Laufschuhe: Welche Empfehlung könnt ihr geben?
Ich laufe schon seit einigen Jahren mehr oder weniger regelmäßig. Seit einem Jahr eigentlich nur noch draußen und nicht mehr auf dem Laufband. Jetzt bin ich in der letzten Zeit viel im "Hügelbereich" gelaufen, also auf Strecken, wo es schon etwas steiler aufgeht. Dabei habe ich mir bereits eine Sehnenüberdehnung am Fuß und vorletzte Woche Probleme im Knie eingeheimst, was sich dadurch bemerkbar machte, dass es sich mit viel Wasser aufgefüllt hat. Auf dem Laufband werden die Füße und Knie etwas abgefedert, wohingegen im Freien diese deutlich mehr beansprucht werden. Deshalb bin ich zu dem Entschluss gekommen, mir neue Schuhe zu kaufen. Meine jetzigen sind nicht unbedingt speziell zum Laufen konzipiert.
Meine Frage wäre jetzt, ob es sich lohnt "Laufschuhe" zu kaufen, und wenn ja, welche könntet ihr mir raten? Diese sollten nicht unbedingt teuer sein. Ich möchte da schon eine Grenze bei 70€ setzen.
Ja, es lohnt sich definitiv, vernünftige Laufschuhe zu kaufen, die auch speziell zum Laufen gedacht sind. Du hast ja selbst schon gemerkt, dass du Probleme mit den Füßen und den Knien bekommst und ich vermute, dass das unter anderem auch an den falschen Schuhen liegen könnte.
Ein spezielles Paar Laufschuhe kann ich dir nun nicht empfehlen, da jeder mit anderen Schuhen besser klarkommt. Denn es gibt sehr viele verschiedene Laufschuhe und einige sind besser für Läufer geeignet, die mehr auf den Außenkanten laufen und andere, die Plattfüße haben oder einen andere Laufstil. Du solltest in einem Sportfachgeschäft mal eine Laufanalyse durchführen lassen. Diese ist auch in der Regel kostenlos und man wird dir sagen, welche Art von Laufschuhe für dich geeignet sind. Du musst dann ja nicht die teuersten Schuhe kaufen.
Ich habe beispielsweise Laufschuhe von Asics. Mit denen komme ich supergut klar und ich habe mir diese gekauft, als sie gerade im Angebot waren und "nur" 70 Euro gekostet haben. Normalerweise hätte ich 130 Euro dafür zahlen müssen, aber so hatte ich eben Glück gehabt. Generell mag ich die Asics-Schuhe sehr, meine Schwester hat welche von Brookes und ist ebenfalls sehr zufrieden und viele meiner Freunde schwören auf Adidas oder Nike. Du siehst, jeder hat da andere Bedürfnisse und bevorzugt andere Marken.
Ich habe auch Probleme mit den Gelenken, wollte aber das Laufen nicht aufgeben nachdem ich gerade erst damit angefangen hatte. Daher bin ich zunächst zu einem Orthopäden gegangen, der sportmedizinisch einen sehr guten Ruf hat und habe mich dort entsprechend beraten lassen. Mit den Tipps ausgestattet bin ich dann in ein Sportgeschäft und habe nach Schuhen gesucht.
Mit einem Budget von 70 Euro komme ich allerdings bei den speziellen Bedürfnissen, die erfüllt werden müssen nicht aus - nicht einmal, wenn ich auf Angebote zurückgreife. Unter 100 Euro geht es bei mir eigentlich nicht. Daher würde ich das Budget noch einmal prüfen, wenn Du unproblematische Füße hast, kann es passen, aber gerade wenn Du Trail (oder wie ist das hügelig zu verstehen) laufen möchtest, dann sind die Schuhe doch etwas teurer. Allerdings hat sich bei mir diese Investition gelohnt. Seither habe ich kaum noch Probleme mit dem Gelenken beim oder nach dem Laufen. Die Probleme kommen auch aus anderen Gründen als den unpassenden Schuhen. Daher kann auch ich nur dazu raten, Laufschuhe zu kaufen.
Es lohnt sich nicht nur Laufschuhe zu kaufen, es ist sogar enorm wichtig Laufschuhe zum Joggen anzuziehen. Man merkt es nicht sofort, aber normale Schuhe unterstützen den Fuß beim Joggen nicht so, wie es Laufschuhe tun. Da geht es um diverse Faktoren wie Dämpfung, Führung des Fußes, Unterstützung, Federung, Leichtigkeit und Unterstützung der natürlichen Fußachse. Dem Laien sind viele dieser Begriffe unverständlich, wirklich einschätzen kann er keine dieser Eigenschaften.
Aus diesem Grund kann dir auch niemand den Tipp geben welchen Schuh du dir kaufen solltest und welcher Schuh gut zu dir passt. Du solltest in ein gutes Sportgeschäft gehen, in dem eine Laufbandanalyse möglich ist. Diese solltest du auch in Anspruch nehmen und hoffen, dass du an einen fähigen Verkäufer gerätst, der dir wirklich den passenden Schuh verkauft. Denn mit den falschen Schuhen, und die jetzigen sind es auf jedenfall, macht man sich auf Dauer die Füße kaputt, die Knie kaputt, die Hüfte kaputt, die Wirbelsäule kaputt - eine Kettenreaktion, die man, wenn es erst einmal in Gang gekommen ist, schlecht wieder richtig in den Griff bekommt und "heilt".
Bei Laufschuhen muss man sich tatsächlich die Frage stellen: Wieviel Geld ist einem die eigene Gesundheit wert? Denn gute Laufschuhe sind nicht nur reine Komfortgegenstände, sondern schützen auch vor Überlastung, Fehlstellungen und damit letztendlich Verletzungen. Wichtig ist, wie ja schon erwähnt wurde, dass man sich die richtigen Laufschuhe auswählen lässt.
Und da ein Laufanfänger meist seinen eigenen Laufstil nicht einschätzen kann, muss man auf eine Laufbandanalyse oder ähnliches zurückgreifen. Ein erfahrener Läufer kann sich selbst dann eher einschätzen (vor allem weil er meist ja eine Laufbandanalyse hinter sich hat) und kann daher eher mal selbst Ausschau halten und auch mal auf reduzierte Ware zurückgreifen, wenn er weiß, dass der Schuh zum Laufstil passt. Außerdem ist die Verletzungsgefahr bei einem trainierten Läufer natürlich wesentlich geringer, da die Muskulatur schon an die Belastung gewöhnt ist und der Laufschuh somit nicht so viel Unterstützung leisten muss.
Weasel hat geschrieben:Außerdem ist die Verletzungsgefahr bei einem trainierten Läufer natürlich wesentlich geringer, da die Muskulatur schon an die Belastung gewöhnt ist und der Laufschuh somit nicht so viel Unterstützung leisten muss.
Das ist nicht richtig. Auch erfahrene und langjährige Läufer, beziehungsweise gerade diese Läufer, sind auf die optimalen Laufschuhe, passend zu den anatomischen und biomechanischen Gegebenheiten angewiesen. Dass die Muskulatur sich an die Belastung gewöhnt hat, ist total unwichtig - man kauft sich die passenden Laufschuhe nicht, um die Muskulatur zu entlasten, sondern damit die Statik und Biomechanik des Schuhs unterstützt und nicht gestört wird.
Jeder Mensch läuft anders, der eine mehr auf der Fußaußenkante (Übersupinierer), der andere mehr auf der Fußinnenkante (Überpronierer). Ein Schuh, der das eine unterstützt, behindert im Umkehrschluss das andere und kann daher eine Fehlbelastung hervorrufen, die nicht nur Muskulatur, sondern auch Knochen, Bandapparat oder allgemein die Statik des Fußes verändert und beschädigt. Um also die persönlichen Laufeigenschaften zu unterstützen, wird der passende Schuh gewählt, nicht um irgendwelche Muskulatur zu entlasten.
Nein, man ist als trainierter Läufer nicht unbedingt auf die perfekten Laufschuhe angewiesen. Schließlich gibt es sehr viele Läufer, die gezielt Barfusslaufen trainieren. Außerdem kann sich der Laufstil durch starkes Training sehr stark ändern; ein leichter Überpronierer kann durch Training durchaus zu einem Neutralläufer werden und kommt somit logischerweise auch mit neutralen Schuhen aus.
Außerdem ist hinlänglich bekannt, dass eine kräftige Muskulatur durchaus für zusätzliche Stabilität führen kann und natürliche Fehlbildungen oder Verletzungen ausgleichen kann. Wenn das nicht so wäre, könnte kein Fußballer mit einem kaputten Kreuzband oder ähnlichen Knieverletzungen überhaupt wieder Leistungssport betreiben.
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