Nur Schmerztherapie bei Rippenbrüchen?
Mein Mann hat sich ja einige Rippen gebrochen und war einige Tage im Krankenhaus. Mittlerweile ist er wieder zu Hause weil er als Therapie nur Schmerzmittel bekommt und die kann er auch zu Hause schlucken. Sonst wird hier nichts gemacht.
Ich kann mich noch erinnern dass sich mein Vater mal eine Rippe gebrochen hat und er bekam dann so einen Verband. Also eher wie ein Gurt der das alles irgendwie stabilisieren sollte, doch jetzt wird hier gar nichts mehr gemacht. Dachte zuerst schon das dies nur bei diesem Krankenhaus so ist, mit dem wir nicht so hundert prozentig zufrieden waren, aber ich habe dann nachgelesen und nachgefragt und es ist wirklich so dass die neue Therapie eben gar keine Therapie ist.
Seit wann ist das so? Weiß das jemand von euch? Und was für einen Sinn hatte der Gurt früher? Es kann sich normalerweise ja eh nichts mehr verschieben wenn es mal gebrochen ist, oder? Er muss jetzt zwar regelmäßig zur Kontrolle, aber mehr ist nicht.
Ich denke, dass man früher davon ausging, dass der Gurt eine gewisse Stabilität bieten und vielleicht den Brustkorb zusammenhält. Mein Vater hatte damals auch so einen Gurt, obwohl eine Rippe lediglich angebrochen war.
Heutzutage hat man aber offenbar in Sachen Knochenbrüche neue Erkenntnisse gewonnen. Ich weiß noch, dass ich früher immer 6 Wochen lang einen Gips hatte, wenn ich mir irgendwas gebrochen hatte und sei es nur, dass ein Mittelhandknochen angeknackst war. Heute trägt man kaum noch 6 Wochen lang einen Gips. Bisher habe ich meist erlebt, dass die Kinder und Erwachsenen 4 Wochen einen Gips hatten. Bei lediglich angebrochen Knochen sogar teilweise auch nur 2 Wochen. Das muss damit zusammenhängen, dass man heute weiß, wie schnell Knochen heilen und das es früher gar nicht kontrolliert wurde. Da ging man ja auch nur am Anfang zum Arzt, bekam einen Gips, musste eventuell nach 1 oder 2 Tagen zur Kontrolle und dann erst nach den 6 Wochen zur Abnahme des Gipsverbandes kommen.
musicality hat geschrieben:Ich weiß noch, dass ich früher immer 6 Wochen lang einen Gips hatte, wenn ich mir irgendwas gebrochen hatte und sei es nur, dass ein Mittelhandknochen angeknackst war.
Das ist auch heute noch so. Es kommt allerdings immer darauf an, was gebrochen ist und wie kompiziert der Bruch ist. Mein Schwager hatte sich erst letztes Jahr beide Arme bzw. auch die Mitelhandknochen gebrochen und er musste sogar mehr als 6 Wochen einen Gips bzw. am Arm eine Schiene tragen, weil der Bruch sich einfach nicht so gut entwickelt hat, wie man es im Krankenhaus angenommen hatte.
musicality hat geschrieben:Bei lediglich angebrochen Knochen sogar teilweise auch nur 2 Wochen. Das muss damit zusammenhängen, dass man heute weiß, wie schnell Knochen heilen und das es früher gar nicht kontrolliert wurde.
Das ist Unsinn. Ich hatte mir 1990, also vor mehr als 20Jahren sowohl das Schien- als auch das Wadenbein gebrochen. Ich hatte dann auch einen Gips (damals noch einen schweren), den ich auch mehrere Wochen tragen musste. In dieser Zeit wurden mehrere Kontrollen via Röntgenaufnahme gemacht und das nicht erst nach sechs Wochen. Außerdem kann man nur Richtwerte angeben, wie lange ein Knochen zum Zusammenwachsen benötigt. Das ist von Person zu Person unterschiedlich. Bei Kindern dauert es zum Beispiel sehr viel kürzer wie bei Senioren. Außerdem spielen auch noch andere Faktoren eine Rolle, wie schnell sich ein Knochen wieder regenerieren kann und zusammenwachsen kann.
Für den Gurt, den man früher bei Rippenfrakturen verwendet hat, habe ich auch keine richtige Erklärung. Ich würde vielleicht vermuten, dass man inzwischen gemerkt hat, dass der Gurt nur einschränkend wirkt, aber nicht heilungsfördernd und zeitverkürzend.
Der Verband um eine gebrochene Rippe war früher tatsächlich Teil der Therapie, da hast du recht. Mit der Zeit hat man jedoch eingesehen, dass der Brustkorb ein System ist, der sich von allein stabilisiert, auch wenn ein kleiner Teil instabil ist, wie eine Rippe. Da er von außen wie von innen teilweise gestützt wird, macht es wenig Sinn einen zusätzlichen Verband anzulegen.
Inzwischen wird daher wirklich nur noch eine Medikamentengabe verabreicht und regelmäßige Kontrolltermine abgemacht. Wenn eine Rippe aufgrund von Gefäßerkrankungen oder andere störender Faktoren nicht gut verläuft wird in letzter Instanz eine Operation vorgenommen, bei der die Rippe so fixiert wird, dass sie einigermaßen stabil ist.
Solche Verbände legt man heutzutage nicht mehr an, da sie keinen zusätzlichen Nutzen mit sich bringen. Der Brustkorb stabilisiert sich von alleine soweit, sofern keine Serienbrüche vorliegen. Die Standardtherapie besteht daher in einer ausreichenden Schmerztherapie und Atemgymnastik, zusätzlich wird oft noch ACC verabreicht um abhusten zu können und eine Lungenentzündung zu vermeiden. Es gibt auch noch die Möglichkeit mit einer Spritze zumindest am Anfang den akuten Schmerz "wegzuspritzen" in dem man mit einem Lokalanästhetikum die betreffenden Nerven zwischen den gebrochenen Rippen lahmlegt, wird aber nicht all zu oft gemacht.
Zudem ist es auch wichtig schwerwiegende Begleiterkrankungen auszuschließen, also vorallem Lungenverletzungen und die sollten auch im Verlauf nochmal kontrolliert werden. Dazu macht man dann Röntgenkontrollen und kann auch mit dem Ultraschall kontrollieren, je nach Höhe der Brüche können auch mal Bauchorgane mitverletzt werden.
Nettie hat aber nicht recht damit, dass heutzutage immer noch 6 Wochen lang ein Gips getragen werden muss bei einem Knochenbruch. Vielmehr kommt es auf die Art und die Lokalisation des Bruches an. Es gibt im Körper Knochen die heilen innerhalb von 4 Wochen aus, andere brauchen schon mal 12 Wochen oder länger. Zudem kommt es auch immer darauf an wie ein Bruch verläuft. Gerade wenn es unverschobene Brüche sind oder nur Teilbrüche kann man auch schon mal mit einer Orthese auskommen oder Spezialverbände anlegen mit denen man den gebrochenen Knochen schon teilweise belasten kann.
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