Warum ist Kosmetik und Medizin so teuer?
Ich habe neulich beim Arzt in der Zeitung gelesen, dass die Herstellungskosten für Kosmetik und Medizin im Centbereich liegen. Selbst die Verpackung sind Centartikel. Normalerweise dürfte eine Nachtcreme bei einer Gewinnspanne von 100 % nicht mal ein Euro kosten und wenn man dann sieht, dass eben einige Leute von der Herstellung bis zum Verkauf daran verdienen, dürfte es dennoch nicht mehr als 5 Euro kosten.
Medikamente und Kosmetik haben die höchste Gewinnspanne wurde im dem Artikel geschrieben. Angeblich, weil die Leute teure Kosmetik besser finden und auf teure Medikamente schwören. Tabletten, die nur 1 Euro kosten würden, würde keiner haben wollen, weil was billig ist nicht helfen kann.
Denkt ihr, dass deswegen Kosmetik und Medikamente so teuer sind, weil die Leute wirklich denken, dass nur teure Sachen wirklich helfen können? Würdet ihr auch Billigcremes und Billigmedikamente kaufen oder denkt ihr, was teuer ist ist auch gut?
Kosmetika und Medizin sind ja nun zwei völlig verschiedene Produkte. Medizin weist als Produkt die Besonderheit auf, dass sie eine geprüfte Wirkung hat. Bei Kosmetika hilft nur der Glaube an eine Wirkung. Hier hilft viel emotionale Werbung.
Weil man als Verbraucher bei medizinischen Produkten weiß, dass es da kaum Wirkungsunterschiede zwischen "Billigmedikament" und Original gibt, greifen vermutlich viele hemmungslos auf die Generika zurück, wen es sie denn gibt. So geht es mir auch, allerdings ist die Menge der Mittelchen, die ich überhaupt je im Leben genommen habe, recht überschaubar. Bisher bin ich so gut gefahren.
Was Kosmetik angeht, traue ich dem Zeug ohnehin nicht viel Wirkung zu. Jedenfalls hat meine Frau immer noch ihre Fältchen und ich mag sie trotzdem oder deswegen. Männer nutzen ohnehin kaum Kosmetik und ich gebe mich auch mit einer simplen Eigenmarkentagescreme von dm zufrieden. Es sollte halt angenehm riechen, sich angenehm anfühlen und vertragen werden. Und das ist auch das, was meine Frau sagt: Hauptsache ist, sie verträgt das Zeug gut. Dafür muss die Creme nicht 49 Euro kosten.
Markenhersteller verkaufen natürlich so teuer, wie es die Kunden kaufen. Und solange sich Menschen finden, die für 50 ml Creme 99 € bezahlen, solange wird das Zeug auch verkauft. Frauen sind nun mal anscheinend leichtgläubig oder lassen sich halt gerne wissentlich veräppeln und auch wenn sie es nicht gerne zugeben, viele leiden enorm unter ihren Problemzönchen. Früher haben sie dem Schlangengiftverkäufer jedes Wort von den Lippen abgelesen und heute glauben sie der Werbung, die das Blaue vom Himmel herunter verspricht. Was will man machen?
Du kannst nicht pauschalisieren, dass ein Produkt billig sein sollte, nur weil die Herstellungskosten niedrig sind. Kosmetik besteht aus natürlichen Ölen und hergestellten Stoffen. Dass diese eine 50ml Dose Creme nicht teuer machen, ist klar. Auch die Pappverpackung kostet so gut wie nichts. Das teure ist die Forschung dahinter.
Jeder einzelne Stoff muss analysiert und getestet werden, einzeln und zusammen. Auf Hautverträglichkeit, auf Wirkung und auf Gesundheitsunbedenklich. Bis diese Schritte bei oft mehr 30 oder 40 Zutaten und Stoffen vollzogen sind, im Labor für viel Geld wissenschaftlich bestätigt, verändert, verbessert oder wieder herausgenommen werden, vergeht viel Zeit und all dies kostet Geld. Dieses Geld muss ebenso wieder reinkommen wie das Geld der Mitarbeiter, der Abgaben, den Kosten die eine Firma eben so mit sich bringt.
Du kannst also nicht einfach sagen: "Die Bestandteile dieser Creme kosten 67 Cent, die Verpackung 7 Cent und der Transport anteilig 11 Cent, ich zahle also nicht mehr als 85 Cent dafür. Du musst die Tausende bis Miliionen Euro der Forschung also noch auf die Cremes verteilen. Natürlich wird viel Geld daran verdient, aber ganz so viel ist es dann doch nicht. Schonmal überlegt warum Du ein Iphone im Laden nicht für 67 Euro kaufen kannst? ![]()
Bei der Medikamentenherstellung gibt es eine lange Vorlaufzeit bis zum fertigen Produkt. Das schließt ein die Forschung, Entwicklung, Präklinische Prüfung und Klinische Prüfung. Das alles kostet sehr viel Geld. Misserfolge und Erfolge lösen sich ab. Bis zur Zulassung des Medikamentes können Jahre vergehen.
Von den Herstellerfirmen der Kosmetik werden oft eigenständige Test-Institute beauftragt, die Verträglichkeit neuer Produkte zu testen. Diese Hautforschungsinstitute überprüfen auch die Wirksamkeit neuer Produkte. Teilnehmer für kosmetische Studien werden immer gesucht.
Klar, dass sowohl die Pharmafirmen, als auch die Kosmetikhersteller den gesamten finanziellen Aufwand wieder hereinholen wollen und dazu noch einen saftigen Gewinn erzielen. Damit geht deine Rechnung nicht auf. Es geht nicht um billigere oder teure Produkte. Es geht um den Inhalt, die Zutaten und damit um deren Wirkung.
Bei den Medikamenten bezahlt man sehr viel für die Forschungsarbeit, welche zuerst einmal geleistet werden musste, damit das Medikament überhaupt auf den Markt kommt. Zuerst wird der Wirkstoff erforscht, dann wird das Medikament hergestellt, von verschiedenen Instituten, Labors, etc. getestet und eventuell noch verbessert. Falls das Medikament noch einmal verbessert wird, muss es natürlich wieder auf Verträglichkeit, Wirkung und eventuelle Nebenwirkungen getestet werden und solche Laboranalysen sind sehr teuer. Auch bezahlt man natürlich auch die Gewinnspanne, welche der Hersteller des Medikaments bestimmt mit.
Bei den Kosmetikprodukten ist meist die Gewinnspanne sehr hoch. In der Kosmetik wird nicht so viel analysiert wie in der Medizin, allerdings werden dort auch verschiedene Analysen gemacht und auch dermatologische Tests. Trotzdem ist die Forschung, Entwicklung und Analyse bei Kosmetikprodukten nicht so teuer wie bei der Medizin. Hier ist die Gewinnspanne relativ hoch angesetzt und daher bezahlt man relativ viel.
Ich kann mir schon vorstellen, dass die Gewinnspanne bei diesen beiden Produktgruppen sehr hoch ist, wenn man die reinen Herstellungskosten zugrunde legt. Allerdings ist es damit ja zumindest bei den Medikamenten nicht getan. Es dauert gerade im Bereich der Medikamente oft Jahrzehnte von der Forschung bis zum fertigen Medikament. Diese Zeit und auch die Kosten, die die Forschung verschlungen hat, werden versucht, durch den Preis des Medikaments wieder herein zu holen. Das ist mit ein Grund, warum die Medikamente, die neu auf den Markt kommen, so teuer sind.
Außerdem müssen die Erfinderfirmen der Medikamente auch einkalkulieren, dass sie nur eine begrenzte Zeit dieses Medikament alleine vertreiben dürfen. Sobald dieser Wirkstoff freigegeben ist und auch Generika hergestellt werden dürfen, hat die Firma, die diesen Wirkstoff quasi erfunden oder gefunden hat, schlechte Karten, weil Ärzte oft nur die Generika verordnen und die Krankenkassen das teure Originalpräparat meist auch nicht mehr bezahlen. In dieser Zeit müssen die Kosten des Medikaments irgendwie wieder herein geholt werden.
Bei Kosmetika ist es auch so, dass natürlich die Hautverträglichkeit vorab getestet werden muss, allerdings schätze ich schon, dass hier die Gewinnspanne sehr hoch ist, wenn man sich mal die Inhaltsstoffe von den Cremes ansieht, die meist sehr günstig sind. Hier kann ich mir schon vorstellen, dass die Konsumenten davon ausgehen, dass eine teure Creme auch besser ist. Allerdings kann der Schuss für die Firmen auch nach hinten losgehen, wenn die Verbraucher merken, dass die Creme trotz des hohen Preises nicht die gewünschte Wirkung erzielt.
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