Praxisgebühr - Grund den Arztbesuch zu meiden?
In Deutschland zahlen wir inzwischen seit 2004 (Oder 2005?) in jedem Quartal für den Besuch beim Arzt eine Praxisgebühr in Höhe von zehn Euro. Ich weiß grade nicht genau wie es ist, aber bei bestimmten Ärzten muss man diese Zahlung glaube ich sogar noch mal leisten (Zahnarzt?), oder? Ich erinnere mich hier immer sehr gut an meinen inzwischen leider verstorbenen Großvater, der noch "vom alten Schlag" war und immer meinte, dass er schon von allein gesund werden würde und keinen Arzt bräuchte. Seitdem dann auch noch die Praxisgebühr eingeführt wurde, war es für ihn ganz vorbei und er wollte gar nicht mehr zum Arzt gehen, wenn er hier auch noch jedes mal zur Kasse gebeten wurde.
Auch zeigen Umfragen, dass viele Personen in Deutschland (Verstärkt die Leute, die eh schon zu wenig Geld haben) häufig versuchen der Besuch beim Arzt zu vermeiden oder so lange wie es eben nur geht aufzuschieben. Der hierfür genannte Grund findet sich immer wieder in der Praxisgebühr von zehn Euro, die auch Jahre nach Einführung der Praxisgebühr viele noch immer nicht zahlen wollen. Ich kann es auf der einen Seite irgendwie verstehen. Ich selbst muss in jedem Quartal aus gesundheitlichen Gründen seit ein Paar Jahren einige Male zum Arzt und muss die Praxisgebühr daher eh zahlen und somit gehe ich auch schon bei kleineren Beschwerden, wo man sonst vielleicht nicht sofort zum Arzt rennen würde, schon mal zum Arzt.
Würde ich die Praxisgebühr aber noch offen stehen haben, würde ich es mir wahrscheinlich auch mehrfach überlegen, ob ich wirklich unbedingt zum Arzt muss. Zehn Euro sind eben zehn Euro und haben oder nicht haben ist eben immer so eine Frage des Prinzips. Zumindest würde ich am Ende eines Quartals versuchen, zu warten, bis das neue Quartal anfängt bevor ich zum Arzt gehe. Wie ist das bei euch? Ist die Praxisgebühr auch heute noch für euch eher ein Grund, den Arztbesuch bis ins nächste, bald anfangende Quartal zu verschieben? Oder ist die Praxisgebühr für euch vielleicht sogar ein Grund den Arztbesuch ganz zu vermeiden? Vertretet ihr hier auch eher den Schlag, dass die Zuzahlungen für Medikamente schon hoch genug seien, und man sich das Geld der Praxisgebühr dann sparen sollte?
Als ich gesetzlich versichert war, habe ich auch vermehrt darauf geachtet. Besonders zum Ende eines Quartals habe ich dann überlegt, ob ich nicht noch warten kann. Meist war es dann zum Nachteil, weil ich dann erstmal so richtig krank wurde oder der ausgerenkte Wirbel eben für zusätzliche Verspannungen gesorgt hat. Ich weiß auch von Bekannten und Freunden, dass sie da auch vermehrt drauf achten, denn wie du schon sagtest: 10€ haben oder nicht haben. Das ist für viele viel Geld. Wenn man damit immer unachtsam umgeht, dann läppert es sich.
Es heißt ja immer, Gesundheit solle doch vorgehen, aber ich kann durchaus Personen verstehen, die eben aufgrund der Praxisgebühr sich nicht auf dem Weg zum Arzt machen. Aber laut einer der letzten Studien, die ich mitbekommen habe, führt die Praxisgebühr eher seltener dazu, dass man nicht zum Arzt geht. Manche Patienten sollen es aber auch ausnutzen, dass sie für ein Quartal bereits die Praxisgebühr entrichtet haben und dass sie eben viel öfter den Arzt aufsuchen, als wenn sie es ohne der bereits entrichteten Praxisgebühr tun würden.
Ich persönlich muss nun einmal im Quartal zum Arzt, wenngleich es auch eben der Facharzt für innere Medizin und spezielle Diabetologie ist. Letztendlich könnte ich dort die Praxisgebühr entrichten, aber die letzten Quartale war es eher so, dass ich zu Anfang des Quartals zu meiner Hausärztin gefahren bin und dort die zehn Euro Praxisgebühr zahle und mir dann eben von dort eine Überweisung zu meinem Facharzt geben lasse. Ich weiß ja nicht, ob es im Laufe des Quartals noch einmal nötig ist, zum Hausarzt zu gehen, und so bin ich auf der sicheren Seite.
Allerdings nutze ich es persönlich nicht aus, wenn ich bereits die Praxisgebühr gezahlt habe. Ich gehe wirklich ansonsten nur zum Arzt, wenn ich krank bin und gegebenenfalls eine Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit für den Arbeitgeber benötige. Gerade zu Beginn des Jahres hat es mich leider mehrmals nieder gestreckt, aber inzwischen toi toi toi, bin ich bis auf eben die üblichen Dinge, an denen ich nichts ändern kann, gesund geblieben.
Auch ich finde, dass 10 Euro eine Menge Geld ist, nur damit man mal eben dem Arzt einen Besuch abstattet, um sich vielleicht nur ein Rezept zu holen. Das finde ich überhaupt nicht toll, dass man sogar dann die Praxisgebühr zahlen muss, nur um sich ein Rezept abzuholen. Denn meistens ist es so, dass ich meine Rezepte direkt bei meinem Arzt abholen kann, sodass ich gar nicht einmal den Arzt zu Gesicht bekomme.
Ich habe durch die Praxisgebühr schon mehrere Arztbesuche, die eigentlich ein Muss gewesen wären, vermieden. So war ich letzten Winter über, eine lange Zeit krank. Die Erkältung ging einfach nicht weg. Alle meinten schon zu mir, dass ich am besten zum Arzt gehen soll, damit er mir etwas verschreiben kann. Doch das sah ich gar nicht ein. Ich habe mir gesagt, dass die Erkältung schon irgendwann von alleine weg gehen wird, auch wenn es sicherlich etwas länger dauert, wenn man keine Antibiotika nimmt.
Ich versuche auch immer meine Arztbesuche alle in einem Quartal zu erledigen. So muss ich ja mindestens alle 6 Monate zum Frauenarzt. Ich schaue dann schon immer, dass ich entweder direkt zu Beginn eines Quartals gehe, oder dann, falls ich schon irgendwo die Praxisgebühr bezahlt habe. Wo ich dann die Praxisgebühr bezahlt habe, hole ich mir auch immer schon einen Stapel an Überweisungen. Wenn ich die in der Hand habe, dann gehe ich auch meistens zu anderen Ärzten, wie zum Hautarzt. Andernfalls würde ich die Arztbesuche gar nicht machen. Ich bin also schon der Typ, der sich die Praxisgebühr sparen will, und nur so wenig, wie nötig zum Arzt geht. Vielleicht wird ja so auch mal irgendwann diese Praxisgebühr abgeschafft.
Ich muss jeden Monat einmal wenigstens zum Arzt, also muss ich die Praxisgebühr jedes Quartal zahlen, ob ich möchte oder nicht. Ehrlich gesagt habe ich damit kein Problem, aber ich kann es mir auch leisten. Ich kann schon verstehen, wenn jemand mit schlechteren finanziellen Mitteln es sich zweimal überlegt, ob und wann er oder sie wirklich zum Arzt geht und ob wegen jeder Kleinigkeit gleich ein Arzt aufgesucht werden muss.
Allerdings halte ich die Zuzahlung für die Medikamente für absolut gerechtfertigt. Ganz ehrlich, wenn man mal bedenkt, was die Herstellung und das Medikament so im Handel kosten, dann sind die Zuzahlungen ein Witz. Und dazu kommt noch, dass in anderen Ländern Medikamente von den Erkrankten komplett bezahlt werden müssen, bei uns muss man "nur" zuzahlen. Das sollte man sich auch mal überlegen. Ich habe damit kein Problem und die meisten Leute, die es sich nicht so gut leisten können, sind oftmals auch befreit von gewissen Zuzahlungen, weil sie eben so wenig finanzielle Mittel haben. Also es gibt da schon Erleichterung für gewisse Personengruppen.
Ich würde weder wegen der Praxisgebühr noch wegen der Zuzahlungen irgendwelche Ärzte meiden,. Wenn man zum Arzt muss, dann muss man eben dort hin und dann sollte das Geld zweitrangig sein. Anders ist es, wenn man nicht ernsthaft erkrankt ist, dann kann man es sich überlegen. Aber wenn man wirklich etwas hat, sollte man nicht über das Geld nachdenken, sofern man es hat.
Ich gehe sowieso schon ungern zum Arzt, weil ich es nicht gerade als die angenehmste Situation empfinde, dann will ein Arzttermin inklusive Wartezeit auch irgendwie in einen vollen Zeitplan integriert werden, was auch nicht immer so leicht ist - und zusätzlich die Praxisgebühr, obwohl ich eigentlich jeden Euro zwei Mal umdrehen muss! Ich schiebe Arzttermine also auch ganz gerne mal auf.
Es gibt ein paar Dinge, die ich wohl besser mal ärztlich abchecken lassen sollte, aber weil sie nicht wirklich dringlich sind und mich auch nicht beeinträchtigen, schiebe ich sowas eigentlich komplett auf, d.h. für sowas gehe ich eigentlich gar nicht zum Arzt.
Wenn ich hingegen wirklich krank bin oder beispielsweise dringend ein Rezept oder eine Krankschreibung brauche, gehe ich natürlich schon zum Arzt. Allerdings versuche ich es dann schon auch so zu legen, dass ich diese 10 Euro Praxisgebühr dann richtig ausnutze, also am besten gleich mehrere fällige Arzttermine in ein Quartal lege, schließlich bin ich noch jung und relativ gesund, sodass ich auf jeden Fall nicht jedes Quartal zum Arzt muss. Genauso handhabe ich es auch mit wichtigen Vorsorgeuntersuchungen (wobei ich hier jedoch schon ein bisschen zum Aufschieben neige...
)
Aber 10 Euro sind für mich einfach auch ganz schön viel Geld. Wenn es eng wird, reicht mir das für Lebensmittel für eine ganze Woche. Und wenn man das dann der Arztleistung gegenüberstellt (die zumindest bei mir ja doch eher gering ausfällt), tut es einem halt schon weh, diese 10 Euro zu zahlen.
Wenn ich krank bin, bin ich krank und wenn ich dann einen Arztbesuch benötige, dann gehe ich auch dorthin. Zum Glück kommt das allerdings sehr wenig vor, so dass ich nicht wirklich oft zu einem Arzt gehe.
Dass man in Deutschland Arztbesuche hinauszögert oder weniger zum Arzt geht, das glaube ich nicht, denn genau das wollte man ja eigentlich mit dem Einführen der Praxisgebühr erreichen. Man wollte, dass die Leute zunächst zu ihrem Hausarzt gehen und dieser dann entscheidet, ob ein Facharzt weiter behandeln muss oder nicht. Man wollte erreichen, dass die Leute dadurch weniger oft Fachärzte besuchen. Das hat man aber nicht erreichen können. Die Deutschen gehen nach wie vor zu den Ärzten, wohin sie gehen möchten.
Ich selber mache es im Prinzip nicht anders, da ich es unnötig finde, dass ich zunächst zu meinem Hausarzt gehen soll, wo ich dann a) einen Termin brauche und b) unnötige Zeit verliere, da ich mir meistens sicher bin, dass mich mein Hausarzt sowieso zum Facharzt überweisen muss. Ich gehe zwar dann auch zu meinem Hausarzt, aber nur um mir eine Überweisung abzuholen, damit ich nicht auch noch beim Facharzt meine 10Euro Praxisgebühr bezahlen muss.
Jemand der sehr krank ist, benötigt einfach den Arzt, auch wenn er die 10 Euro Praxisgebühr nicht hat. Er kann nicht auf einen Arzt verzichten. Würde ein Arzt die Behandlung verweigern, wenn der Patient die Praxisgebühr nicht hat?
Ich bin leider auf Medizin angewiesen und muss jedes Vierteljahr bezahlen. Mehr Ärzte als nötig nehme ich nicht in Anspruch. Denn wer geht gerne oder ohne krank zu sein, zum Arzt? Den Zahnarzt besuche ich einmal im Jahr, wo ich in den meisten Fällen keine Praxisgebühr zahlen muss, denn das Nachsehen kostet nicht extra etwas.
Wenn man eine starke Erkältung hat, von der hier berichtet wurde, dass sie lange anhielt, würde ich auf jeden Fall die 10 Euro opfern und zum Arzt gehen. Es könnte sich sonst eine chronische Bronchitis oder etwas anderes entwickeln. Das wäre mir zu gefährlich. Wenn es ein einfacher Schnupfen ist, sieht das schon anders aus.
Da ich eh sehr ungern zum Arzt gehen, kann ich Arztbesuche nicht nach der Praxisgebühr ausrichten. Wenn ich zum Arzt muss, ist es dringend und ich kann es nicht verschieben. Ich muss mir einmal im Quartal meine Blutdrucktabletten holen, also muss ich eh einmal im Quartal die 10 € zahlen. Ich gehe gar nicht ins Zimmer des Arztes, sehe ihn noch nicht einmal, setze mich auch gar nicht ins Wartezimmer, trotzdem muss ich die Gebühr zahlen, obwohl nur die Sprechstundenhilfe zum Arzt geht und schnell die Unterschrift fürs Rezept holt, das finde ich nicht angemessen. Unverständlich finde ich auch, dass man die 10 € beim Zahnarzt extra zahlen muss, das ärgert mich schon.
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