Darmspiegelung zur Altersvorsorge sinnvoll?

vom 16.07.2010, 17:44 Uhr

Mein Arzt hat mir zu Vorsorge eine Darmspiegelung empfohlen. Ich bin 53 Jahre alt, männlich. Ich weiß nicht, ob das nicht nur Geldmacherei ist. Die Prozedur soll ja recht unangenehm sein, vor allem die Vorbereitung.

Wer hat das schon hinter sich und kann mir sagen, was da auf mich zu kommt? Außerdem würde mich interessieren, ob Ihr das für sinnvoll haltet oder nicht? Ich weiß es wirklich nicht und habe ehrlich gesagt ein wenig Bammel davor. Natürlich wäre es auch gut zu wissen, ob alle in Ordnung ist, aber ist die Gefahr eines Darmkrebses wirklich so hoch?

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» utebar » Beiträge: 177 » Talkpoints: 10,59 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Als Sohn eines Darmkrebspatienten kann ich dir nur raten, eine Darmspiegelung zu machen. Das Prozedere ist nicht zwar unangenehm, aber tut weder weh noch hat man irgendwelche Folgen davon zu befürchten. Mein Vater ist mit Mitte Vierzig an Darmkrebs erkrankt und musste im Laufe der Behandlung öfter eine Darmspiegelung erhalten. Laut seiner Ausführung ist nur die Vorbereitung etwas unangenehm, da man ein Abführmittel trinken muss. Je nach Abführmittel muss man zwischen einem Liter und mehreren Litern trinken, bevor das Endoskop eingeführt wird, was jedoch auf jeden Fall unter Vollnarkose gemacht wird.

Da mein Vater bis zur Diagnose Darmkrebs ein kerngesunder Mann war und niemand an den Krebs dachte, empfehle ich dir ausdrücklich, eine Darmspiegelung zur Krebsprävention und -früherkennung zu nutzen.

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» Malcolm » Beiträge: 3257 » Talkpoints: -1,80 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


Geldmacherei ist das insofern nicht, als die Krankenkassen ab dem 50. Lebensjahr dazu verpflichtet sind, eine jährliche Vorsorgeuntersuchung (Stuhlprobe und Untersuchung des Mastdarms) und ab dem 55. Lebensjahr auch eine jährliche Darmspiegelung zu übernehmen. Wenn du privat versichert bist, würde ich einfach mal meine Krankenkasse anrufen und nachfragen.

Wenn dein Arzt glaubt, dass das sinnvoll ist, dann wird er dafür schon einen Anhaltspunkt haben. Auch wenn du dann (da du ja noch erst 53 bist) wahrscheinlich noch etwas zuzahlen musst, stehen die Kosten bestimmt in keinem Verhältnis zu dem Risiko, das du vermeidest.

Aber vielleicht ist dein Arzt ja auch ein wenig über das Ziel hinaus geschossen oder hat gar nicht an die Kosten gedacht. Schlag ihm doch mal - sofern er das nicht bereits getan hat, zunächst die Untersuchung vor, die die Krankenkasse übernimmt. Ärzte sind auch nur Menschen, vielleicht hat er einfach nicht daran gedacht.

» ka mau » Beiträge: 203 » Talkpoints: 13,21 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Also ich leide an Morbus Crohn, das ist eine chronische Darmkrankheit. Aus diesem Grund müssen bei mir regelmäßig Darmspiegelungen gemacht werden. Dies tut überhaupt nicht weh und ist auch ungefährlich. Du musst zwar was unterschreiben, dass du damit einverstanden bist, dass bei der Untersuchungen Blutungen oder Verletzungen auftreten können, aber das ist reine Routine.
Unangenehm ist die Vorbereitung insoweit, dass du Abführmittel vom Gastroentrologe trinken musst und ein Tag vorher nichts mehr essen darfst. Das Abführmittel sind ca. 2 - 4Liter. Du darfst es aber mit jedem anderen Getränk mischen. Das ist sehr wichtig, es schmeckt nämlich echt zum Würgen.

Ich würde dir auf jeden Fall zu der Untersuchung raten. Kann doch nichts schaden. Sicher ist sicher. Für mich stehen jedes Jahr mindestens zwei Darmspiegelungen an, also da kann echt nichts passieren.

» Benji » Beiträge: 12 » Talkpoints: 0,04 »



Ich würde dir auf jeden Fall zu der Vorsorgeuntersuchung raten. Es ist nun mal so, dass man solche Sachen sonst erst merken würde, wenn es schon fast zu spät ist und dann eben weniger machen kann. So ein Darmkrebs zum Beispiel braucht einige Jahre um zu wachsen und bei regelmäßigen Untersuchen stellt man solche Veränderungen eben schnell fest und kann auch gleich handeln. Außerdem gibt es ja auch noch andere Erkrankungen, die man so feststellen kann. Deswegen musst du das wohl machen lassen. Weh soll es nicht tun, es ist dir vielleicht unangenehm, aber es sollte dir vor dem Arzt nicht peinlich sein, weil er ja nur so etwas macht und du nicht die einzige Patientin bist.

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» Ramones » Beiträge: 47758 » Talkpoints: 8,52 » Auszeichnung für 47000 Beiträge


Also ich würde dir empfehlen eine Darmspiegelung machen zu lassen. Es geht ja auch immerhin um deine eigene Gesundheit. Und so oft muss es ja nun auch wieder nicht gemacht werden. Ich hatte selber aufgrund einer Darmentzündung 3 Darmspiegelungen hinter mir und bin 23 Jahre alt. Die ganze Prozedur davor ist natürlich kein Spaziergang. Die Darmspiegelung selber bekommst du gar nicht mit, weil man eine Schlafspritze bekommt.

Aber ich kann dir ans Herz legen deinem Arzt nach einem gutem Abführmittel zu fragen, weil die Standard Abführmittel einfach nur widerlich sind. Beim 1. Mal hat es mit dem Abführmittel wo man 3 Liter trinken musste noch geklappt aber echt nur mit einem starken Willen. Beim 2. Mal konnte die Darmspiegelung nicht richtig gemacht werden da ich das Mittel für die Darmreinigung nicht mehr vertragen habe. Bei der vorerst letzten Darmspiegelung habe ich auf Citrafleet bestanden was nach Zitrone schmeckt und man nur 2 Becher in einem Abstand von ein paar Stunden trinken muss.

Nach der Darmspiegelung darfst du dann auch wieder ganz normal Essen. Du siehst, es ist eigentlich gar nicht so schlimm einmal eine Spiegelung machen zu lassen.

» krümelmonster011 » Beiträge: 29 » Talkpoints: 14,41 »


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