Hatte jemand von euch schon mal Halluzinationen?
Wenn man irgendetwas wahrnimmt, was überhaupt nicht existiert, egal ob man nun etwas sieht, was nicht da ist oder Stimmen vernimmt, obwohl niemand spricht, all dies bezeichnet man als Halluzination. In
diesem Thread wird von einer Frau im Altenheim erzählt, die immer durch den Flur gewandert ist und so getan hat, als würde sie Schweine vor sich her treiben. Die Beitragerstellerin war darüber sehr verwundert und fragte sich, ob sie denn überhaupt im Altenheim wäre und nicht versehentlich in der Psychiatrie gelandet wäre.
Hatte von euch auch schon mal jemand Halluzinationen und hat irgendetwas vernommen, gesehen oder gehört, obwohl dies nicht existierte? Um was handelte es sich dabei und wie fühlt man sich, wenn man Halluzinationen hat? Nimmt man das, was man sieht, dann ähnlich wie in einem Traum genauso realistisch wahr, als wäre es genau vor den eigenen Augen? Was kann man gegen Halluzinationen unternehmen? Sollte man gleich den Arzt aufsuchen, wenn man an Halluzinationen leidet? Wie gefährlich kann so etwas sein? Kann man Halluzinationen therapieren? Wie sind eure eigenen Erfahrungen bezüglich dieses Themas?
Ich musste vor einiger Zeit mal ein Medikament einnehmen, das akustische Halluzinationen als Nebenwirkung hatte. Schon nach kurzer Zeit bekam ich in der Tat für kurze Zeit eine Stimme zu hören, deren Quelle ich nicht ausfindig machen konnte. Die Stimme klang sehr real und laut, doch ich konnte kein einziges Wort verstehen. Das ging so ca. eine halbe Minute lang so, dann war die Stimme verschwunden. Ob das eine Frauen- oder Männerstimme war kann ich heute nicht mehr sagen. Danach ist eine solche Halluzination nicht mehr aufgetreten, dieses eine Erlebnis war jedoch beängstigend genug für mich, da es wirklich sehr realistisch zu sein schien.
Wenn Halluzinationen ohne einen triftigen Grund auftreten, es also nicht von irgendwelchen eingenommenen Substanzen kommt, sollte man natürlich aufhorchen, denn das kann auf eine ernsthafte Psychose hindeuten. Wenn die Halluzinationen nur einmalig bzw. selten sind, wäre das auf jeden Fall schon ein Grund, einen Arzt aufzusuchen. Wenn die Halluzinationen regelmäßig auftreten, dann sollte man auf keinen Fall zögern. Das ist nämlich definitiv keine Kleinigkeit. Halluzinationen lassen sich medikamentös therapieren, indem man sedierende und angstlösende Medikamente einnimmt. Das dürfte dann wohl auch den Auslöer für diese Halluzinationen dämpfen.
Vor ein paar Wochen hatte ich einmal eine ziemlich krasse und irgendwie aber auch witzige Halluzination. Wenn ich nur daran denke, kommt mir schon wieder ein Grinsen ins Gesicht. Meine Kolleginnen hatten mich, nachdem ich Ihnen von diesem Vorfall erzählt habe, schon als verrückt eingestuft und gefragt, ob ich in dem Moment irgend etwas Halluzinogenes geraucht hatte.
Naja, jedenfalls bin ich an jenem Abend mit meinem Freund in der Nachbarstadt einkaufen gegangen. Da es an diesem Abend noch ziemlich warm war, war mein Fenster halb geöffnet im Auto. Auf dem Heimweg sind wir durch ein mittelgroßes Dorf gefahren.
Plötzlich -dies passierte innerhalb Sekunden! - sah (oder bildete ich mir zumindest ein) dass in einer Kurve am Straßenrand ein Huhn auf mich zurannte. Es war zu spät, um zu bremsen. Vor der Straße ist es dann gesprungen und ich bin mir sicher, dass ich die weichen Federn an meiner linken Wange spüren konnte.
Ich vermute, dass es über mein Auto gesprungen ist und ganz schnell weiter gerannt ist. Schließlich konnte ich auf der anderen Straßenseite nichts mehr erkennen. In meinem Auto war auch kein Huhn zu sehen (oder Federn). Ich habe dann sogar noch in den Rückspiegel gesehen. (Nicht wenn ich es überfahren hätte) Dennoch war da nichts!
Nun, mir ist bekannt, dass dies total irrsinnig klingt, aber ich bin mir sicher, dass ich es sogar gespürt habe! Mein Freund jedoch sagte, dass da nichts war. Kein Huhn, kein Hahn, kein Vogel - gar nichts! Ich war hundertprozentig nüchtern und stand auch nicht unter halluzinogenen Medikamenten. Für mich war dies wirklich ziemlich echt!
Ich hatte mit 15 Jahren ein sehr schwer ausgetragenes, virales Fieber. Während dieses Fiebers war ich vier Monate an das Bett gefesselt und konnte ohne Hilfe weder aufstehen oder laufen, noch konnte ich einfachste Wörter aufschreiben. An den Tagen, an denen ich nämlich nicht essen konnte, sollte ich meinen Eltern aufschreiben, ob ich auf etwas bestimmtes Appetit habe, ob ich etwas Essen will oder ob ich irgendeinen Film sehen möchte. Neben gröbsten Rechtschreibfehlern, die mir als bestem Deutschschüler des Jahrgangs normalerweise nicht passierten, hing mein ganzer Verstand in den Seilen.
Das äußerte sich auch durch Fieberträume. An Tagen, an denen es mir wirklich schlecht ging, kamen diese halluzinoiden Erscheinungen zu Tage. Dies waren keine Monster oder surreale Dinge, sondern einfachste Einbildungen. Ich sah meinen Vater im Zimmer stehen und unterhielt mich mit ihm. Als er zwei Stunden später von der Arbeit kam, wunderte er sich, als ich fragte, wo das Essen bleibt, nachdem ich "vorhin" gefragt habe. Der Fernseher war sehr viel aus, doch während der Fieberträume liefen teilweise ganze Folgen bestimmter Serien. Meine Halluzinationen während des Fieber waren also ganz simple Einbildungen, die mich teilweise überkamen und häufig Dinge und Personen beinhaltete, die während meiner Krankheit oft in meiner Nähe waren.
Ich hatte das selber noch nicht, aber ein Freund, als er beim Bund war. Dort gab es Auslandsübungen über mehrere Tage, bei denen man wenig Schlaf bekam. Er schlief dann irgendwann in einem Graben ein und bildete sich ein die Stimme seines Offiziers zu hören und schreckte im Schlaf mit der Waffe in der Hand hoch. Er blickte sich dann um und als seine Kameraden noch schliefen, wusste er, dass er es sich eingebildet hatte.
Als ich noch klein war, da bin ich an Scharlach erkrankt gewesen und ich hatte ziemliches Fieber. Damals habe ich geglaubt, dass ein Bild, welches an der Wand gegenüber von meinem Krankenlager hing, sich bewegen könnte. Ab und zu nur und nicht so wie man es vielleicht von Harry Potter kennt. Immer, wenn ich gerade den Bilck abgewendet habe, dachte ich, das Bild würde sich bewegen oder besser gesagt die abgebildeten Tiere. Und auch, wenn ich längere Zeit auf das Bild geschaut habe, da dachte ich, die Tiere würden sich ein kleines bisschen bewegen.
Das war allerdings auch das einzige mal, in dem ich halluziniert habe. Ansonsten habe ich manchmal wenn ich müde bin das Gefühl, dass ich beobachtet werde oder das ich verfolgt werden, aber ich habe mir noch niemals eingebildet, auch tatsächlich einen mir unbekannten Verfolger tatsächlich zu sehen.
Ich hatte tatsächlich schon mal Halluzinationen. Vor ein paar Jahren hatte ich mir nämlich ziemlich schlimm das Sprunggelenk gebrochen und musste daraufhin sofort operiert werden. Noch vor der Operation bekam ich Morphin gegen die Schmerzen. Dabei wurde mir jedoch eine starke Überdosis verpasst, weshalb ich anfing zu halluzinieren. Nachdem das Morphin zu wirken begann, verlor ich zumindest das Bewusstsein und wurde ohnmächtig. Als ich wieder zu mir kam, sah ich den Arzt über mir und wie er mit mir redete. Dabei hatte der Arzt allerdings drei Köpfe und schien mit einer Roboterstimme zu sprechen, von der ich kein Wort verstand. Alles was außerdem grell und in Neonfarben. Ich wurde richtig geblendet und konnte die Farben kaum ertragen. Dazu kam, dass ich nicht klar sehen konnte und sich alles drehte. Daraufhin geriet ich total in Panik und fing an zu weinen, weil ich mit der Situation überhaut nicht klar kam. Glücklicherweise ging es mir von Minute zu Minute wieder besser.
Ich habe schon oft gelesen, dass einige Leute Morphin als Droge benutzen, um genau diesen Effekt zu erleben. Ich kann das beim besten Willen nicht nachvollziehen. Ich habe es selbst erlebt und es war einfach nur furchtbar. Es war wie in einem Traum, aus dem ich nicht entkommen konnte. Alles war so laut und grell und so beängstigend. Ich hatte das Gefühl, von den blinkenden Farben verschlungen zu werden, weshalb ich auch in Panik geriet. Diesen Zustand möchte ich freiwillig nicht noch einmal erleben.
Ich bin mir nicht sicher, ob sich das, was ich manchmal erlebe, unter Halluzination einstufen lässt. Aber bei mir ist es eben hin und wieder kurz bevor ich vollständig aufwache. Da passiert es oft, dass ich geistig anscheinend wach bin, aber mein Körper noch "schläft". Also ich möchte mich dann bewegen, schaffe es aber nicht und habe gleichzeitig das Gefühl, als wäre ich im Kopf voll wach. Und da bilde ich mir dann sehr oft ein dass zum Beispiel meine Schwester plötzlich neben mir sitzt, oder mein Vater heimkommt, obwohl ich alleine bin. Oft unterhalten sie sich dann auch und ich kann hören was sie reden, aber wenn ich dann wirklich wach bin ist gar niemand da.
Ich habe mal gelesen dass das passiert wenn man zwischen der Tiefschlaf- und Aufwachphase steckt. Aber wie das genau ist, kann ich auch nicht erklären. Auf jeden Fall ist das immer ein total komisches Gefühl, die ersten paar Male bekam ich sogar richtig Panik. Mittlerweile weiß ich schon, wenn es mir wieder passiert, dass ich ruhig bleiben muss, weil ja nichts passiert.
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