Tipps um Cholesterinwerte zu verbessern
Ich habe einige in der Familie, die einen zu hohen Cholesterinspiegel haben. Ist es eigentlich irgendwie möglich auch ohne groß Diät zu machen, den Cholesterinspiegel zu senken? Mein Vater beispielsweise will nur noch die Margarine von becel essen, weil die eine Sorte angeblich den Cholesterinspiegel nicht nur in der Waage hält, sondern auch senkt.
Welche Tipps habt ihr um den Cholesterinspiegel zu senken? Welche Nahrungsmittel, welche Nahrungsergänzungsmittel und was könnt ihr außer Medikamente vom Arzt du viel Sport empfehlen?
Haben deine Verwandten keine Informationsmaterialien beim Arzt bekommen? Das war bei meinen Verwandten so. Da gab es dann solche Infobroschüren, welche Lebensmitteln wie viel schlechtes Cholesterin enthalten und daher eher seltener verzehrt werden sollten. Da waren auch Dinge dabei, mit denen man nicht automatisch gerechnet hat, wie einige Meeresfrüchte.
Achte aber darauf, dass es sich unbedingt um Material handelt, das wissenschaftlich auf dem neuesten Stand ist. So weit ich das mitbekommen habe, hat sich zumindest bei der Einschätzung der Eier in den letzten Jahren was geändert.
Das beste in so einem Fall ist wohl eine absolut vegane Ernährung. Oder auch eine vegetarische Ernährung ist besser, als die normale, traditionelle mitteleuropäische Kost. Aber das ist es wohl, was du mit Diät meinst? Da aber Cholesterin meines Wissens hauptsächlich in Lebensmiteln tierischen Ursprungs enthalten sind, bringt dann so eine Umstellung schnelle Erfolge. Aber die Hemmschwelle zu so einer rigorosen Umstellung liegt ja bekanntlich recht hoch.
Auch wenn man nicht gleich so rigoros durchgreift, sollte man doch die Ernährung an die Krankheit so weit als möglich anpassen. Deine Verwandten sollten mal beim Hausarzt fragen, ob man nicht ein paar Sitzungen Ernährungsberatung erstattet bekommt, um da ein wenig Wissen zu erwerben. Denn nur eine spezielle Margarine benutzen, das wird vermutlich nicht alleine ausreichen, wenn man sonst nichts ändert. Denn wenn die Margarine so hoch wirksam wäre, könnte ich mir kaum vorstellen, dass sie im normalen Lebensmittelladen erhältlich ist und nicht über die Apotheke bezogen werden muss.
Der Einfluss der Ernährung auf den Cholesterinspiegel ist relativ klein. Auch die Gefahren einer erhöhten Spiegels sind alles andere als unumstritten. Daher sind eher andere Maßnahmen sinnvoll, als direkt an der Ernährung in Bezug auf Cholesterin zu schrauben. Nikotinverzicht, Gewichtsreduktion und mehr Bewegung bringen mehr, als die Umstellung der Ernährung auf cholesterinarme Nahrungsmittel.
Mit pflanzlichen Statinen angereicherte Nachrungsmittel wie die neueren Becel-Varianten wirken sich sogar eher negativ auf die Gesundheit der Gefäße aus. Das schadet eher als es nützt.
Wenn man von Menschen mit einer genetisch bedingten Störung im Cholesterinstoffwechsel absieht, dann haben die hohen Werte allein relativ wenig Einfluss auf die Gesundheit. Und selbst bei diesen Menschen, die astronomische Blutwerte erreichen, sinkt das Risiko für Probleme nach dem 55. Lebensjahr deutlich, ohne dass die Werte sinken. Bisher zeigen Studien, dass hohe Werte eher in jüngeren Jahren problematisch sein können als im Seniorenalter.
Bewegung, der Verzicht auf das Rauchen, eine langsame Gewichtsreduktion und Fette mit einem hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren und wenig Omega-6 sind im Prinzip die besten Mittel. Phytosterine in Lebensmitteln und Medikamente bringen eher Schaden als Nutzen.
Allerdings steht eine große Lobby hinter diesem Thema, denn damit lässt sich viel Geld verdienen. Wie in vielen anderen Bereichen der Medizin steht der Profit oder vor der Vernunft. Heute wird eine medikamentöse Therapie beispielsweise für einen Mann mit Mitte 40 empfohlen, der nur leicht erhöhte Werte hat und sonst keine Risikofaktoren in seinem Leben und auch keine genetische Präposition für koronare Herzerkrankung oder Schlaganfall hat. Wie bei anderen Werten auch, wurden die Grenzwerte in den letzten Jahrzehnten dank Lobbyarbeit immer stärker gesenkt, Metastudien zeigen aber, dass eine Behandlung hier eher Schaden als Nutzen bringt.
Dazu kommt der große Unterschied zwischen Frauen und Männern. Während Männer ohne Gendefekt bis maximal Mitte 40 eventuell von einem gesenkten Cholesterinspiegel profitieren, sind die Ergebnisse bei Frauen deutlich schlechter. Die meisten Handlungsweisen in Bezug auf Cholesterin beruhen auch schlichten Annahmen und nicht auf bewiesenen Tatsachen. Auch das ist der Medizin ziemlich häufig der Fall. Genauere Ergebnisse wünscht die Lobby aus verständlichen Gründen aber nicht. P.S. Medizin ist eine sehr gute Sache, nur ab und zu sollte man genauer hinsehen und den für sich passenden Weg finden.
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