Wie sieht ein Gichtanfall aus?

vom 15.03.2012, 18:06 Uhr

Durch tierische Eiweiße können Gicht und auch Gichtanfälle entstehen. Ich kenne nun niemanden, der Gicht hat oder einen solchen Gichtanfall in meinem Beisein hatte. Gelesen habe ich mal, dass es leichte, mittlere und schwere Gichtanfälle geben soll. Aber wie sieht nun konkret ein Gichtanfall aus? Was kann man in dem Moment dagegen tun? Warum ändern an Gicht leidende Menschen nicht so die Ernährung, um einen solchen Anfall zu vermeiden?

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» *steph* » Beiträge: 18439 » Talkpoints: 38,79 » Auszeichnung für 18000 Beiträge



Ein akuter Gichtanfall äußert sich meistens an den äußeren Extremitäten, also an den Zehen oder den Fingern. Aber auch das Kniegelenk oder Handgelenk sind öfter betroffen. Bei einem Gichtanfall ist die betroffene Stelle stark gerötet und der Betroffene hat starke Schmerzen, die sich bei einer Berührung an der betroffenen Stelle noch verschlimmern.

In dem Moment eines Gichtanfalls sollte man auf jeden Fall etwas gegen die Schmerzen und die Entzündung machen. Dafür gibt es Tabletten. Entweder normale Tabletten, die gegen Schmerzen und die Entzündung helfen, oder auch spezielle Tabletten für einen Gichtanfall, die aber ein Arzt verschreiben muss.

Die Sache mit der Umstellung der Ernährung ist natürlich bei Gicht sehr wichtig, aber wahrscheinlich für die Betroffenen im Alltag schwer einzuhalten. Es gibt einige Dinge, die man bei der Ernährung beachten sollte. Zum Beispiel auf rotes Fleisch, Bier und Spargel sollten Betroffene weitestgehend verzichten. Es gibt einige hilfreiche Tabellen, in denen die Purin- und Harnsäurewerte der Lebensmittel stehen, die man reduzieren sollte.

» Barbara Ann » Beiträge: 28946 » Talkpoints: 58,66 » Auszeichnung für 28000 Beiträge


Ein Gichtanfall macht sich laut Aussagen einiger Patienten besonders nachts bemerkbar, wenn man auf einmal merkt, dass an den Finger- bzw. Fußgrundgelenken starke, meist unerklärliche Schmerzen auftreten, die nicht schnell wieder weggehen.

Allerdings ist fleischreiche Ernährung nicht die einzige Ursache von Gichtanfällen. Je nach Prädisposition kann er auch genetisch veranlagt sein, dann spricht man von einer primären Gicht. Dabei kann entweder die Harnsäureausscheidung gestört sein oder aber der Körper produziert einfach zuviel an Harnsäure. Alkoholabusus, Leukämien oder Niereninsuffizienzen können ebenfalls zu Gichtanfällen führen.

Wie ein Gichtanfall konkret aussieht, kann man sich leicht zusammenbasteln: Harnsäure lagern sich im Knorpel ab, kristallisiert, kann von den Makrophagen nicht abgebaut werden und von eben denselben Makrophagen ausgeschütteten Zytokinen werden weitere Entzündungszellen angelockt, die mit ihren Enzymen den körpereigenen Knorpel zerstören, was letzlich zu der besagten Schmerzausprägung führt. Die entsprechenden Gelenke sind dann meist gerötet, manchmal auch geschwollen, in ihrer Beweglichkeit deutlich eingeschränkt und schmerzen.

Gichtpatienten empfiehlt man, neben der medikamentösen Therapie (Allopurinol wird da gerne verschrieben) viel zu trinken, die Ausscheidung über die Niere zu fördern und ihre Ernährung möglichst purinarm zu gestalten. Ob das immer gelingt, sei mal dahin gestellt. Ich vermute mal aber, dass man damit doch einiges erreichen kann, sofern es sich nicht um weit fortgeschrittene Gicht handelt. Denn Gichtanfälle können sowohl die Gelenke als auch die Nieren stark in Anspruch nehmen und teils irreversibel zerstören. Werden erstmal die Nieren stark in Anspruch genommen, so kann eine höhere Ausscheidung mittels starken Wasserkonsums nicht mehr erzielt werden und man landet im Teufelskreis. Insofern kann man, wenn man mal beim Hausarzt zur Blutentnahme ist, dieses auch gerne auf Harnsäure untersuchen lassen, sofern es nicht mit Zusatzkosten verbunden ist.

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» getku » Beiträge: 883 » Talkpoints: 11,06 » Auszeichnung für 500 Beiträge



Ein Gichtanfall äußert sich durch starke Schmerzen, die Haut ist gerötet und zudem tritt eine meist stärkere Schwellung auf. Betroffen sind die Zehen oder die Finger, aber es kann auch, wie bereits erwähnt, die Knie oder andere Gelenke betreffen.

Man kann, wenn ein Gichtanfall auftritt, ein Schmerzmittel nehmen, welches man in der Apotheke frei käuflich erwerben kann. Zudem besteht die Möglichkeit, dass der Arzt Medikamente verschreibt, die allerdings extreme Nebenwirkungen haben und man dort einen strikten Plan zur Einnahme hat über die ersten 2-3 Tage nach dem Gichtanfall. Diese Tabletten würde ich wirklich nur im Äußersten Notfall nehmen, da mit den Nebenwirkungen nicht zu spaßen ist.

Wenn der Gichtanfall in den Zehen auftritt, dann können die Betroffenen meistens keine Schuhe anziehen, das Laufen geht schwer bis gar nicht und oft benötigen sie zur Unterstützung einen Gehstock. Kälte soll etwas Schmerzlinderung verschaffen und wenn de betroffene Fuß hochgelagert und ruhig gehalten wird hilft ebenso. Man muss da ein wenig austesten, was einem gut tut, aber man wird bei den Schmerzen automatisch ruhig gestellt, weil man sich kaum mehr bewegen kann.

Was die Umstellung der Ernährung angeht, so bringt diese nicht immer was. Aufgrund eines mir bekannten Falles weiß ich, dass die Umstellung, auch wenn sie konsequent gemacht wird, nicht der alleinige Löser des Problems ist. Da einige mehrere Faktoren für die erhöhte Harnsäure verantwortlich sind, muss man schauen, was man alles ändern kann, um dem eventuell entgegenzuwirken.

Dass man rotes Fleisch meiden soll, steht außer Frage. Dazu kommt aber auch Fisch, Hülsenfrüchte, Wurst, Innereien, und ebenso Frittiertes sollte gemieden werden. Ärzte raten, maximal 100g Fleisch oder Wurst am Tag zu sich zu nehmen, aber selbst wenn man diese Menge regelmäßig unterschreitet, kann es zu einem erneuten Anfall kommen. Sollte man Wurst und Fleisch essen, dann ist es günstiger, Geflügel zu essen und allgemein mageres Fleisch oder Wurst. Auf durchwachsene Steaks sollte verzichtet werden, ebenso wie den Erbseneintopf mit Wiener Würstchen.

Die Schilddrüse spielt bei Gicht ebenso eine Rolle, wie langes Stehen, stundenlanges Tragen von Gummistiefeln (wegen dem feuchten Klima in den Schuhen), aber auch das feucht-nass-kalte Wetter wie wir es jetzt haben, begünstigt einen Gichtanfall, auch wenn das oft nicht bekannt ist oder die Ärzte versuchen, dass unter den Tisch fallen zu lassen. Aber wenn man mit der Ernährung nicht weiter kommt, sind auch die genannten Dinge näher zu betrachten.

Ebenso kann eine Obstreiche Ernährung und der hohe Konsum an Fruchtsäften die Harnsäure ansteigen lassen, denn durch die Fruchtsäure steigt der Pegel ebenso an, wie bei dem Genuss der "falschen" Lebensmittel. Zudem ist Alkohol zu vermeiden und man sollte auch ein wenig auf das Gewicht achten. Aber alles in Allem ist man vor Gicht nie wirklich "sicher", auch wenn man meint, alles richtig zu machen. Zu viele Faktoren spielen da eine Rolle und ich vermute, dass noch längst nicht alle bekannt sind. Und leider ist es eben nicht so einfach zu sagen, dass man mal eben die Ernährung umstellt, und damit ist die Sache erledigt.

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» P-P » Beiträge: 3246 » Talkpoints: 1,58 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



Mein Vater hat auch Gicht und früher hat er immer mal einen Anfall gehabt. Da wusste er aber noch nicht, was das ist. Er hatte dann immer sehr angeschwollene und schmerzende Füße. Diese bekam er dann nicht mal mehr in die Schuhe hinein und musste sich sogar krankschreiben lassen. Beim Arzt wurde es nicht gleich bemerkt, aber irgendwann wurde es dann getestet und dann herausgefunden. Er stellte daraufhin konsequent seine Ernährung um und hatte dann auch bis jetzt keinen Anfall mehr.

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» Ramones » Beiträge: 47758 » Talkpoints: 8,52 » Auszeichnung für 47000 Beiträge


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