Bunte Aufkleber gegen Schmerzen
Der Titel ist mit Absicht so gewählt, denn viele, eigentlich sogut wie alle Menschen und sicherlich auch viele von Euch, werden teilweise genau das denken, wenn im Fernseher oder in Zeitungen/Zeitschriften Sportler mit "bunten Aufkleber" beklebt sind. Doch was bewirken diese Kleber, woher kommen sie und warum gibt es diesen regelrechten Run auf sie? Da ich mit Ihnen arbeite und selbst begeistert bin, werde ich versuchen Euch diese Therapiemethode ein wenig verständlich zu machen.
Der Name dieser Kleber ist "Kinesiotape". So heißt es und so wird das Original vertrieben. Es gibt viele Nachahmer mit Namen wie K-Tape, Medi-Tape oder Miracle-Tape, jedoch ist das Original, von dem chinesischen Heilpraktiker Kenzo Kase in den 1970er Jahren entwickelt, wie so oft, am besten. Eben dieser Kenzo Kase wollte ein Tape erschaffen, dass ähnliche Eigenschaften wie die Haut und Muskulatur besitzt, da bis dato nur straffe, stabilisierende Tapes auf dem Markt waren, die ihm für seine Therapien nichts nutzten.
Das Kinesiotape ansich besteht aus 100% Baumwolle und einem darauf in Sinuslinien aufgetragenen hautfreundlichen und wasserunlöslichen Acrylkleber, welcher kein Latex beinhaltet und durch Wärme aktiviert wird. Es lässt sich außerdem um 160% in Längsrichtung dehnen. Der größte Unterschied zu herkömmlichem Stütztape ist jedoch, dass das Tape nicht stabilisieren soll, sondern körpereigene Heilungsmechanismen anregt. Durch die Wellenform des Klebers auf der Haut wird diese auch gewellt, dadurch wird das Gewebe entstaut.
Es gibt vier verschiedene Anlagetechniken. Die Muskel-, die Ligament-, die Faszien- und die Korrekturtechniken. Das tolle ist, dass die vier verschiedenen Techniken bei verschiedenen Verletzungsformen oder auch einfach prophylaktisch wirken, obwohl immer das gleiche Tape zum Einsatz kommt. Allerdings werden verschiedene Farben nach der Farblehre (blau= tonussenkend, rot= -steigernd, schwarz=kräftigend), genutzt, die physischen Eigenschaften des Tapes bleiben jedoch die gleichen. Die Techniken werde ich nun laienhaft erklären, um sie so gut wie möglich verständlich zu machen.
Die Muskel- und die Faszientechnik sind die vermutlich am meisten im Fernsehen zu beobachtende Anlage. Die Muskeltechnik entlastet den Muskel durch eine Mikrostimulation, das bedeutet, die am Tape "befestigte" starre Haut wird bei Bewegung gegen das sich bewegende Gewebe bewegt. Dadurch entsteht während der winzigen Entlastungspausen eines Muskels eine Art Massageeffekt und er wird leistungsfähiger gemacht und verletzt sich seltener. Auch Schmerzen werden gelindert. Die Faszientechnik beschäftigt sich mit den kleineren Einheiten der Muskeln. Nämlich mit den Muskelfaserbündeln. Durch die Tapes wird das Gewebe so manipuliert, dass die Faszien leicht verlagert werden und somit aus dem Schmerz verursachenden Raum bewegt werden. Diese beiden Anlagen sieht man beim Fußball oft an Waden und Oberschenkeln, als Prophylaxe oder um den Muskeln leistungsfähiger zu machen.
Die beiden anderen Techniken sind unbekannter, haben jedoch auch ihre Daseinsberechtigung. Das Korrekturtape zum Beispiel bringt ganze Strukturen in die Richtige Form. Ein Beispiel ist bei Volleyballspielern das Schultertape um die Muskeln so in der Spur zu halten, dass es im Schulterbereich nicht zu Quetschungen, Verschiebungen, Entzündungen oder anderen Verletzungen kommt, das andere Beispiel ist das Haltungstape um Haltungsschwächen im Bereich Schulter-Nacken-Rücken zu begradigen und zu verbessern. Damit behandel ich selbst sehr viele auch ältere Menschen, die den Kopf senken, die Schultern nach vorn sinken lassen oder auch die Arme nicht mehr richtig heben können aufgrund jahrelanger falscher Haltung. Die letzte Technik in einem Satz ist die Ligamenttechnik, mithilfe deren durch strukturiert gelegtes Tape die Haut durch dieses so angehoben wird, dass zwischen Haut und Gewebe der Lymphfluss verbessert und somit Ödeme und Hämatome wesentlich schneller und besser behandelt werden können.
Ich hoffe, dass alles gut verstanden wurde. Wenn es noch Fragen gibt, zögert nicht zu fragen. Ich freue mich über jedes Interesse. Denn, ich formuliere mal als Frage, hatte ich recht mit meiner Vermutung, dass sich einige schon immer gefragt haben, was diese Tapes für Bedeutungen haben? Und habt ihr schon Erfahrungen gemacht? Würdet Ihr diese Methode Medikamenten vorziehen, zumindest probeweise?
Ich hatte so ein Tape schon einmal auf meinem Rücken. Es sollte meine Muskulatur anregen. Das hat es auch getan. Ich hatte das Gefühl, dass es meinem Rücken gut tat. Es war damals rosa. Ich empfand es nicht als störend. Ich hatte erst gedacht, dass man nach kurzer Zeit Juckreiz verspürt oder es irgendwie unangenehm wird, war aber nicht der Fall.
Das einzige negative, was ich an dem Tape bemerkt habe, war, dass man es nach dem Duschen immer extra mitfönen musste. Duschen ging ohne Probleme, nur wurde es nass und dann kalt. Mit dem Handtuch rubbeln ging nicht, weil man es sonst an den Ecken ablöst. Also blieb mir nur der Fön übrig. Das kostet dann extra Zeit, die ich früh nicht hatte bzw. nicht investieren wollte. Ich fand es auch nicht angenehm, damit nicht ganz trocken, denn das ging schwer, aus dem Haus zu gehen. Deshalb musste ich mich in dieser Zeit darauf einstellen, einfach abends zu duschen. Es war aber ja nur eine Woche.
Ich hatte irgendwann schon mal von diesen Tapes gehört, mir aber bis dato keine weiteren Gedanken darüber gemacht. Gibt es denn eine ofizielle Seite auf der man erfährt welche Farbe für was geeignet ist? Bei harmlosen Sachen würde ich so ein Tape sicherlich mal ausprobieren. Kannst du vielleicht folgende Informationen nachreichen: Was kosten diese Tapes, wo bekommt man sie und kann man sie eigentlich selbst anlegen oder muss man dafür zu einem Heilpraktiker (beziehungsweise zu anderem Fachpersonal)?
Angelegt werden diese Tapes von Sportärzten, Physiotherapeuten, Osteopathen und Orthopäden, um die größten Branchen zu nennen. Jedoch muss man dafür einen speziellen Kurs machen, zu dem Otto Normalverbraucher nicht gehen kann. Und ohne spezielle Muskelkenntnisse würde ich es auch niemandem raten, da es an manchen Stellen unter bestimmten Bedingungen auch die Möglichkeit gibt, sich zu schaden.
Eine spezielle Seite zur kinesiologischen Farbenlehre kenne ich nicht, auf der Seite eines Internetshops findest Du jedoch die vier Hauptfarben der Tapes erklärt, die angelegt werden. Zwischen rot und rosa, blau und hellblau, gelb und hautfarben wird energetisch kein Unterschied gemacht. Die Erklärung findest du
hier. Dazu ist zu sagen, dass schwarz auch bei Korrekturtapes eine stabilisierende Wirkung besitzt und hautfarben/gelb den Lymphabfluss noch stärker anregt.
Zu den Preisen ist zu sagen, dass es je nach Größe und Qualität zwischen 5€ und 25€ gibt. Es gibt nämlich die Breiten 2,5cm, 5cm sowie 7,5cm. Die Preise für das "Elyth S Tape Kinesiologie", welches ich in benutze und mit "Nasara Kinesiology" und "Leukotape K" das beste auf dem Markt ist, findest du wiederum
hier.
Bekommen tust Du diese Tapes als Anlage also am wahrscheinlichsten beim Physiotherapeuten oder Orthopäden, immer häufiger zahlen die Krankenkassen das. Ich würde den Therapeuten dann einfach darauf ansprechen, dass Du ein Kinesiotape bekommen möchtest, sollten es Muskelschmerzen, Bewegungseinschränkungen oder Ähnliches sein.
Ich habe diese Tapes schon mehrfach angewendet und bin wirklich begeistert davon. Ich hatte schon öfter mal Schmerzen am Knie, wobei mir selbst Schmerztabletten nicht wirklich geholfen haben. Da ich regelmäßig in die Rückenschule bei einem Physiotherapeuten gehe, hat er mich dann mal gefragt, ob ich mal so ein Tape versuchen wollte. Da mir ja sonst nichts dauerhaft helfen konnte, wollte ich es gerne versuchen. Dieses Tape hat tatsächlich das geschafft, was die Tabletten nicht schafften, dass ich mich wieder schmerzfrei bewegen konnte.
Das Kinesiotape hatte ich ungefähr eine Woche drauf, während der ich kaum etwas von meinem kaputten Knie bemerkte. Ich hätte am Anfang wirklich nicht gedacht, dass es so toll hilft, aber dieser Versuch hat mich doch sehr schnell überzeugt. Sicher hilft es nicht immer und bei allen Beschwerden gleich gut, aber es kommt doch immer auf einen Versuch an, weil ich es auf jeden Fall besser finde, als dauernd Schmerzmittel zu nehmen.
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