Was sind die Kennzeichen einer Karrierefrau von Heute?

vom 30.10.2011, 21:19 Uhr

Wer kennt diese Sprüche nicht: „Erst einmal Karriere machen und dann erst kommt die Familienplanung“. Nur macht ja gerade der Begriff Karriere im Laufe der Jahrzehnte einen großen und nicht zu übersehenden Wandel durch. Galt vielleicht noch in den 70´ern ein Berufsabschluss für eine Frau als Karrieresprung, verschieben sich
die Maßstäbe für eine „anerkannte Karriere“ permanent. Woran würdet ihr die Karrierefrau von Heute festmachen?
Wie schätzt ihr die realistischen Karrierechancen von Frauen ein und findet ihr eine derartige Lebensausrichtung überhaupt noch erstrebenswert?

» baerbel » Beiträge: 1374 » Talkpoints: 454,20 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Ich assoziere eine Karrierefrau mit einer Frau, die sich für den Job und gegen die Familienplanung entschlossen hat. Das Alter spielt für mich hier aber dennoch eine entscheidende Rolle: Während eine Frau, die sich Mitte Zwanzig oder Ende der Zwanziger befindet, in meinen Augen keine Karrierefrau darstellt, nur weil sie vielleicht viel Arbeiten geht und keine Kinder hat, jedoch finde ich solch eine Einstellung ab Mitte Dreißig Jährigen gegenteilig: Die Frau stellt für mich eine Karrierefrau dar. Auch ist für mich eine Karrierefrau, bei der sich schon in frühen Jahren kristallisiert: Arbeit geht vor und bitte möglichst viel davon. Dann ist auch schon eine Mitte Zwanzigjährige für mich eine Karrierefrau. Hier kommt es bei mir sehr auf die individuelle Einstellung ab.

Manche Frau wollen wirklich keine Kinder und wollen diese wenn überhaupt sehr spät. Sie wollen was erreicht haben, bevor sie zu Hause die Tage verbringen. Wenn sich eine Frau für Kinder und Beruf entscheidet, dann ist sie für mich keine Karrierefrau, auch wenn sie viel arbeiten sollte. Sobald bei ihr die Einstellung und das Empfinden vorhanden ist, dass die Familie über dem Beruf steht. Ich denke, dass das Wort Karrieremensch auf jeden zutrifft, egal ob männlicher oder weiblicher Natur. Es kommt für mich wie gesagt sehr auf die eigentlichen Interessen an. Ich bin im Übrigen weiblich und kann von mir wohl behaupten, dass ich erstmal noch ohne Kinder und viel Verantwortung dastehen möchte und mich in meinem Beruf noch etwas austoben möchte.

Wenn dann die Kinderplanung ansteht, würde ich gerne nur halbtags arbeiten, um etwas abzuschalten und die Kombi Kinder, Haushalt, Beruf und eigene Lebensentfaltung noch zeitlich unter einem Hut zu bekommen. Bei meinem Beruf habe ich etwas Glück, den ich kann bei diesem auch meinen Spaß haben und kann diese Zeit auch schätzen.

» Humpen2020 » Beiträge: 356 » Talkpoints: 0,63 » Auszeichnung für 100 Beiträge


Eine Karriere Frau ist für mich eine Frau, die einen hohen Bildungsabschluss anstrebt und dann einen Beruf ausübt, bei dem sie sich immer wieder hoch arbeiten kann. Familie steht für sie im Hintergrund und Luxusgüter wie Kleidung und Schuhe sind für sie ein Muss. Ich denke genauso, ich möchte erst einmal einen vernünftigen Job finden, mich hoch arbeiten und stets immer weiter bilden. Kinder kommen für mich, wenn überhaupt erst spät in Frage, erst einmal möchte ich mich beruflich und privat ausleben und für das Alter vorsorgen. Denn sonst kann man ihnen sowieso nichts bieten.

» Jenna87w » Beiträge: 2149 » Talkpoints: 0,47 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Ich würde auch soweit gehen und sagen, dass eine Karierrefrau sich eben wirklich für die Karriere entschieden hat und das für sie an oberster Stelle steht. Ich bin schon der Meinung, dass eine solche Frau durchaus Kinder haben kann, jedoch wäre das in dem Falle dann nicht optimal, weil diese dann mit Sicherheit zu kurz kämen. Sicherlich lassen sich Kind und Karriere in manchen Berufen schon vereinbaren, aber da braucht man sicherlich entsprechende finanzielle Mittel oder anderweitig große Unterstützung, denn wenn man beruflich wirklich sehr stark eingebunden ist, schafft man das so ohne weiteres nicht.

Ein hoher Bildungsgrad und entsprechende Abschlüsse gehören in meinen Augen schon dazu, wobei es sicherlich auch hier Ausnahmen gibt. Denn wenn man sehr fleißig ist und gut in dem was man tut, dann kann man auch Karriere machen ohne Akademiker zu sein. Insofern würde ich das nur ungern in eine Schublade stecken, wobei das klassische Bild einer Karrierefrau sicherlich eher so aussieht, dass sie Akademikerin ist. Ich gehe dann auch stark davon aus, dass alles neben dem Beruf einfach zu kurz kommt: Hobbys, Freunde, Privatleben. Irgendwie hat der Tag ja nur 24 Stunden und wenn man 18 davon arbeitet, dann bleibt einfach nicht mehr viel Zeit.

Außerdem spielt auch der finanzielle Aspekt eine Rolle. Es mag solche Frauen geben, da steht wirklich der Beruf als solcher im Vordergrund und sie haben sich dafür entschieden, weil sie lieben, was sie da tun. Und bei anderen spielt sicherlich der Luxus und finanzielle Anreiz eine Rolle. Wenn man nur arbeitet und kaum Zeit hat etwas auszugeben, kommt sicherlich einiges zusammen und wenn einem Geld wichtig ist, ist das sicherlich einfach ein Anreiz dafür, sich für die Karriere zu entscheiden und immer weiter kommen zu wollen.

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» winny2311 » Beiträge: 14909 » Talkpoints: -0,33 » Auszeichnung für 14000 Beiträge



Ich kann mich den anderen nur anschließen. Auch für mich ist eine Karrierefrau keine Frau, die nur einen Abschluss, eine Lehre oder ähnliches geschafft hat. Als Karrierefrau bezeichne ich jene, die auch wirklich eine Karriere anstreben. Die also alles dafür geben um in ihrem Job erfolgreich zu sein. Dass die Familienplanung da auf der Strecke bleibt ist klar. Ich kenne auch keine Karrierefrau, die Kinder haben möchte, denn diese hindern sie ihr Ziel weiterhin zu verfolgen. Es ist nun mal so, dass man sich, wenn man zu den Besten gehören will, keine langen Babypausen erlauben kann. Wer sich für Kinder entscheidet weiß, dass diese mal krank werden und natürlich möchte man mit ihnen auch mal die Zeit genießen. Vor allen die Schulferien. Das wird mit einem Job, der von einem alles fordert, nicht funktionieren.

Leider erlebe ich auch immer wieder, dass gerade Männer den Begriff Karrierefrau als etwas negatives benutzen. Das ist so wie mit dem Begriff "Mannsweib", nur weil Frau etwas von Technik versteht, selber heimwerkelt oder bei "Männerthemen" mitsprechen kann. Oft sind das Männer, die einfach Angst vor starken und intelligenten Frauen haben. Einige können es auch einfach nicht ertragen, dass eine Frau (schon gar nicht die eigene) mehr erreicht hat als sie. Es gibt auch einige Machos, die sogar mit weiblichen Vorgesetzten Probleme haben. Und auch die Frage von dir, ob so etwas wie eine Karriere überhaupt erstrebenswert ist, kann man nur damit beantworten, dass es auf die jeweiligen Frau ankommt. Viele meinen, dass deren Leben nur durch Kinder erfüllt ist. Andere können sich das für sich nicht vorstellen, weil sie einfach gefordert werden müssen und Daheim eingehen würden.

Ich finde es schon erstrebenswert alles was man erreichen kann oder erreichen möchte auch anzustreben. Warum sollte man seine Stärken nicht nutzen und sich hoch arbeiten statt Daheim zu hocken und seine Familie zu bedienen? Eine Familie kann man hinterher auch noch gründen. Wobei ich da ehrlich dazu sagen muss, dass es dann schon etwas vergeudet ist. Denn man geht einen langen Weg um sein Ziel zu erreichen und schießt sich dann evtl mit der Familienplanung selber ins Aus. Aber das muss jeder für sich entscheiden. Ich würde mich, wenn ich mein Ziel erreicht hätte, nicht mehr für Kinder entscheiden sondern meinen Posten halten wollen. Ich glaube auch, dass die Wenigsten, die vorher ständig unter Strom stand und die Verantwortung für einen ganzen Betrieb getragen haben, mit Kind und Haushalt allein glücklich werden könnten.

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» Sonty » Beiträge: 2006 » Talkpoints: 21,17 » Auszeichnung für 2000 Beiträge


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