Kinder müssen auch so lange auf einen Facharzttermin warten

vom 21.09.2011, 15:23 Uhr

Wenn's um die Gesundheit meiner Kinder geht, dann hört der Spaß bei mir auf. Vor wenigen Tagen waren wir zur Vorschuluntersuchung und die dort ansässige Kinderärztin meinte das sie was am Herzen meiner Tochter gehört hat. Sie riet mir nochmals zum Kinderarzt zu gehen und es dort nochmal überprüfen zu lassen. Dieser hörte auch was, war sich aber nicht ganz sicher und überwies mich zu einem Facharzt. Bei diesem rief ich auch gleich an und bekam erst ein Termin in 3 Monaten, früher ging es nicht laut Schwestern Aussage.

Ich kann absolut nicht verstehen, das man noch nichteinmal für seine Kinder einen Termin bekommt und alles immer Monatelang herraus gezögert wird. Was ist wenn es was ernstes ist, und was jetzt noch behandelbar wäre. Ich verstehe es einfach nicht mehr. Wie denkt ihr darüber? Geht das Gesundheitssystem samt Ärzten unter?

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» alkalie1 » Beiträge: 5526 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 5000 Beiträge



Ich würde vielleicht einfach mal in die Kinderklinik gehen und mich da erkundigen. Unter Umständen kann man die Untersuchung da auch schon beschleunigen. Das problematische ist einfach, dass wenn es wirklich ein gravierendes Problem sein sollte, jeder Tag zählt. Und das kann man ja meist nur durch eine Untersuchung heraus bekommen. Gerade wenn es das Herz betrifft wäre ich da sehr hinterher.

Zur Not würde ich persönlich auch verschiedene Ärzte anrufen und mich nach einem Termin erkundigen. Vielleicht auch etwas außerhalb meines Wohngebietes oder meiner Stadt. Manchmal hat man da ja mehr Glück. Mein Tipp ist aber wirklich, dass du dich mal in der Kinderklinik erkundigst.

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» winny2311 » Beiträge: 15159 » Talkpoints: 4,91 » Auszeichnung für 15000 Beiträge


Auch Fachärzte sind nun mal gut ausgebucht, gerade, wenn sie sich auf Kinder spezialisiert haben und dazu auch noch sehr gut sind. Hast Du bei einem Kardiologen angerufen oder wo genau? Vielleicht befolgst Du einfach mal Winny's Hinweis und versteifst Dich nicht nur auf einen Arzt. Gerade, wenn es etwas ernstes ist, gerade bei einem Herzproblem lässt darauf schließen, sollte man da keine Mühen scheuen.

Ansonsten bitte Deinen Arzt doch um einen Anruf bei seinem Kollegen. Der kann manchmal mehr etwas bewirken, als es eben der Patient an sich tun kann. Auch das Einschalten der Krankenkasse kann etwas bewirken und sie kann dafür sorgen, dass Ihr zeitnaher einen Termin erhaltet.

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» *steph* » Beiträge: 18439 » Talkpoints: 38,79 » Auszeichnung für 18000 Beiträge



Das mit den Ärzten ist so eine Sache. Es gibt ja Leute die wegen jedem "Scheiß" zum Arzt rennen. Vielleicht sagt jetzt manch einer, ja aber ich muss ja schließlich sicher gehen, dass bei mir alles in Ordnung ist und wenn ich dann einen kleinen Schmerz im Rücken spüre könnte ich ja schließlich einen Bandscheibenvorfall haben! Solche Leute verurteile ich nicht, aber ich hasse sie wie die Pest! Denn wegen solchen Leuten sind die Ärzte dann so ausgebucht und haben erst in 3 Monaten einen Termin frei!

Selbst Ich musste 3 Monate warten! Ihr werdet euch natürlich jetzt fragen, denkt der er wäre was besseres? Nein, aber ich hatte etwas am Knie, dass irreparable Schäden verursachte und jeder Schritt hat ihm geschadet. Was es genau war wusste ich nicht, aber der Hausarzt sagte, dass das Ganze schnell operiert werden müsse, da ich sonst wenn ich Pech hätte dauerhafte Schmerzen am Knie habe. Was war das Ende von dem Lied? Wenn ich jetzt mit voller Kraft springe, schmerzt mein Knie höllisch. Ich hoffe, dass das nicht soweit bei deiner Tochter kommt, da Sie ja anscheinend etwas am Herz hat. Vielleicht ist es nicht schlimm, vielleicht aber doch "so" schlimm, dass man schnellstmöglich etwas unternehmen sollte!

Aber dagegen kannst du nichts tun, das fängt ja schon beim Hausarzt an. Ich saß da ohne Termin, da es mir von jetzt auf nachher richtig schlecht ging, mir war total schlecht und ich hatte Hals und Kopfschmerzen wie ich sie noch nie hatte. Das Wartezimmer war voll und ich konnte natürlich erst einmal warten. Nach 1 Stunde wurde ich langsam etwas gereizt, da wirklich jeder der die Praxis betrat ein grinsen auf dem Gesicht hatte und ich nicht wirklich begreifen konnte, dass jeder von diesen Patienten vor mir dran kam, obwohl ich kurz davor war umzukippen! Ja der Arzt fand heraus, dass ich einen ansteckenden Virus hatte und dass ich vielleicht so manchem im Wartezimmer angesteckt hätte! Ich konnte mir in dem Moment ein grinsen nicht vermeiden.Wenn man mich wirklich gleich untersucht hätte, wäre nicht nur mir sofort geholfen gewesen, wer weiß, vielleicht hätte ich so manchen nicht mit einem Virus angesteckt, dass Migräne artige Anfälle verursacht, die den Kreislauf zum kollabieren bringen! :lol:

Ich kann dir nur raten, mach dem Arzt druck oder versuch es bei einem anderen Facharzt. Er muss ja nicht unbedingt für Kinder ausgelegt sein, denn ein normaler Facharzt kann dir auch sagen, dass dein Kind irgendetwas am Herz hat und kann dir wahrscheinlich, wenn es nicht irgendeine Kinderkrankheit ist, genau so gut weiterhelfen!

» hecki2905 » Beiträge: 44 » Talkpoints: 27,51 »



Ich habe selbst Kinder, aber ich verstehe jetzt nicht, warum man Kinder bevorzugt behandeln sollte. Mit welchem Recht sollten sie einen früheren Termin bekommen als ich selbst oder die Oma aus dem Nachbarhaus? Wenn dir die Terminvergabe bei diesem Arzt zu lang ist, dann rufe woanders an. Sobald du einen früheren Termin in einer Praxis bekommen hast, kannst du den jetzt gemachten Termin noch absagen.

Ansonsten halt den Kinderarzt bitten, ob dieser einen früheren Termin bekommen kann. Aber da es insgesamt schon zu wenige Fachärzte gibt und dann noch weniger, welche sich auch auf die Behandlung von Kindern spezialisiert haben, bist du mit einer solchen Wartezeit noch recht gut dran.

» Punktedieb » Beiträge: 17970 » Talkpoints: 16,03 » Auszeichnung für 17000 Beiträge


Ganz klar geht unser Gesundheitssystem unter. In Deutschland noch im verborgenen. Hier in Österreich wird es schon öffentlich gelebt. Das soll heißen, dass es hier ganz klar viel mehr Ärzte gibt, die nur Privatpatienten nehmen. Auch in den Krankenhäusern hängen großen Plakate, wo die Vorteile der Privatpatienten aufgelistet werden.

Deswegen habe ich dafür auch eine Zusatzversicherung für meinen kleinen Rabauken abgeschlossen. Ist nicht ganz billig, aber das ist es mir wert. Für uns Erwachsene kann ich es mir noch nicht leisten, aber zukünftig werden wir uns auch privat versichern. Aber dass man keinen Unterschied macht, zwischen Kind und Erwachsenen macht, ist auch hier so. Beide werden gleich "schlecht" behandelt bei den Kassenärzten. Hier habe ich ohne die Versicherung sogar ewig auf einen Termin beim Kinderarzt gewartet.

» Naffi » Beiträge: 948 » Talkpoints: -1,22 » Auszeichnung für 500 Beiträge


@Punktedieb: Ich finde schon, dass man in der Pädiatrie die Patienten bevorzugen sollte. Erstmal sind Kinder unsere Zukunft und ein zu spät behandelter Herzfehler kann bei Kindern schon fatal sein. Wenn er bei rechtzeitiger Behandlung komplett ausheilen kann, ist es bei zu später Behandlung oft zu spät und kann nur mit einer Operation behandelt werden. Außerdem sagen Kinder nicht immer, wenn es ihnen weh tut.

Wir Erwachsene können sagen, wenn einem die linke Seite schmerzt. Ein Kind würde das nicht als Schmerz empfinden. Es gibt Kinder, die nicht sagen, wenn sie Schmerzen haben und wenn bei einer Vorsorgeuntersuchung etwas festgestellt wird, dann sollte auch schnell gehandelt werden können. Denn die Vorsorgeuntersuchungen sind ja nicht umsonst zu einem bestimmten Alter von den Kindern.

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» Diamante » Beiträge: 41749 » Talkpoints: -4,74 » Auszeichnung für 41000 Beiträge



Ich wurde vor Jahren mit einem auffälligem Entlassungs-- EKG entlassen. Im Arztbrief an meine Hausärztin wurde darauf hingewiesen, die dann umgehend ein weiteres EKG bei mir machte. Das gefiel ihr wohl nicht und sie sagte mir, ich müsste deswegen zum Kardiologen. Ich rief dann dort an, schilderte die Sachlage und bekam einen Termin. Der Termin war aber auch erst in Wochen. Daraufhin fragte ich bei meiner Hausärztin noch mal nach, weil irgendwie schien es ja supereilig zu sein. Die meinte dann, sie will das einfach nur abklären lassen und so eilig sei es nicht.

Wenn am Herz das Kindes was gewesen wäre, was zu sofortigen Reaktionen geneigt hätte, dann hätte die Ärztin bei der Vorschuluntersuchung schon mehr gemacht, als das Kind mit einem, dass sollte mal der Kinderarzt ansehen, weg zu schicken. Auch der Kinderarzt will das ja scheinbar nur mal abklären lassen. Wenn es wirklich was schlimmes wäre und das würde man hören, dann hätte der Kinderarzt sicherlich anders gehandelt. Beziehungsweise hätte er wohl selbst entweder einen Termin im Krankenhaus ausgemacht oder einen Kardiologen angerufen.

Generell denke ich auch, dass man Kinder ein wenig anders als Erwachsene behandeln sollte, da sie vieles nicht zum Ausdruck bringen können. Im genannten Fall wurde das Kind aber schon von zwei Ärzten untersucht. Wäre es so eilig, wäre man andere Wege gegangen. Und sollte man sich als Mutter nun so unsicher sein, kann man mit dem Kind an sich ja auch ins Krankenhaus fahren. Oder man kontaktiert den Kinderarzt, ob er das nicht beschleunigen kann.

» LittleSister » Beiträge: 10426 » Talkpoints: -11,85 » Auszeichnung für 10000 Beiträge


LittleSister hat geschrieben:Wenn am Herz das Kindes was gewesen wäre, was zu sofortigen Reaktionen geneigt hätte, dann hätte die Ärztin bei der Vorschuluntersuchung schon mehr gemacht, als das Kind mit einem, dass sollte mal der Kinderarzt ansehen, weg zu schicken. Auch der Kinderarzt will das ja scheinbar nur mal abklären lassen. Wenn es wirklich was schlimmes wäre und das würde man hören, dann hätte der Kinderarzt sicherlich anders gehandelt. Beziehungsweise hätte er wohl selbst entweder einen Termin im Krankenhaus ausgemacht oder einen Kardiologen angerufen.

Das sehe ich genauso, wäre es wohl etwas gravierendes gewesen wären direkt andere Maßnahmen eingeleitet worden. Zudem scheint das "Problem" nicht auch erst seit der Vorschuluntersuchung zu bestehen, sondern schon seit vorher was dann wohl auch auf einige Tage/Wochen nicht ankommt.

Kinder werden schon anders behandelt, aber es ist nicht immer möglich nur weil es ein Kind ist, alles andere stehen und liegen zu lassen und es vorzuziehen. Immerhin gibt es noch genug andere Patienten die auf ihren Termin warten und das wahrscheinlich auch schon einige Zeit länger als man selbst. Das ganze unabhängig davon, ob es sich um einen Erwachsenen handelt oder ein Kind. In dem Falle kommt es halt darauf an bei wem du einen Termin gemacht hast, bei einem Kinderkardiologen selbsterklärend, warten auch mehrere andere Kinder auf einen Termin. Bei einem Kardiologen der alles annimmt, kommen zusätzlich noch die Erwachsenen dazu, aber auch deren Probleme müssen abgeklärt werden. Keinesfalls kann man es pauschal beantworten mit Sätzen wie "Kinder sind unsere Zukunft und müssen deswegen bevorzugt behandelt werden", mag schon sein aber damit stellst du das Leben eines Kindes quasi über das eines Erwachsenen was halt auch nicht richtig ist.

Kein Leben ist mehr Wert als das andere, egal ob Kind oder Erwachsener oder Senior. Auch ein unbehandelter Herzfehler kann im Erwachsenenalter fatal enden, nicht nur beim Kind. Und hingegen Diamantes Meinung, auch Kinder können Schmerzen ausdrücken und deuten und werden das sogar früher als ein Erwachsener melden, da Erwachsene das ganze gerne einmal etwas beiläufig abtun. Hatte ich während meiner aktiven Zeit Kinder vor mir, konnten diese mir Klipp und Klar sagen wo es ihnen weh tut und auch wie lange schon und das in einer Altersklasse ab 3 Jahren. Vorsorgeuntersuchungen sind im übrigen dazu da um zu überprüfen ob das Kind seines Alters entsprechend Entwickelt ist von der Motorik, Sensorik und Sprache her. Das dabei zufällig etwas am Herzen nebenbei diagnostiziert wird ist doch eher die Ausnahme.

Ist es dir dennoch so wichtig, dass der Termin eher stattfindet dann wende dich doch an deine Krankenkasse ob die dir einen Termin vermitteln können. Manchmal beschleunigt sich das ganze dadurch ein wenig, aber auch dem sind Grenzen gesetzt. Eine andere Möglichkeit ist eine Kinderklinik, aber auch dort wird man dich den ganzen Tag sitzen lassen wenn du zu einer Standartuntersuchung ohne Termin kommst, und auch dort bekommt man Termine nicht so einfach her. Grundsätzlich gibt es einfach zu wenig Fachärzte für zu viele Patienten in Deutschland wodurch diese langen Wartezeiten entstehen.

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» Sorae » Beiträge: 19435 » Talkpoints: 1,29 » Auszeichnung für 19000 Beiträge


Diamante hat geschrieben:@Punktedieb: Ich finde schon, dass man in der Pädiatrie die Patienten bevorzugen sollte. Erstmal sind Kinder unsere Zukunft und ein zu spät behandelter Herzfehler kann bei Kindern schon fatal sein.

Und ein Kind soll nun mehr wert sein, als ein Erwachsener? Auch bei denen können unerkannte Herzprobleme fatale Folgen haben. Und auch Erwachsene verspüren nicht immer Schmerzen, welche sie mitteilen können.

Auf der einen Seite regt ihr euch auf, das privat versicherte Patienten bevorzugt behandelt werden. Aber dann sollen plötzlich Kinder wieder vorrangig Termine bekommen. Das ganze ist ein Widerspruch in sich selbst und wenn eine Untersuchung wirklich sehr dringend ist, dann kümmert sich in aller Regel der überweisende Arzt selbst um einen Termin.

Denn jeder Facharzt ist auf solche Anrufe eingestellt und seine Termine sind so geplant, das man eilige Untersuchungen und Notfälle auch dazwischen schieben kann.

» Punktedieb » Beiträge: 17970 » Talkpoints: 16,03 » Auszeichnung für 17000 Beiträge


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