Stress und Muskelaufbau
Bei Stress werden vom Körper Stresshormone ausgeschüttet, die früher den Sinn hatten, den Körper auf Kampf oder Flucht vorzubereiten. Adrenalin und Cortisol gehören zu diesen Hormonen. Cortisol ist so viel ich weiß ein Hormon, welches einen katabolen (muskelabbauenden) Zustand hervorrufen kann.
Reicht die durch Stress hervorgerufene Ausschüttung von Cortisol, um den Körper in einen katabolen Zustand zu versetzen oder handelt es sich hierbei um zu geringe Mengen? Angenommen zwei genetisch gleiche Menschen trainieren und ernähren sich genau gleich, der eine unter Einfluss von Stress, der andere nicht, wird man einen merkbaren Unterschied beim Muskelaufbau der beiden bemerken?
Ich denke, dass der Effekt doch eher minimal ist. Der Körper greift nämlich zu allernächst immer auf Glukosedepots in der Leber zurück, wenn die auch tatsächlich verbraucht ist, kommen die Fettreserven zum Zug. Und erst wenn das Fett verbraucht ist, kommt es zum Muskelabbau. Glukose liefert letztendlich viel mehr Energie als Muskeln. Letztere müssen auch erst durch Enzyme zerlegt werden und das würde auch im "Ernstfall" zu lange dauern, als dass es irgendwie einer Fluchtreaktion dienlich sein könnte.
Indirekt vermag Cortisol aber den Muskelaufbau verhindern denn das Hormon hemmt unter Umständen die Bildung von Testosteron. Auf einem anderen Blatt wiederum steht geschrieben, inwieweit der Körper einen überhaupt mit Cortisol zuballert, wenn man ernsthaftes Training betreibt, denn während des Sports wird genau das Stresshormon abgebaut (negative Rückkopplung). Auch aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass ich nach richtigem Training sowohl kurzfristig, als auch längerfristig vermehrt einen Stressresistenz verspüre.
Ich kann jetzt zwar keine wissenschaftlichen Studien liefern, aber soweit ich weiß konnte nachgewiesen werden, dass Stress den Muskelaufbau signifikant hemmt: Allerdings sind damit eher dauerhafte Stresszustände gemeint, nicht die tägliche, morgendliche Cortisonausschüttung des Körpers. Wer also ständig gestresst ist - damit sind ja auch weitaus andere Symptome mit verbunden -, wird nicht so schnell Muskeln aufbauen, wie er es im Normalfall könnte. Sicherlich wird er auch Erfolge verzeichnen können, aber die Dauer wird sich unter Umständen verlängern.
Andererseits wäre es aber auch interessant zu wissen, ob es überhaupt zum Muskelwachstum kommt: Es sei an das Krankheitsbild des Cushing-Syndroms hingewiesen, bei dem Muskelatrophien beschrieben sind und auch auftreten. Ich könnte mir gut vorstellen, dass die Konzentration letzlich das "Gift" ausmacht. Stressbedingte, hohe Spiegeln, die eine Art Dauerzustand sind, könnten unter Umständen zum selbigen führen, müssen aber nicht. Feststeht jedoch: Stress und Schlaflosigkeit hemmen den Muskelaufbau. ![]()
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