena
Forum: Geldanlage
- GM Aktien: jetzt wieder investieren?
- Pflanzen Krankheiten - Tipps zur Behandlung 1883mal aufgerufen · 1 Antworten · Autor: Käffchen2 · Letzter Beitrag von Verbena
Forum: Garten & Pflanzen
- Pflanzen Krankheiten - Tipps zur Behandlung
