Wieso keine Bezahlung bei Organspende?
Ich habe in den letzten Tagen im Radio gehört, dass es immer weniger freiwillige Organspender gibt. Scheinbar haben nur sehr wenige rechtzeitig ein entsprechendes Organ erhalten. Man kann ja nach seinem Tod seine noch intakten Organe spenden. Dafür bekommt man allerdings überhaupt nichts.
Viele spenden regelmäßig Blut oder Plasma. Ich denke einer der Gründe dafür ist die Bezahlung, die man dafür bekommt. Wieso bekommt man beim Abschluss eines solchen Vertrages nicht auch einfach einen bestimmten Betrag oder vergleichbares gut geschrieben? So würde es bestimmt viel mehr Menschen geben, die nach ihrem Tod ihre eigenen Organe spenden würden. Was haltet ihr davon? Würdet ihr euch es nicht dann ebenfalls noch einmal überlegen Organe zu spenden?
In erster Linie ist es wohl eine moralische Frage, oder? Die Organspende ist eine freiwillige Sache, und nur, weil man sich dafür einsetzt, heißt es noch lang nicht, dass man als Organspender auch wirklich in Frage kommt. Nicht jedes Organ ist passend oder kann noch verwertet werden, da es vielleicht doch nicht mehr in Ordnung ist oder es nicht zu dem Patienten, der eine Organspende benötigt, passt. Das muss auch abgeglichen werden und irgendwie, wenn ich ehrlich bin, widert es mich an, dass es Menschen geben soll, die nur aufgrund eines finanziellen Vorteils zu Lebzeiten bereit sind, ein Organ zu spenden.
Für mich ist ein Geschenk oder eine Bezahlung kein Anreiz, um mich als Organspenderin zur Verfügung zu stellen. Ich kann verstehen, wenn man es generell nicht möchte, aber gegen Geld es dann zu wollen, finde ich nicht vertretbar. Ich habe selbst zwar noch keinen Spenderausweis, aber ich habe auch nichts dagegen, wenn ich morgen sterben würde, dass man dann ein noch brauchbares Organ von mir entnimmt und damit einem anderen Menschen vielleicht das Leben retten kann.
Das würde eine ziemliche moralische Katastrophe darstellen. Eine Bezahlung der Organe würde bedeuten, dass Menschen die in finanziellen Schwierigkeiten stecken, nur wegen dem Geld Organe spenden würden und somit sogar ihr eigenes Leben gefährden würden. Man könnte den Gedanken noch weiterführen, denn dann wäre es auch ein Anreiz jemanden zu töten und dessen Organe zu verkaufen. Das würde unserer Gesellschaft überhaupt nicht gut tun. Blut spenden ist ja etwas regeneratives, dir entsteht kein Schaden dabei, bei Organspenden schon.
Ich meinte eigentlich, die Organspende nach dem Tod. Ich glaube nicht, dass jeder Blut spenden geht, um sein Gewissen zu erleichtern. Wenn man beim Abschluss eines Vertrages eine ähnliche Provision erhalten würde, dann würden mit Sicherheit viel mehr Menschen Organe nach ihrem Tod spenden.
Wenn die Provision beim Blut- oder Plasma spenden abgeschafft würde, dann gab es mit Sicherheit ebenfalls viel weniger Menschen, die regelmäßig Blut spenden.
Mir braucht keiner Geld geben, damit ich mir nach meinem Tod ein Organ entnehmen lasse, um damit eventuell das Leben eines anderen Menschen retten zu können. Einen Organspendepass trage ich bereits seit einigen Jahren in meinen Geldbeutel mit mir. Und hier fällt mir doch gleich auf: "Organspendepass im Geldbeutel"
.
Ich denke, dass es mit Sicherheit viel mehr Spender gäbe, sofern sie ihre geliebte Kohle bekommen würden. Würde ich jetzt einen 15-Jährigen fragen, würde er mir antworten, dass er es nur machen würde, wenn er dafür sein iPad 2 kriegt. Auf der anderen Seite würde ich diese Einstellung als absoluten Selbstverkauf interpretieren. Du gibst einen Teil deines Körpers nicht aufgrund eines humanen Zwecks, aufgrund der Tatsache, dass du ein Mensch bist, der sich der Existenz an sich bewusst ist. Nein, du verkaufst dich an das Interesse Weniger, die dich mit Illusionen zuballern und dich selbst erst vom Bewusstsein der menschlichen Existenz entfernen lassen. Anstatt sich also an das Leben selbst zu "verkaufen", etwas zu tun, was doch absolut mit dir selbst in Verbindung steht und nicht mit illusionären Begierden, verkaufst du dich an etwas, was außerhalb von dir ist.
Leider bin ich mir nicht ganz so sicher, inwieweit die Person 15 sein muss, um die Frage so zu beantworten. Ich hoffe, dass man mit zunehmenden Alter eine andere Sicht auf die Dinge bekommt.
Ich weiß gerade nicht, woher das Gerücht kommt, dass man für Blutspenden Geld erhält. Hier finden regelmäßige Blutspenden einer Organisation statt und dort erhält man vielleicht etwas zu trinken und zu essen, aber kein Geld. Und viele Leute, die dort regelmäßig hingehen, machen das eben nicht aus dem Grund, dass sie kostenlos etwas zu essen oder zu trinken erhalten.
Nun weiß ich nicht, wie es in Institutionen aussieht und ich meine, dass für Plasma man durchaus bezahlt werden kann, aber so etwas ist nicht so oft verbreitet. Aber es ist schon merkwürdig, wenn man dafür bezahlt werden sollte, schließlich zahlt der Empfänger einer Blut-, Plasma- oder Organspende auch nicht dafür, dass er so etwas benötigt. Wären wir nicht alle froh, wenn es so weit mal der Fall bei uns sein sollte, dass man kostenlos eine solche Spende erhält?
Bei uns gibt es das gar nicht, dass man für eine Blut - oder Plasmaspende Geld erhält. Ich finde, dass so etwas auch freiwillig getan werden sollte und nicht etwa, weil man eine gewissen Geldbetrag dafür erhält. Früher scheint es das wohl gegeben zu haben, dass man etwas Bargeld dafür bekommen hat. Aber die letzten Jahre habe ich davon nichts mehr gehört.
Eigentlich finde ich auch, dass es eine Selbstverständlichkeit sein sollte, wenn man sich für die Organspende entscheidet, dies eben auch ohne Hintergedanken an eine Bezahlung zu tun. Man selbst hat doch dann eh nichts mehr davon. Man sollte dann doch froh sein, dass man durch seinen Tod noch einem anderen Menschen helfen konnte. Ich denke nicht, dass es ein Anreiz für mehr Organspender wäre, wenn es dafür eine Entlohnung geben würde. Schließlich haben die Spender an sich nichts von dem Geld.
Nur mal zum Anfang: Die ist schon klar, dass du für viele Organspenden tot sein musst, oder? Ob dir Geld da noch so wichtig ist, wage ich fast zu bezweifeln.
Damit bin ich eigentlich auch schon bei meinem zweiten Punkt, der eigentlich schon der erste ist. Zum Zeitpunkt einer Organspende ist man tot. Man benötigt seine Organe also nicht mehr. Für mich gibt es in diesem Fall keinen Grund Geld für Organe zu zahlen, die im anderen Fall verroten würden oder verbrannt werden, was den meisten von uns ja nach dem Tod droht, der hoffentlich friedvoll stattfindet, was mich zu meinem dritten Punkt bringt.
Die Belohnung der Organspende in finanzieller Hinsicht, erhöht die Gefahr von Organraub. Diese Praxis ist, so unschön es sich anhören mag, noch immer auf der Welt verbreitet. Hierbei werden Menschen meist ohne Betäubung aufgeschnitten, ihre Organe werden entnommen und der unfreiwillige Spender wird irgendwo am Straßenrand abgeladen und erliegt seinen Verletzungen. Die "gewonnenen" Organe werden für viel Geld auf dem Schwarzmarkt verkauft.
Es hat also einen guten Grund, dass es keine finanzielle Belohnung für Organspende gibt und geben darf. Trotzdem sollte sich jeder, meiner Meinung nach, verpflichtet fühlen, einen Organspendeausweis auszufüllen. Das erfordert einen Zeitaufwand und kann mit etwas Glück nach dem eigenen Tod viele Menschenleben retten, zumal man selbst auch irgendwann in die Situation kommen könnte, ein lebensrettendes Organ zu benötigen, was aber aufgrund des Organmangels wertvolle Jahre, die man selbst im Krankenhaus verbringt, erfordern kann.
Ich finde auch, dass man seine Organe nach dem Tod aus Überzeugung spenden sollte und nicht weil man einen finanziellen Vorteil zu Lebzeiten daraus ziehen kann. Die Frage die sich mir nach dem Lesen deines Themas stellte, ist wer denn diese Bezahlung deiner Meinung nach vornehmen sollte. Schließlich ist ja heute gar nicht absehbar, was man mit deinen Organen in 50 Jahren oder so, wenn du stirbst Anfangen kann. Vielleicht sind deine Organe zum Zeitpunkt deines Todes gar nicht mehr zu gebrauchen, weil sie nicht mehr einwandfrei funktionieren oder es gibt gerade keinen, der gerade dein Organ braucht.
Ich bin der Meinung, dass es wie es ja jetzt geplant ist einen Aktiven Ausschluss der Organspende geben sollte und nicht wie es bisher ist, dass man sich zur Organspende bekennen muss. Ich kenne sehr viele Menschen, die sagen, dass sie gerne nach dem Tod ihre Organe spenden würden aber keine -zeit haben sich einen Organspendeausweis zu besorgen. So gehen diese Organe dann unter Umständen dem Organmarkt verloren. Anders ist es bei dem neuen System, wo man erst einmal Grundsätzlich Organspende ist zumindest so lange bis man sagt, dass man das nicht möchte.
Ich weiß gerade nicht, woher das Gerücht kommt, dass man für Blutspenden Geld erhält. Hier finden regelmäßige Blutspenden einer Organisation statt und dort erhält man vielleicht etwas zu trinken und zu essen, aber kein Geld.
Das hängt davon ab, wo man spendet. Beim Deutschen Roten Kreuz erhält man kein Geld, sondern vielleicht ein paar Kekse oder ein kleines Dankeschön in Form eines Teddybären. Spendet man hingegen bei Heama (oder so ähnlich), dann bekommt man meines Wissens nach 30 EUR oder mehr dafür.
Diese „Spendenorganisationen“ verkaufen dass Blut wiederum und derjenige, der es benötigt, zahlt ja auch in gewisser Weise dafür, weil die Krankenkasse für die aus dem Blut hergestellten Medikamente oder die Bluttransfusion bezahlen muss.
Einige Freunde von mir haben ab und an nur deswegen gespendet, weil sie das gewissermaßen als Nebenverdienst genutzt haben. Hätten sie kein Geld dafür bekommen, hätten sie kein Blut gespendet, denn sonderlich angenehm ist es ja auch nicht, 30 min an so ein Gerät angestöpselt zu sein.
Ich habe noch nie Blut gespendet, weil ich Angst vor Spritzen und Nadeln habe und es sehr sehr furchtbar fände, da zu sitzen, angestöpselt und mein Blut in einen Beutel laufen zu sehen. Für alle, die mir deswegen ein schlechtes Gewissen machen möchten, habe ich aber auch eine gute Ausrede: Eisenmangel – ich dürfte also vermutlich ohnehin nicht spenden.
Nur mal zum Anfang: Die ist schon klar, dass du für viele Organspenden tot sein musst, oder? Ob dir Geld da noch so wichtig ist, wage ich fast zu bezweifeln.
Es geht ja auch nicht darum, dass das Geld nach erfolgter Transplantation dem Spender aufs Grab gelegt wird, sondern dass er es zu Lebzeiten erhält, wenn er sich zur späteren Spende (nach dem Ableben) bereit erklärt. Also man würde gewissermaßen Geld dafür bekommen, dass man auf dem Spendeausweis „ja“ ankreuzt.
Ich habe keine Organspendeausweis, ich möchte auch keinen haben. Ich möchte nicht immer einen kleinen Ausweis mit mir herumtragen, der mich an meine Sterblichkeit erinnert und ich möchte auch nicht, dass an mir nach meinem Tod irgendwie herumgeschnippelt wird. Selbst wenn es Geld dafür geben würde, dass man sich dazu verpflichtet, würde ich es wohl nicht machen. Na gut, das wäre dann die Frage, wieviel man erhalten würde, aber insofern das keine Summe ist, mit der man sich nahezu zur Ruhe setzen kann, wäre mir der Nachteil (mich mit etwas beschäftigen müssen, mit dem ich mich nicht beschäftigen will und in Kauf nehmen, dass man mich nach meinem Tod aufschneidet – der Gedanke behagt mir wirklich nicht) zu groß.
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