Nachhilfe geben: Wie viel Geld nehmen?
15 Euro für eine Doppelstunde sind definitiv zu wenig für eine Mathematikstudentin. Da kann man locker 25 Euro verlangen und bekommt es in der Regel auch bezahlt. 90 Minuten bei einem Nachhilfelehrer, der von einer Agentur wie z.B. abacus gestellt wird, kosten ab 40 Euro aufwärts. Mit einem Lohn von 15 Euro pro 90 Minuten tut man sich selbst und anderen Nachhilfelehrern keinen Gefallen, weil man die Preise kaputt macht.
Beschweren sich die Eltern über zu "teure" Preise muss man ihnen klar machen, dass Nachhilfe eine Dienstleistung ist wie jede andere und keine Aufgabe einer Mutter Theresa. Ein vernünftiger Haarschnitt kostet heute auch über 30 Euro und kein Friseur macht mir den Haarschnitt günstiger, weil ich nicht viel Geld habe. Wieso sollte es bei Nachhilfe anders sein? Passen einem die Preise immer noch nicht, dann müssen dei Eltern eben ihre Sprösslinge selbst unterstützen.
Gibt ein Schüler Nachhilfe würde ich allerdings nicht mehr als 8 Euro pro 60 Minuten zahlen wollen, denn da fehlt schon die Erfahrung. Ich gebe seit einigen Jahren Nachhilfe. Am Anfang habe ich nicht mehr als 8 Euro genommen. Damals konnte ich den Stoff erklären. Inzwischen weiß ich, wo die größten Fehlerquellen liegen, ich weiß nach spätestens zwei Stunden wie die Schüler "ticken", ich weiß, wie die Lehrer in Klassenarbeiten "ticken", d.h. welche Aufgabentypen gerne genommen werden. Das heißt, der Schüler bekommt sehr viel für wenig Geld.
2X Razr X2 hat geschrieben:Als Elternteil, würde ich es gutheißen, aber ein Nachhilfedienst, wie Schülerhilfe oder Studienkreis würde ich als Elternteil nicht außer acht lassen, da diese studiert haben und ein viel größeres Wissen haben, als du selber.
Ich habe eine Frage, leitest du einen Studienkreis oder eine Schülerhilfe, oder wie kommst du zu dieser positiven Bewertung?
Es stimmt nicht, dass die Lehrkräfte dort alle studiert haben. Sie nehmen teilweise auch Hausfrauen. Bei kaum einem Studenten wird nach Referenzen gefragt. Als Schüler bekommt man Gruppenunterricht. Die Schüler, die dort sitzen, sind oft in verschiedenen Klassen, manchmal auch in verschiedenen Fächern. Das heißt, der Lehrer kann keinen "Gruppenunterricht" machen, sondern läuft von einem Schüler zu anderem und muss sich alle paar Minuten auf neuen Stoff einstellen. Es bleiben ihm pro Schüler ca. 15 Minuten, wenn der Schüler Glück hat. Die restliche Zeit geht verloren. Da investiert man die 100 Euro lieber in einen Nachhilfelehrer im Einzelunterricht, der dann 4 /Monat 90 Minuten Nachhilfe gibt.
Ich habe als Schülerin auch Klassenkameradinnen Nachhilfe gegeben, aber kein Geld dafür bekommen. Das wäre mir auch ganz komisch vorgekommen, wenn ich von Klassenkameradinnen, bzw. deren Eltern bezahlt worden wäre. Denn ich war ja auch oft bei ihnen zu Hause zu Gast.
Wenn es Leute aus Deiner Klasse sind, würde ich kein Geld dafür nehmen. Bei Schülern aus niedrigeren Klassen kannst Du zwar Geld nehmen, aber 10 Euro für eine Stunde erscheint mir doch zu viel. Zumal oftmals auch Schulen Nachhilfe anbieten (bei uns machen das eine Haupztschule und eine realschule; kostenlos). Denn Du bist ja "nur" Schüler, kein ausgebildeter Nachhilfelehrer. Und gut in den entsprechenden Fächern zu sein, genügt nicht. Du musst das Wissen auch gut vermitteln, also gut erklären können.
@ Morgaine:
Ich denke, dass es einen Unterschied macht, ob man wirklich Nachhilfe gibt oder ob man gemeinsam mit einem Mitschüler lernt. Wenn man sich öfter mal zusammensetzt und der bessere Schüler denjenigen, der Probleme mit dem Stoff hat unterstützt, würde ich dafür auch kein Geld nehmen. Vom gemeinsamen Lernen profitieren meistens beide Schüler. Der schlechtere bekommt die schwierigen Dinge noch einmal erklärt und der andere kann durch seine Erklärung überprüfen, ob er den Stoff wirklich in seinem vollen Umfang verstanden hat.
Wenn man jedoch wirklich Nachhilfe gibt, also einem schlechteren Schüler unter Umständen immer und immer wieder erklärt, wie manche Dinge zusammenhängen, würde ich dafür auf jeden Fall Geld nehmen, da man von diesen Nachhilfestunden selbst nicht wirklich profitiert, auf der anderen Seite aber eine Menge Zeit und Energie opfert.
Also ich würde grundsätzlich nicht unbedingt einen festen Preis für alle machen. Ich würde es erstmal davon abhängig machen, wem du die Nachhilfe erteilst. Wenns für nen 4. Klässler ist, würde ich wohl nicht so viel verlangen wie für einen höherklassigen Schüler. Mehr als 8 Euro fände ich allerdings auch unverschämt und würde ich persönlich nicht zahlen. Da bekommt ja wirklich schon fast Profis. Grundsätzlich würde ich glaub ich für eine Stunde um die 5 Euro nehmen und dann evtl. noch einen Zuschlag, falls dir irgendwelche Fahrtkosten entstehen. Schließlich sollen die Eltern ja nicht ausgenommen sondern den Kindern geholfen werden. Und meist sind es ja auch die nicht so wohlhabenden Familien, die auf solch private Nachhilfe zurückgreifen.
schokohaeschen hat geschrieben: Grundsätzlich würde ich glaub ich für eine Stunde um die 5 Euro nehmen und dann evtl. noch einen Zuschlag, falls dir irgendwelche Fahrtkosten entstehen. Schließlich sollen die Eltern ja nicht ausgenommen sondern den Kindern geholfen werden. Und meist sind es ja auch die nicht so wohlhabenden Familien, die auf solch private Nachhilfe zurückgreifen.
Entschuldigung, aber eine Putzfrau kostet heute zehn Euro pro Stunde. Nachhilfe ist nicht nur, sich 60 oder 90 Minuten neben den Schüler setzen und erklären, sondern auch Unterricht vorbereiten, Aufgaben heraussuchen, Hausaufgaben korrigieren.
Wohlstand hin oder her, wer sich für 1500 Euro einen Fernseher leisten kann (viele Hartz IV Familien), der kann sich auch 100 Euro pro Monat für Nachhilfe leisten. Wer sich alle zwei Wochen Maniküre bei der Nageldesignerin für 40 Euro und Sonnenstudio leisten kann, der kann seinem Kind auch Nachhilfe bezahlen. Vorausgesetzt, ihm ist klar, wie wichtig es für das Kind ist. Wenn einem Sonnenstudio, Maniküre und Fernseher allerdings wichtiger sind als die Bildung des eigenen Kindes, dann kann der Nachhilfelehrer auch nichts machen. Da mit dem Preis herunterzugehen, ist Unsinn. Man lässt sich von diesen Menschen dann nur ausnutzen.
Ich hatte schon mal den Fall, dass ich von einer Mutter angerufen wurde. Sie wollte Nachhilfe für ihr Kind. Sie erzählte mir, dass ihr Mann arbeitslos sei, sie auch nur wenig verdienen würde, sie vier Kinder hätte und, dass sie aus diesem Grund nicht mehr als 5 Euro bezahlen könnte. Ich dachte mir, wenn es wirklich so schlimm ist, dann mache ich es bei dieser Familie kostenlos, eine Stunde Arbeit mehr oder weniger- darauf kommt es nicht an. Also ging ich zur Familie um mir das Kind anzuschauen, die Probleme zu besprechen.
Als ich ankam, sah ich den Jeep in der Garage, das kam mir schon komisch vor. Dann betrat ich das Wohnzimmer, Möbel neuer als bei mir- und ich gehe arbeiten. Die halbe Wohnzimmerwand eingenommen von einem Plasma- fernseher, der Mann rauchend im Jogginganzug auf dem neuen Sofa. Auf dem Tisch ein Handy- aktuelles Modell. Im Flur vor dem Schuhschrank Markenschuhe. Aber die Eltern jammerten, sie hätten nichts, der Staat unterstütze sie zu wenig. Das Kind bräuchte dringend Hilfe. Mann kann sich aber nicht teure Nachhilfe leisten, nicht einmal Bücher. Im Kinderzimmer stand aber ein Fernseher, ein DVD-Player und sonstiges, aber kein einziges Buch.
So leid mir das Kind auch tat, ausnutzen lassen, wollte ich mich auch nicht.
@ Schokohäschen:
Frage: Würdest du für fünf Euro eine Stunde Nachhilfe geben und womöglich noch eine weitere halbe Stunde damit verbringen, den Unterricht für den Nachhilfeschüler adäquat vorzubereiten? Wahrscheinlich nicht, oder? Ich fände es schwachsinnig, aus purem Altruismus auf eine vernünftige Bezahlung zu verzichten und sich selbst zum Sonderangebot zu machen und sich ausnutzen zu lassen.
Der Beitrag von Delfin45 ist zwar ein wenig klischeebeladen, deckt sich in Teilen aber mit meiner eigenen Meinung. Wenn Eltern wirklich bereit sind, für die Nachhilfe ihrer Kinder etwas zu investieren, dann funktioniert das in der Regel auch. Bei Leuten die rauchen kann man zum Beispiel davon ausgehen, dass Geld da ist - es wird nur falsch angelegt.
Außerdem würde ich persönlich nicht aus Mitleid besonders günstige Preise anbieten. Wenn jemand den höheren, angemessenen Betrag nicht zahlen kann, wird es eben einen anderen geben, der ein paar Euro mehr übrig hat. Als Nachhilfelehrer ist es dann auch egal, ob man dieses oder jenes Kind unterrichtet. Das mag hart klingen, aber so läuft es nun einmal.
Ich habe als Schülerin in der Oberstufe auch Nachhilfe gegeben, allerdings habe ich dafür nun nicht so viel Geld bekommen. Mein Stundenlohn belief sich auf sieben Euro pro Stunde, plus fünf Euro im Monat Fahrgeld, was mir die Familie mehr aus Nettigkeit getan, denn eigentlich wäre das ja unnötig gewesen, weil ich sowieso eine Monatskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel hatte. Allerdings finde ich es persönlichen bei allen persönlichen Dienstleistungen, bei denen man zu Leuten nach Hause fährt, also auch zum Beispiel Babysitting oder Gärtner, immer sehr nett, wenn man ein bisschen was zusätzlich zum vereinbarten Stundenlohn erhält. Das zeigt nämlich, dass der Arbeitgeber auch wertschätzt, dass man eben zu ihm nach Hause kommt und vielleicht manchmal auf dem Weg zum Beispiel etwas zu trinken kaufen muss.
Jedenfalls finde ich es für einen Schüler auch vollkommen angemessen, zwischen sieben und acht Euro für eine Nachhilfestunde zu bekommen. Das ist immer noch mehr, als man bei vielen anderen Jobs verdient, und außerdem ist ein Schüler eben keine ausgebildete Lehrkraft, der man ein volles Gehalt zahlen muss.
Ich habe früher auch noch oft Nachhilfestunden in Französisch gegeben. Als Schülerin habe ich in Euro umgerechnet rund 7 Euro pro Stunde verlangt. Das war für mich damals ein sehr nettes Nebeneinkommen und dennoch billiger als die damaligen Durchschnittspreise für Privatstunden.
Ich würde in deiner Situation als Schüler 8 bis 10 Euro gerecht finden - wenn du zu deinem Nachhilfeschüler nach Hause fährst auch ein wenig mehr für die Fahrtkosten. Bedenke, dass du dann nicht nur Fahrtkosten hast, sondern dass es auch ganz schön zeitaufwändig sein kann. Ich bin früher auch noch öfters zu den Schülern nach Hause gefahren. Damit habe ich dann jedoch bald einmal aufgehört, vor allem wenn sie dann doch ein wenig weiter weg gewohnt haben. Später habe ich dann auch um einiges mehr verlangt bis hin zu 25 Euro nach meinem Studium.
Es macht denke ich auch ein wenig Unterschied wo du die Nachhilfe anbietest. Ich habe nach meinem Studium in Wien gewohnt, da waren 25 Euro pro Stunde untere Durchschnittspreise für Privatstunden. Derzeit wohne ich am Land, da sind die Preise ein wenig niedriger. Nachhilfeinstitute bieten natürlich viel billigere Stunden als Privatpersonen an. Dort sind dann jedoch in der Regel auch Gruppen von 4 Personen.
Die beste Idee wäre es wohl, sich bei den Eltern des Kindes, das man unterichten möchte, zu erkundigen. Meist haben die schon eine mehr oder weniger genaue Vorstellung davon, wieviel sie einem Nachhilfelehrer zu zahlen bereit sind und in der Regel lässt sich sagen, dass diese Preisvorstellungen selten so ausgelegt sind, dass sie den Lehrer unterbezahlen. Ganz besonders dann nicht, wenn es sich bei dem Nachhilfelehrer um einen Schüler handelt ![]()
Ich würde sagen, dass du je nach Klasse und Schulform variieren solltest.
Aber einen Stundenlohn von 15-20 Euro halte ich für angemessen. Dann muss der Nachhilfeunterricht natürlich auch qualitativ gut sein. Du solltest dir natürlich überlegen, ob du es bei dir zu Hause machen möchtest oder bei dem Schüler direkt. Wenn du zu ihm nach Hause musst ist ein etwas höherer Preis sogar in Ordnung. Aber ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen, dass das wirklich stressig werden kann. Gerade wenn die Schüler weiter weg wohnen.
Für Leute die es sich nicht so gut leisten können kannst du ja auch Nachhilfe in kleinen Gruppen von 2-4 Personen anbieten, denn dann wird es günstiger. Wichtig ist hier nur, dass du dann auch genügend Zeit für jeden hast, sonst ist es nicht so gut in Gruppen Nachhilfe zu geben.
Aber es könnte auch eine gute Idee sein, wenn du erst mit den Interessenten sprichst, um abzuklären, was sie sich so darunter vorstellen.
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