Rente mit 67 richtig?

vom 29.03.2010, 08:51 Uhr

Kätzchen14 hat geschrieben:Ich persönlich finde das Alter schon grenzwertig. Es mag ja sein, dass die Lebenserwartung der Menschen steigt, aber pauschal lässt sich das eben auch nicht an jedem deutlich fest machen. Erkrankungen und Krankheiten mit einbeziehend, die Umwelteinflüsse und das Alter sowie die Art des Jobs reichen da mal aus, um zu erkennen, dass einige viel zu früh von uns gehen müssen und dann von der Rente 0,0 hatten.

Was ist denn das für eine unsinnige Betrachtung bei so einem Problem? Man darf das Renteneintrittsalter nicht anheben, weil einige wenige früher sterben? Wie willst du denn mit so einer Herangehensweise Probleme lösen, die eine gesamte Gesellschaft betreffen? Das geht einfach nicht nachhaltig.

Statistiken sind nun einmal da um einen Durchschnitt für eine bestimmte Menge zu ermitteln, nicht um Garantien für Einzelne abzugeben. Und wenn man sich Statistiken anschaut, dann werden Menschen heute einfach älter als zu Zeiten, wo unser Rentensystem gemacht wurde. Und wir reden da nicht über ein oder zwei Monate, sondern über ganze Dekaden, die viele Leute heute länger leben.

Und auch wenn man sich einfach mal an Orte begibt, wo man in kurzen Zeiten viele Menschen sieht, wie zum Beispiel in einem Krankenhaus, dann sieht man extrem schnell, wie viele alte Menschen es heutzutage geben muss. Und dabei sieht man an der Stelle schon vorselektiert nur die vermeintlich schlechten Alten und noch nicht einmal die unzähligen, die noch richtig fit sind.

Natürlich wird es immer Menschen geben, die bei einer Rente mit 65, 67 oder 69 oder meinetwegen auch 75 in den sauren Apfel beißen und viele Jahre einzahlen und am Ende sterben, bevor sie auch nur einen Cent Rente erhalten haben. Aber das kann dir genauso passieren, wenn du das Rentenalter auf 30 senken würdest. Solche Ausreißer sind aber normal und spiegeln eben keineswegs die Realität für den Großteil der Bevölkerung wieder.

Und von daher ist auch Juris Ansatz der völlig falsche, wenn man nachhaltig ein Rentensystem stabilisieren will. Mal abgesehen davon, dass wir ja alle wissen, dass er eh nur billige Propaganda gegen Flüchtlinge machen will, löst sein Ansatz das Problem überhaupt nicht. Ob man nur 50 Milliarden bei den Flüchtlingen im Jahr sparen will oder auch einfach die Bundeswehr abschaffen würde und gut 40 Milliarden im Jahr einspart. Am Ende bringt das trotzdem nichts und führt nur dazu, dass man das derzeitige System etwas länger am Laufen hält und 10 oder 20 Jahre später feststellt, dass die Ausgaben höher sind als die Einnahmen. Lustigerweise liefert er ja sogar gleich die Zahlen für diese nicht lösbare Rechnungen mit und merkt es offensichtlich nicht.

Am Ende kann man nur entweder das Geld aus Steuermitteln nehmen und an anderer Stelle etwas wegstreichen. Wobei das bei Summen, die teilweise bei 100 Milliarden Euro liegen, schon gewaltig ist. Oder man muss Einnahmen und Ausgaben anpassen. Und das zweite geht eben nur in dem man entweder mehr einnimmt (bei relativ gleichbleibenden Zahl der Einzahler geht das nur über höhere Beiträge) oder weniger ausgibt, was eben heißt Rentenniveau senken oder die Auszahlungszeit begrenzen.

Und jeder der etwas von Mathematik versteht, müsste eigentlich sofort sehen, wenn man sich Lebenserwartungen in Deutschland der letzten 50, 60 Jahre ansieht und schaut, wie sich die Bezugszeiten der Renten im gleichen Zeitraum im Verhältnis zum Erwerbsleben verändert haben, dass sich genau dort eine Schere auftut, zugunsten des Rentenbezuges. Wenn Menschen älter werden, ist es rein mathematisch völlig logisch dass sie auch später in Rente gehen.

» Klehmchen » Beiträge: 4701 » Talkpoints: 714,92 » Auszeichnung für 4000 Beiträge



Klehmchen hat geschrieben:Und von daher ist auch Juris Ansatz der völlig falsche, wenn man nachhaltig ein Rentensystem stabilisieren will.

Welcher Ansatz (-; ? Ich habe lediglich ein Lagebild abgegeben. Die Bundeswehr bekommt aktuell 40 Milliarden und benötigt nochmals 40 Milliarden im Jahr, damit das 2-Prozent-Ziel erreicht wird. Mehr habe ich nicht gesagt.

Bei der Flüchtlingspolitik wurde auch der demographische Wandel beworben und man ging davon aus, dass nach den 238 Milliarden von 2016 bis 2020 nichts mehr kommen würde, da hier doch bis zu 86 Prozent Menschen mit Hochschulabschluss im Anmarsch wären. Stattdessen kamen 70 Prozent ohne Pass und gerade mal 10 Prozent hatten eine höhere Bildung. So dürfen wir wohl 40 Milliarden pro Jahr ab 2021 weiter bezahlen. Gegen eine qualifizierte Zuwanderung hätte ich, wie viele andere auch nichts gehabt. Aber mit noch so unberechtigten Rassismusvorwürfen kann man eben sehr gut von den eigenen Fehlern ablenken. :wall:

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» Juri1877 » Beiträge: 6579 » Talkpoints: 9,45 » Auszeichnung für 6000 Beiträge


Du schlägst vor als Lösung des Problems die Kosten der Flüchtlingskrise in die Rentenkasse zu investieren. Eine andere Lösung hast du nicht vorgeschlagen. Insofern muss man dafür ausgehen, dass du allein damit das Problem des größer werdenden Loches in der Rentenkasse füllen willst. Und genau das allein kann und wird dafür nicht reichen. Eben weil es kein struktureller Ansatz ist.

Und was genau ist denn eigentlich qualifizierte Zuwanderung? Also was genau muss ein Zuwanderer denn mitbringen um den Sozialsystem zu helfen? Ich würde da jetzt mal eine ganz einfache, provokante Frage stellen? Was genau hindert uns denn daran, wenn uns zehntausende Pflegende fehlen, selbst völlig unqualifizierte Flüchtlinge einfach zu einem Krankenpflegehelfer auszubilden? Also was genau ist daran jetzt eine so unlösbare Aufgabe, dass man dafür nur noch Akademiker und hochgebildete als Zuwanderer braucht?

» Klehmchen » Beiträge: 4701 » Talkpoints: 714,92 » Auszeichnung für 4000 Beiträge



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