Sollte Werbung für Süßigkeiten verboten werden?

vom 05.12.2022, 12:55 Uhr

Derzeit wird auf Politebene diskutiert, ob man Werbung für Süßigkeiten ganz verbieten oder zumindest stark beschränken sollte. Laut Umfragen ist eine große Mehrheit der Deutschen dafür. Ich würde mich da etwas schwertun, wenn ich da so spontan darüber abstimmen müsste. Wärt ihr denn für ein Werbeverbot für Süßigkeiten? Wie würdet ihr darüber abstimmen und warum?

Benutzeravatar

» Lupenleser » Beiträge: 920 » Talkpoints: 628,54 » Auszeichnung für 500 Beiträge



Ich befürchte, dass ein Werbeverbot für Süßigkeiten viel Bürokratie mit sich bringe würde und am Ende wahrscheinlich kaum eine Wirkung zeigen würde.

Wer Süßigkeiten mag, der wird sich auch weiterhin Süßes kaufen. Dass Süßigkeiten im Übermaß ungesund sind weiß man, aber es wird gegessen worauf man Appetit hat. Ich finde es sehr fraglich, ob ein Werbeverbot daran etwas ändern würde.

Ich bin sehr dafür, dass sich die Menschen gesund ernähren. Verbote sind meiner Meinung aber der falsche Weg. Wichtiger finde ich, dass mehr gesunde Lebensmittel angeboten werden. Und gerade bei Kindern und Jugendlichen finde ich es wichtig, dass man ihnen zeigt, wie man gesunde Lebensmittel appetitlich zubereiten kann. Aber keinesfalls sollte man mit Verboten oder Drängen arbeiten, das bewirkt meistens eher das Gegenteil.

» kengi » Beiträge: 870 » Talkpoints: 12,49 » Auszeichnung für 500 Beiträge


Eher nicht, wenn ich so darüber nachdenke. Irgendwo fängt dann doch die Bevormundung an. Und anders als Nikotin und Alkohol sind Fett und Zucker ja nicht per se Giftstoffe, die der Gesundheit unabhängig von der Dosierung nur schaden. Wenn man also für Fusel im weitesten Sinne Werbung machen darf, aber für Schokolade nicht, wäre das in meinen Augen schon reichlich unlogisch und weniger eine Frage der Gesundheit der Bevölkerung, sondern eher kopfloser Aktionismus.

Außerdem wird doch immer auf Selbstverantwortung gesetzt und darauf hingewiesen, dass mündige Bürger durch Bildung und Information selber lernen und einschätzen können, was in welcher Dosierung gut für sie ist, wenn sie den Stoff in ihren Körper tun. Ein vielfältiges Angebot ist schließlich vorhanden. Wichtiger fände ich es, dass sich auch alle Leute "gesunde" Lebensmittel wie frisches Obst und Gemüse auch tatsächlich leisten können. Es schlagen sich schon viel zu viele mit Toastbrot, Tee und Margarine durch, und zwar nicht weil sie dumm sind, sondern weil der Geldbeutel sonst nicht viel hergibt.

» Gerbera » Beiträge: 10819 » Talkpoints: 4,26 » Auszeichnung für 10000 Beiträge



Ich bin zwar dafür, dass vor allem die Kinder und Jugendlichen weniger Süßigkeiten essen. Trotzdem würde ich nicht für ein Werbeverbot stimmen. Das ist in meinen Augen der falsche Weg. Wer gerne Süßigkeiten konsumiert, der wird es vermutlich auch weiterhin tun, auch wenn die Werbung hierfür verboten wird. Besser wäre es, Projekte in Kindergärten und Schulen zu fördern, die sich mit gesunder Ernährung beschäftigen. Je früher man Kinder an gesundes Essen gewöhnt, desto besser.

Außerdem sollten Anreize geschaffen werden, damit im Supermarkt mehr gesunde Lebensmittel angeboten werden. So kann man ohne Verbote gesunde Ernährung fördern. Wer sich ausgewogen und gesund ernährt, hat weniger Lust auf Süßigkeiten. Das ist der sinnvollere Weg. Ob sich das in der Praxis umsetzen lässt ist eine andere Frage. Denn ob die Lebensmittelindustrie hier mitspielen würde ist mehr als fraglich.

» kengi » Beiträge: 870 » Talkpoints: 12,49 » Auszeichnung für 500 Beiträge



Wenn man die Werbung in Medien, die sich speziell an Kinder richten, einschränkt könnte ich das vielleicht noch verstehen. Aber andererseits macht es dann halt auch keinen Sinn mehr wenn weiterhin die Werbung für die Fertigpizza läuft. Die ist nämlich kein Stück "gesünder" als die Süßigkeiten.

Und ein Verbot allein sorgt weder für eine bessere Ernährung noch für ein vernünftigeres Konsumverhalten im allgemeinen. Wir werden jeden Tag mit so vielen Werbebotschaften konfrontiert, je schneller Kinder lernen damit umzugehen und kritisch zu hinterfragen desto besser.

Benutzeravatar

» Cloudy24 » Beiträge: 27073 » Talkpoints: 57,14 » Auszeichnung für 27000 Beiträge


Ich finde schon, denn die Haribo Werbung nervt schon enorm. Außerdem kaufe ich wegen Werbungen sicher nicht irgendwelche Süßigkeiten. Schlimmer ist es sicher, wenn Kinder die Werbungen sehen. Soviel ich mitbekomme, schauen die aber eher TikTok als Fernsehen und wenn eher RTL2 und co, wo wohl diese Werbungen öfters zu sehen sind. Ich denke, die Werbung wird halt dann verstärkt im Internet platziert werden.

» celles » Beiträge: 8619 » Talkpoints: 44,94 » Auszeichnung für 8000 Beiträge


Grundsätzlich sehe ich zunächst einmal die Eltern in der Pflicht, wenn sie ihrem Kind schon etwas zum Essen kaufen, dass sie auf dessen Gesundheit achten. Das beinhaltet eben auch, dass man sicherlich mal etwas Süßes auf den Tisch packen kann, ähnlich dem Belohnungsprinzip, aber doch nicht dauerhaft, damit ein Kind beispielsweise still ist.

Kinder sehen auch abseits von Werbespots genug vor Ort, was sie wollen, aber eben nicht immer bekommen sollten. Seien es finanzielle Gründe, die oft dagegen sprechen und vor allem gesundheitliche Bedenken. Natürlich wissen die Hersteller genau, wie sie Kinder packen müssen und achten gezielt auf entsprechende Strategien, damit am besten das quengelnde Kind im Supermarkt strampelt und die Mama nachgibt. So darf es jedoch nicht sein.

Nur weil Kinder im TV eben etwas zu sehen bekommen, müssen konsequente Eltern eben nicht zugreifen. Aus meinem Umfeld ist es jedoch mittlerweile ein O-Ton geworden, dass dann das Kind wenigstens mal ruhig ist. Es bekommt ein Tablet, ein Smartphone und süße Speisen, damit Mama/Papa ihre Ruhe haben oder auch im Supermarkt problemlos shoppen können. Chapot, läuft!

Wobei man auch in Vergleich ziehen kann, dass es in Chile super geklappt hat und das steigende Übergewicht durch Werbespots, Süßigkeiten & Co mittels Zuckerverbote, Werbeverbote und anderen Maßnahmen gut kontrolliert wurde. Ob da weiterhin so strikt gehandelt wird, weiß ich nicht, aber deutschlandweit ist doch schon jedes dritte Kind gefühlt übergewichtig, kann sich teils sportlich kaum mehr im Unterricht aufrappeln und mehr.

Ich sehe da jedoch nicht die Werbeindustrie und das Marketing der jeweiligen Hersteller in der Pflicht, sondern nur die Eltern und Verwandten. Diese müssen nicht nachgeben, für eine gesunde Ernährung eben etwas tun und Süßes nur in „Maßen“ mal gestatten. Doch wer Milchschnitten, Kinder Ferrero Artikel & Co in maßen zu Hause hat, dem ist eben nicht zu helfen.

Benutzeravatar

» Kätzchen14 » Beiträge: 6064 » Talkpoints: 31,91 » Auszeichnung für 6000 Beiträge



Ähnliche Themen

Weitere interessante Themen

^