H. Mankell: Kennedys Hirn - lohnt sich das weiter lesen?

vom 18.10.2010, 11:38 Uhr

Auf der Suche nach einem guten Buch bin ich im Regal meiner Mutter auf einen weiteren Titel von Henning Mankell gestoßen, der mit seinen Wallander Krimis berühmt geworden ist. Zuletzt hatte ich von diesem Autor "Der Chinese" gelesen und wurde bitter enttäuscht. Was anfing wie ein Krimi entpuppte sich als langweiliges Geseiere über asiatische Kultur, die Geschichte Chinas und die Lebenskrise einer Richterin. Mag für manche ganz interessant sein, aber sicher nicht, wenn man eigentlich einen Krimi lesen wollte.

Nun habe ich also "Kennedys Hirn" angefangen und weiß nicht so recht, was ich davon halten soll. Es geht um eine schwedische Archäologin, die ihren Sohn Henrik in Stockholm besuchen will und ihn tot in seinem Bett liegend findet. Die Polizei geht von Selbstmord aus, Louise Cantor jedoch kann und will dieser Theorie nicht glauben und beginnt zu forschen. Dabei stößt sie auf die Tatsache, dass Henrik offenbar großes Interesse an der Frage gehabt hat, was mit nach der Obduktion mit dem Gehirn des ermordeten amerikanischen Präsidenten geschah. Neugierig beginnt die Frau zu forschen, was es damit auf sich haben mag.

Zunächst lässt dieser Anfang auf einen Krimi hoffen, womöglich mit einer wirren Verschwörungstheorie oder vielleicht einer seltsamen Sekte, je länger man aber liest, desto seltsamer wird es. Louise stellt fest, dass ihr Sohn ein Doppel-, ja ein Dreifachleben geführt hat, denn sie und ihr geschiedener Mann, zu dem sie selbst keinen Kontakt mehr hatte, haben scheinbar zwei völlig unterschiedliche Personen gekannt. Seinen Freunden gegenüber hat Henrik offenbar noch eine dritte Persönlichkeit gezeigt, wie viele weitere es gegeben haben mag bleibt vorläufig unklar. Man stößt auf diverse Reisen des Sohnes, auf eine Zweitwohnung in Spanien, auf Unfähigkeit eine ernste Liebesbeziehung zu führen. Kennedys Hirn rückt in den Hintergrund, wichtig wird die Betroffenheit des jungen Mannes über die Armut in der dritten Welt, Kriege, etc. Außerdem wird natürlich viel philosophiert, über das Leben der Protagonistin, ihren Beziehungen zu ihrem Ex Mann, ihre Eltern und was noch alles.

Mittlerweile bin ich etwa in der Mitte des Buches angelangt und wirklich viel getan hat sich noch nicht. Dank meiner schlechten Erfahrung mit "Der Chinese" wirft das langsam die Frage auf, ob ich mit diesem Buch nicht nur meine Zeit verschwende, weil außer der Erkenntnis, dass die arme Louise ihren Sohn, der die Welt retten wollte, gar nicht richtig kannte, mal wieder nichts dabei heraus kommt. Und die Zustände in Afrika sind furchtbar und ihr ganzes Leben ist ja sowieso irgendwie verkorkst. Mag sein und schade für sie, aber das interessiert mich mal so gar nicht, schon erst recht nicht, wenn ich einen Krimi erhofft hatte.

Darum wollte ich mich hier mal erkundigen, wie es mit diesem Buch ausschaut. Kommt man noch irgendwann zur Lösung des Rätsels Mord oder nicht und was Kennedys graue Zellen mit all dem zu tun hatten? Oder ist es nur wieder pseudo-tiefgründiges Gebrabbel über das Zwischenmenschliche und die Situation der Welt? Sollte ich noch hundert Seiten durchhalten, weil es dann endlich spannend wird, oder kann ich es gleich aufgeben und ein anderes Buch anfangen?

» Sorcya » Beiträge: 2913 » Talkpoints: 1,77 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Ich kenne Hennig Mankell durch die Wallander Bücher, habe selbst aber keines vom ihm gelesen. Aber ich kenne einige, die die Bücher wirklich sehr gut finden und auch verschlungen haben. Ich denke, dass dir hier niemand so richtig weiter helfen kann, denn Geschmäcker sind ja verschieden. Wenn du dich nicht durch das Buch durchquälen musste, würde ich dir raten, einfach mal weiter zu lesen. Wenn dir das Ende dann wieder nicht zusagt, weißt du ja, dass du in Zukunft besser kein Buch des Autors mehr liest. Vielleicht helfen dir auch Rezensionen oder Bewertungen zu dem Buch weiter. Dafür könntest du ja mal beim Amazon schauen.

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» Nelchen » Beiträge: 29816 » Talkpoints: 1,80 » Auszeichnung für 29000 Beiträge


Sorcya hat geschrieben:Was anfing wie ein Krimi entpuppte sich als langweiliges Geseiere über asiatische Kultur, die Geschichte Chinas und die Lebenskrise einer Richterin. Mag für manche ganz interessant sein, aber sicher nicht, wenn man eigentlich einen Krimi lesen wollte

Warum liest du in dem Fall nicht eine Zusammenfassung des Buches? Dann wirst du auch nicht enttäuscht. Gerade im Klappentext ist doch meist ersichtlich, ob es sich hier um einen Krimi handelt oder um eine Landschaftsbeschreibung. Ich kaufe und lese kein Buch, wenn ich absolut gar keine Ahnung vom ungefähren Inhalt habe. Damit verschwende ich weder meine Zeit noch mein Geld und sehe das auch gar nicht ein.

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» Täubchen » Beiträge: 27348 » Talkpoints: 2,85 » Auszeichnung für 27000 Beiträge



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