Gesundheits-Ratgeberseiten: Fluch oder Segen?

vom 25.12.2011, 01:20 Uhr

Wenn man ein Wehwehchen hat geht man nicht immer zum Arzt. Im Internetzeitalter braucht man nur die Beschwerden eingeben und schon weiß man was man hat oder auch nicht. Viele glauben das und haben Angst sich die Diagnose bestätigen zu lassen oder gehen in die Apotheke und stopfen sich mit rezeptfreien Medikamenten voll.

Sind diese Gesundheits-Ratgeberseiten eher ein Fluch oder ein Segen? Werden dadurch nicht sehr viele Krankheiten nicht ernst genommen oder vielleicht sogar zu ernst genommen? Kann man wirklich durch solche Seiten erfahren was einem fehlt? Denkt ihr, dass diese Seiten gut sind und auch mal einen Arzt ersetzen können? Geht ihr eher zum Arzt oder schaut ihr eher ins Internet, wenn ihr Beschwerden habt? Doktert ihr dann auch schon mal selber an euch rum und nehmt die Tipps im Internet an?

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» MissMarple » Beiträge: 6786 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 6000 Beiträge



Es kommt immer darauf an, wozu man diese Ratgeber-Seiten nutzt. Ich surfe auch manchmal auf solchen Seiten herum, um mir Tipps zu holen, wie ich mit meinen Allergien umgehen soll. Diese Tipps bekomme ich an sich selten vom Arzt und ich fahre an sich gut damit. Außer es sind Tipps mit medikamentösen Anwendungen, das kläre ich prinzipiell mit meinem Arzt ab, damit ich mir nicht noch mehr schade.

Also ich denke, dass diese Seiten gerade für Menschen, die eine Krankheit recherchieren und ausgerechnet eine mit den passenden Symptomen finden, gefährlich sein können. Weil alleine anhand irgendwelcher Symptomen kann man keine Selbstdiagnose stellen, weil es die verschiedensten Krankheitsbilder gibt und man eine Erkrankung zuerst mit einem Arzt abklären sollte und nicht irgendwelche Selbstversuche eingehen sollte.

Wenn man jedoch weiß worunter man leidet, dann kann man gezielt recherchieren und gegebenenfalls auch eine Besserung erzielen, besonders wenn man sich auf solchen Seiten auch mit anderen Erkrankten austauschen kann. Aber selbst herumdoktern, ohne Abklärung mit dem Arzt, wäre mir persönlich zu riskant. Meistens suche ich eh nur Atemtipps oder sonstige Übungen, die bei mir Besserung mit sich bringen können.

» Wibbeldribbel » Beiträge: 12618 » Talkpoints: 5,12 » Auszeichnung für 12000 Beiträge


Solche Ratgeberseiten können helfen und sie können genauso schaden. Helfen können sie, wenn man sich Anregungen holt. Aber man sollte sich deswegen noch lange nicht selber therapieren. Hat man die Diagnose erhalten, dann kann man sich da auch Tipps und Anregungen holen. Außerdem kann man sich mit anderen Betroffenen gut austauschen, was doch recht vielen hilft. Mir hat mal jemand erzählt, dass es ihm sehr geholfen hat. Die Tochter hat sehr jung die Diagnose Diabetes mellitus Typ 1 erhalten und da hat er sich ein bisschen informiert - zusätzlich zu den Tipps des Arztes und der Diabetesschwester. Er sagte mir, dass es ihm gut getan hat, dass er und sein Kind damit nicht allein sind. Außerdem bekommt man eben auch Tipps, die einem kein Arzt geben kann, der nicht selbst die Krankheit hat.

Sicherlich können sie aber auch recht gefährlich werden, diese Seiten. Viele Leute googlen dann ja mal direkt nach ihren Symptomen und kommen dann auf solche Seiten. Dann gibts direkt auch noch Vorschläge, was man tun kann. Es gibt genug Menschen, die dann direkt in die Apotheke laufen und sich das Zeug selber holen ohne zu wissen,ob sie diese Krankheit überhaupt haben und ob das wirklich das Mittel ist, was ihnen hilft. Und wer sich allgemein schon einmal mit Schmerzmitteln befasst hat der weiß auch, dass da eine Selbsttherapie sehr gefährlich werden kann und sogar zur Abhängigkeit führen kann. Von den Nebenwirkungen mal ganz abgesehen.

Außerdem meinen dann viele, dass sie es ja dann nicht mehr nötig haben zum Arzt zu gehen. Die meisten Ärzte sehen solche Ratgeberseiten deswegen sehr kritisch und ich kann ihnen da wirklich nur Recht geben. Denn schließlich sind sie es, die den Schaden dann wieder ausbügeln müssen. Wären die Patienten hingegen gleich zum Arzt gekommen, dann wäre es meistens mit der richtigen Therapie schon gegessen gewesen. So muss man zu der Krankheit selbst noch die Nebenwirkungen der Maßnahmen bereinigen.

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» winny2311 » Beiträge: 15159 » Talkpoints: 4,91 » Auszeichnung für 15000 Beiträge



Es kommt darauf an um was es sich handelt und wie man damit umgeht. Natürlich sollte so eine Seite den Arzt nicht ersetzen, gerade nicht bei ernst zu nehmenden Krankheiten. Aber wenn man schon weiß was man hat, kann man sich tatsächlich nützliche Tipps holen, um vielleicht seine Beschwerden zu lindern oder die schulmedizinische Behandlung zu unterstützen.

Wenn ich bei mir etwas feststelle, dann schaue ich auch häufig erstmal im Internet. Aber ich bin ohnehin regelmäßig bei meinem Hausarzt zu Gast und kann das dann auch persönlich anbringen, deshalb sehe ich das bei mir zumindest nicht so kritisch. Ich finde es aber gefährlich, das Internet als Ersatz für eine richtige Diagnose zu sehen, denn es gibt viele Symptome, die für alles mögliche stehen können und entweder macht man sich unnötig verrückt oder man verharmlost etwas, was vielleicht am Ende gefährlich werden kann.

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» Vampirin » Beiträge: 5979 » Talkpoints: 30,32 » Auszeichnung für 5000 Beiträge



Ich denke auch, dass es darauf ankommt, wofür man eine solche Seite nutzt. Wenn es darum geht, neue oder bessere Behandlungsmethoden für eine ärztlich diagnostizierte Erkrankung zu erfahren, finde ich diese Seiten gar nicht so schlecht. Dadurch kann man ganz gut erfahren, was anderen Menschen mit der gleichen Krankheit geholfen hat. Die Ärzte haben ja heute nicht mehr die Zeit, den Patienten ausführlich zu erklären, was sie alles zur Linderung unternehmen können. Außerdem bekommt man bei einer solchen Seite auch mit, dass man nicht alleine ist mit der Krankheit und noch andere Menschen die gleichen Probleme haben.

Wenn solche Seiten aber dazu genutzt werden, mit Eingabe der Symptome herauszufinden, welche Krankheit oder Verletzung man hat, finde ich es eher bedenklich. Wenn man für sich selber dann eine falsche Diagnose stellt und dann dementsprechend mit einer falschen Behandlung beginnt, kann das den Heilungsverlauf schon beeinträchtigen. Ich gebe zu, dass ich auch schon mal im Internet schaue, was meine Symptome bedeuten könnten. Allerdings habe ich auch schon ein gewisses medizinisches Grundwissen, ohne das ich solche Seiten nicht empfehlen würde, weil ich finde, dass es eher verunsichert als hilft.

» Barbara Ann » Beiträge: 28946 » Talkpoints: 58,66 » Auszeichnung für 28000 Beiträge


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