Wochenbettdepression: Wer hatte sie von euch?
Nach der Geburt haben fast alle Mütter den sogenannten "Muttertag", wo sie einen Tag haben, an dem sie fast nur weinen und depressiv sind. Die Hebammen und die Kinderschwestern im Krankenhaus haben diesen Tag der Wochenbettdepression dann liebevoll den "Muttertag" genannt. Sie haben an diesem Tag besonders auf die Kinder geschaut, damit die Mütter Zeit für sich hatten. Bei manchen Frauen hielt dieser Tag dann auch länger an. Gegebenenfalls musste dann ein Psychologe eingeschaltet werden, damit es nicht zur handfesten Wochenbettdepression ausartet.
Kennt ihr auch diesen "Heultag" nach der Geburt? Dieser soll durch die Hormonumstellung entstehen. Wie habt ihr diesen Tag in eurem Gedächtnis? Hat es länger angehalten als dieser eine Tag? Oder habt ihr von der Hormonumstellung gar nichts gemerkt? Wie ist das Umfeld damit umgegangen? Welche Unterstützung habt ihr durch Kinderschwestern, Hebamme oder Familie bekommen?
Mir ging es drei Tage nach meiner ersten Geburt sehr schlecht. Ich hätte nur noch heulen können und dachte, es läge an meinen Schmerzen durch den Dammriss, der schwer heilte. Aber es war etwas anderes, das wusste ich irgendwie intuitiv. Mir hatte aber keiner gesagt, dass man das manchmal nach der Geburt hat. Ich wusste nicht, dass es so etwas gibt und habe mich zusammengerissen, wenn Besuch kam. Es hat aber Gott sei Dank nicht angehalten und später habe ich erfahren, dass dieser kurze depressive Zustand nach der Geburt relativ normal ist. Allerdings habe ich es bei den nächsten Kindern nicht gehabt, zumindest nicht so extrem.
Vor fünf Jahren bin ich in eine neue Wohnung gezogen. Ich hatte meine Nachbarn zum Einstand eingeladen und es war auch ein junger Mann da, von dem ich wusste, dass in seinem Haushalt zwei kleine dunkelhäutige Kinder wohnten, das eine Kind war ein ganz kleines Baby. Die beiden Eltern (ich dachte es wären die Eltern) waren aber weiß. Ich wollte nicht so direkt fragen, weil ich die Leute ja noch nicht so gut kannte. Die Frau war auch nach spezieller Einladung nicht kommen. Eine Woche später erfuhr ich im Gespräch mit ihr, dass sie nur die Tagesmutter sei, die tagsüber, während der Mann arbeitete, auf die Kleinen aufpasse und sie versorge. Sie erzählte mir, dass die Mutter im Krankenhaus sei. Mehr sagte sie nicht und es wäre mir indiskret vorgekommen, nach der Krankheit zu fragen.
Erst nach drei Monaten sah ich eine Inderin in unserem Haus mit dem Baby, grüßte sie freundlich und wollte ein nachbarschaftliches Gespräch anfangen. Aber sie antwortete kaum und blickte sehr apathisch. Erst später, als wir uns näher kannten, erfuhr ich, dass sie nach der Geburt eine sehr starke Depression bekommen hatte und stationär behandelt werden musste. Jetzt ist sie wieder gesund, muss aber auf Anzeichen achten, wenn wieder eine Depression kommt. Sie war wegen der starken Medikamente sehr dick und aufgeschwommen, als sie aus dem Krankenhaus kam. Jetzt sieht sie ganz normal aus. Leider ist die Familie vor einigen Monaten in ein eigenes Haus gezogen, gerade als wir uns näher kennengelernt hatten. Es gibt also auch sehr schwere Wochenbettdepressionen. Da war mein dritter Tag harmlos.
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