Würdet ihr lebenserhaltende Maschinen abschalten
Bei meinen Nachbarn hat sich ein schrecklicher Unfall zugetragen und der Mann liegt jetzt auf der Intensivstation. Er ist anscheinend die Treppe heruntergefallen, gesehen hat es keiner. Aber als er gefunden wurde lag er unter der Treppe. Er hat so schwere Kopfverletzungen davon getragen das er jetzt nur noch mit Maschinen am Leben erhalten wird. Der ganze Kopfraum hat sich anscheinend schon mit Blut gefüllt und er hat das Bewußtsein nicht mehr wieder erlangt.
Es gibt keine Hoffnung mehr und im Prinzip könnte man, so schwer es auch ist, die Maschinen abschalten. Doch es gibt keine Patientenverfügung und so müssen die Maschinen weiterlaufen. Im Prinzip würde das ja fast ewig gehen, oder? Ich weiß von einem anderen Bekannten das er unterschreiben musste damit die Maschinen bei seiner Frau abgeschaltet werden durften. Sie war schwerkrank und es gab auch keine Hoffnung mehr. Er hat gemeint es war ein harter Schritt aber er wollte sie nicht mehr leiden lassen.
Wie würdet ihr in so einer Situation reagieren? Ein geliebter Mensch liegt da, an Schläuche und Maschinen angeschlossen und ihr wisst das es keine Chance mehr gibt das er jemals wieder aufwacht. Würdet ihr wollen das die Maschinen abgeschalten werden oder haltet ihr euch an einem Strohalm fest und hofft das doch noch ein Wunder passiert. Wie sieht es bei euch selber aus? Habt ihr für so einen Fall eine Patientenverfügung?
Ich würde es nicht tun. Sicherlich quält man sich jeden Tag mit dem Gedanken, aber ich denke mal Wunder gibt es immer wieder. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Es gibt immer mal Meldungen von hoffnungslosen Fällen, wobei ein Wunder passiert ist.
schwere Frage, aber ich denke wenn es einfach keine Chance mehr gibt, muss man den Menschen auch mal "erlösen". Selbst wenn jemand wieder aufwacht, nach so einem schweren Unfall wird er höchstwahrscheinlich schwerbehindert sein und ein Pflegefall. Würde der Mensch das wollen? Ich persönlich würde es nicht wollen.
Ich kann diese Frage nicht so einfach beantworten, wie es meine Vorredner tun. Ich tue mich schwer damit, weil ich noch nie in so einer Situation war. Sicherlich ist es für die Angehörigen schwer, einen geliebten Menschen derart leiden zu sehen. Aber fällt es einem wirklich so leicht, dem Menschen komplett alle Möglichkeiten auf ein Leben zu nehmen? Man weiß nie, was passieren könnte.
Dennoch kann ich deine Frage nicht richtig beantworten, denn ich weiß einfach nicht, was ich in so einem Fall tun würde. Es würde mich sicherlich sehr viel Kraft kosten, hier eine Entscheidung zu treffen, denn diese könnte ja auch falsch sein und es geht dabei um ein Menschenleben.
Ich selbst habe keine Patientenverfügung, weil ich es bisher nicht für nötig hielt. Dabei hört man immer häufiger von Fällen, in denen eine solche Verfügung nötig gewesen wäre und es war keine da. Aber bisher konnte ich mich noch nicht dazu durchringen, so etwas zu veranlassen.
Solange das Gehirn noch arbeitet und der Patient nicht Gehirntod ist würde ich nicht die Maschinen abschalten lassen. Wenn das Gehirn aber keinerlei Regung mehr zeigt, dann würde ich den Angehörigen in Frieden ruhen lassen. Denn dann ist der Patient tot und er wird nie wieder aufwachen. Solange der Patient aber noch irgendwelche Anzeichen zeigt, dass das Gehirn arbeitet, besteht immer Hoffnung darauf, dass der Patient sich wieder erholen könnte. Auch wenn die Hoffnung sehr gering ist.
Ich kenne einen Fall, wo eine Frau durch einen schweren Unfall auch nur noch mit Beatmungsgerät und Maschinen leben konnte. So haben es jedenfalls die Ärzte gesagt. Die Verwandten haben darauf bestanden, dass die Maschinen abgestellt werden. Die Ärzte haben die Maschinen abgestellt und das Beatmungsgerät ausgeschaltet. Die Patientin atmete tief durch und konnte genauso auch ohne Maschinen leben. Das ging aber nur, weil das Gehirn noch arbeitete. Sie lag allerdings 3 Jahre im Koma, ehe sie dann doch starb.
Es ist eine schwere Entscheidung. Aber solange das Gehirn noch lebt ist es glaube ich in Deutschland nicht mal erlaubt die Maschinen abzustellen, wenn keine Patientenverfügung vorliegt. Und wenn der Patient Gehirntod ist, dann würde ich sagen, dass man die Maschinen so lange noch dran lässt, bis die Organe entnommen werden können.
Ich möchte nicht Herr über Leben und Tod sein. Und solange eben das Gehirn noch arbeitet und wenn es noch so gering ist, ist noch leben im Körper. Man weiß nie, wie sich dieser Patient noch erholen wird. Und deswegen wäre es eigentlich unverantwortlich den Patienten, der zu Lebzeiten nichts verfügt hat, dass er nicht an Maschinen leben will sterben zu lassen.
Ich finde es ebenfalls eine schwierige Entscheidung, lebenserhaltende Maschinen abschalten zu lassen oder nicht. Es mag in manchen Situationen für den Patienten besser sein, doch am besten ist es, wenn jeder bereits eine derartige Verfügung ausfüllt und diese hinterlegt, um die Familie nicht vor diese schwere Aufgabe zu stellen.
Bei Gehirntod bringt es ja nun nicht wirklich etwas, wenn der Mensch weiterhin beatmet wird und sozusagen nur noch vor sich hinvegetiert. Ich denke, dann würde ich schweren Herzens die Maschinen abschalten lassen und den Menschen gehen lassen. Wie gesagt, einfach wäre es für mich auch nicht, aber es ist manchmal wohl besser so.
Diese Frage ist wirklich sehr schwer zu beantworten und ich denke auch, dass man hier nicht einfach abschalten oder nicht abschalten sagen kann. Auf der einen Seite kann ich es durchaus nachvollziehen, wenn man sagen würde, dass man die Maschinen abschalten soll, wenn man eben nur noch durch diese am Leben erhalten wird oder man ohne diese nichts anderes mehr machen kann als im Bett zu liegen und zu warten bis das endgültige Ende erreicht ist.
Auf der anderen Seite tue ich mir immer schwer damit zu sagen, dass es keine Hoffnung mehr gibt und sich die Situation nicht mehr verbessern wird. Auch aus eigener Erfahrung habe ich schon miterleben dürfen, dass Menschen, die von den Ärzten eigentlich schon aufgegeben wurden, doch noch einmal zu sich gefunden haben und im wahrsten Sinne des Wortes zurück ins Leben gefunden haben und dann auch wieder ganz normal haben leben können. Deswegen bezweifle ich immer noch, dass man wirklich sagen kann, dass es keine Hoffnung mehr gibt. Auch wenn es selbstverständlich nur ein sehr kleiner Bruchteil an Patienten sind, gibt es doch immer wieder solche "Wunder", die eigentlich schon tot gesagt sind und es am Ende doch noch einmal schaffen.
Grundsätzlich wäre ich ja der Meinung, dass man die Maschinen abschalten sollte, wenn man mit Gewissheit sagen kann, dass es wohl keine Hoffnung mehr gibt. Ich möchte zum Beispiel nicht später einmal im Bett liegen und einfach nur noch in sofern klar denken zu können, als dass ich genau weiß, dass ich nur noch darauf warte, dass es endlich zu Ende geht. Ebenfalls ist diese Zeit dann natürlich für die Angehörigen sehr schwer, da sie ja diese Phase dann meist auch sehr intensiv mitbekommen und auch schon wissen wie es Enden wird. Dadurch natürlich auch der Leidensweg der Angehörigen mehr oder weniger unnötig verlängert beziehungsweise in die Länge gezogen.
Wenn ich allerdings sage, dass die Maschinen abgeschaltet werden sollen, dann würde man damit allerdings dann immer wieder die Hoffnung komplett aufgeben. Denn wie ich ja schon versucht habe zu beschreiben, bin ich der Meinung, dass es bis zum Ende immer noch ein klein wenig Hoffnung geben muss. Dass man diese dann aber so ausschaltet, finde ich dann aber auch wieder bedenklich.
Solch eine Entscheidung treffen zu müssen, dürfte wohl die schwerste im ganzen Leben sein. Hat dein Nachbar keinerlei Verwandte mehr? Wenn sich sein Kopfraum mit Blut gefüllt hat, gibt es da keine Möglichkeit, das Blut zu stillen und durch eine Operation zu entfernen? Ich versuche ja immer wieder in solchen Fällen an ein Wunder zu glauben.
Wenn ich diejenige wäre, die diese Entscheidung für ihn treffen müßte, weiß ich nicht, wie ich entscheiden würde. Auf der einen Seite ist es eine schwerwiegende Kopfverletzung und die Ärzte machen keine Hoffnung auf ein Erwachen, aber hier hätte ich trotzdem das Gefühl, die Maschinen weiterlaufen zu lassen in der Hoffnung, dass es vielleicht doch noch eine Rettung gibt. Jeder hat sich ja schon einmal geirrt. Das ist normal.
Wenn es sich um eine bösartige Krankheit oder ein langes Dahinsiechen handeln würde, und das Gehirn würde keine Regung mehr zeigen, wäre meine Entscheidung vielleicht anders. Dann würde ich annehmen, dass der so Dahinsiechende vielleicht doch den Wunsch hätte, in Frieden einzuschlafen. Ich würde das mit einer neutralen Person besprechen wollen. Und je nach Gesprächsergebnis würde ich meine Entscheidung treffen. Aber eigentlich möchte ich das nicht. Nur der Gedanke an eventuelle Schmerzen des Kranken würden mich zu einer Entscheidung bewegen.
Das ist wirklich eine extrem schwere Situation und wenn ich ehrlich bin, wüsste ich auch nicht genau, was ich in so einem Fall machen würde oder was da richtig oder falsch ist. Ich würde mich auf jeden Fall auch überfordert fühlen. Ich habe mir die vorigen Beiträge und Meinungen durchgelesen und kann beide Seiten verstehen.
Da liegt nun ein Mensch, den man zwar liebt und das Beste für ihn möchte und weiß nicht, was das Beste für ihn ist. Die Ärzte sagen, dass es keine Hoffnung mehr für diese Person gibt und dann hört man doch immer wieder von einzelnen Fällen, dass so genannte Wunder passieren. Leute, die schon längst von den Ärzten aufgegeben wurden, werden plötzlich wieder gesund, zumindest zum Teil. Nun das sind sicher Einzelfälle und nicht der Normalfall und trotzdem würde ich mich in so einer Situation an diesen letzten Strohhalm klammern und es als Hoffnungsschimmer sehen.
Es ist zwar vielleicht ein schlechter Vergleich, aber viele spielen ja auch Lotto und erhoffen sich auch den großen Gewinn und wissen aber, dass die Chance mehr als nur minimalistisch ist. Ich möchte hiermit nun in keinster Weise ein Leben mit einem Lottospiel vergleichen, aber ich will damit eben sagen, dass man sich sicher an jeden noch so geringen Hoffnungsschimmer klammern möchte.
Auf der anderen Seite kann ich mir vorstellen, dass man die Maschinen auch einfach nur abdrehen möchte. Man weiß ja nicht genau, wie sehr die Person leidet und man möchte sie nicht unnötig quälen. Diese Gedanken gehen einem sicher auch durch den Kopf. Man fragt sich sicher, wie lange das so weitergehen wird und ob das ganze Sinn macht und ob es emotional noch vertretbar ist, einen Menschen so dahinvegetieren zu lassen. Viel mehr ist es in manchen Fällen ja auch nicht.
Im Endeffekt kann man solche Situationen glaube ich schon gar nicht als Außenstehender entscheiden. Es werden wohl immer Einzelfälle sein und ich hoffe, dass ich niemals so eine Entscheidung treffen werden muss. Ich wäre wie gesagt damit wohl komplett überfordert. Wahrscheinlich würde ich es auch eher so machen, dass ich mich nur dann für ein Abschalten der Maschinen entscheiden würde, wenn ein Gehirntod vorliegt.
Ich denke, mir würde ich Entscheidung in einem solchen Fall nicht schwer fallen. Klar ist das ein schwerer Entschluss, wenn man eine geliebte Person dem Tod überlassen muss, aber ist es nicht irgendwie viel grausamer, sie an diese Geräte zu hängen und etwas leben zu lassen, was an sich doch irgendwie doch schon tot ist? Klar ist es dann endgültig, wenn man die Geräte abschaltet, aber bei den meisten dieser Fälle ist doch schon im Vorhinein klar, dass die Überlebenschancen minimal, bis gar nicht vorhanden sind, wieso sollte man diesen Körper dann noch damit quälen, in dem man ihn mit Gewalt am Leben lässt?
Ich denke, ich würde meinen Entschluss recht schnell fällen, wenn klar wäre, dass diese Person nicht mehr aufwachen wird und wenn sie aufwacht, von Kopf bis Fuß behindert sein wird. Das ist einfach kein Leben und das will keiner, dass ist doch klar. Wieso sollte ich es dieser Person also unnötig schwer machen, bloß weil ich noch so sehr an ihr hänge und es nicht über mich bringe, mich zu trennen. Würde eine solche Entscheidung in meiner Hand liegen und wäre klar, dass die Person das nicht überleben wird, dann würde ich allen Familienmitgliedern noch einmal die Chance geben, sich zu verabschieden und die Maschinen dann abschalten lassen.
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