Sollte es einen Kündigungsbutton für Onlineverträge geben?

vom 04.01.2020, 13:14 Uhr

Kritiker sind der Meinung dass es oft viel zu schwierig ist einen Onlinevertrag wieder zu kündigen. Einen Onlinevertrag abgeschlossen hat man dagegen sehr schnell. Vor allem aus Verträgen mit automatischer Verlängerung kommen viele Verbraucher erst viel zu spät raus. Verbraucherschützer und Politiker fordern deshalb, dass es einfacher werden muss,abgeschlossene Verträge wieder zu kündigen.

Die Grünen fordern jetzt dass ein Vertrag online genauso leicht gekündigt werden kann wie er abgeschlossen wurde. Es soll nicht mehr nur über eine mühsam auffindbare E-Mail-Adresse im Impressum, Faxe etc. geschehen sondern per Kündigung durch Mausklick auf einen leicht auffindbaren, eindeutigen Kündigungsbutton.

Frau Rößner sagt:

„Wer sich unkompliziert in einen Vertrag reinklicken kann, muss sich auch unkompliziert wieder rausklicken können“

Unternehmen sollten ihre Kunden durch Qualität und guten Service von ihren Verträgen überzeugen und nicht nicht durch umständliche Kündigungswege an ihr Unternehmen binden.

Ich finde die Idee eines solchen Kündigungsbutton wirklich gut und auch zeitgemäß. Ich kenne viele Menschen die einfach Abos & Co. weiterlaufen lassen ohne einen großen Nutzen etc. davon zu haben nur weil ihnen der Kündigungsvorgang zu kompliziert erscheint oder sie zu bequem sind ein extra Kündigungsschreiben zu formulieren etc.

Ich dagegen setze mich in der Regel dann schon hin und mache mir die Mühe, weil ich einfach zu geizig dafür bin, Geld unnötig aus dem Fenster zu werfen. Einen solchen Button würde ich aber dennoch begrüßen. Wie seht ihr das? Würdet ihr schneller mal einen unnötigen Vertrag wieder kündigen wenn es einen solchen Button gäbe?

» EngelmitHerz » Beiträge: 2023 » Talkpoints: 82,65 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Grundsätzlich finde ich die Idee sehr gut. Warum sollte nur einer der beiden Parteien in den Genuss kommen, ganz leicht einen Vorteil zu haben indem sich der Vertrag ganz leicht abschließen aber nicht so leicht kündigen lässt. Selbst eine E-Mail Kündigung ist ja oft schon schwierig, weil sich keine Adresse finden lässt oder auf die E-Mails einfach nicht geantwortet wird.

Da würde ich das schon sehr praktisch finden, wenn ich da einfach auch problemlos online kündigen könnte, wenn ich den Vertrag auch einfach online abschließen kann.

» Klehmchen » Beiträge: 4988 » Talkpoints: 814,96 » Auszeichnung für 4000 Beiträge


Es kommt ja vor allem darauf an, was man unter Onlineverträgen versteht. Versteht man darunter tatsächlich alle Verträge die man online abschließt, auch wenn es sich vielleicht um Verträge von Firmen handelt die auch offline vertreten sind? Oder versteht man unter Onlineverträge nur Verträge die man bei Firmen abschließt, die auch wirklich nur online agieren. Zu letzteren würde ich zum Beispiel Abos für bestimmte Onlinedienste oder ähnliches verstehen. Und die kann man, meines Wissens, auch relativ einfach kündigen. Ich hatte zum Beispiel ein Abo für Hörbücher zum Download und konnte dieses mit wenigen Klicks kündigen.

Bei anderen Verträgen, zum Beispiel dem Abschluss eines Girokontos, ist natürlich schon ein wenig mehr nötig, den Vertrag aufzulösen als bei einfachen Abos. Da ist es mit ein paar Klicks vermutlich nicht getan. Auch wenn ich dies begrüßen würde. Denn auch ich finde, dass man einen Vertrag genauso leicht kündigen können sollte, wie man ihn abgeschlossen hat. Zumindest wäre dies Verbraucherfreundlich.

» Anijenije » Beiträge: 2723 » Talkpoints: 51,04 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Anijenije hat geschrieben:Zu letzteren würde ich zum Beispiel Abos für bestimmte Onlinedienste oder ähnliches verstehen. Und die kann man, meines Wissens, auch relativ einfach kündigen.

Hier will ich mal ganz vehement widersprechen. Man kann keinesfalls alle Abos relativ einfach kündigen. Wenn ich da nur an meinen Handyvertrag denke, der eigentlich gar keine mobilen Abos zulässt, habe ich trotzdem mindestens einmal im Jahr irgendwelche online abgeschlossenen Abos an der Backe und weiß überhaupt nicht wo die herkommen. Keine Vertragsbestätigungen, merkwürdige Telefonnummer an die man sich wenden kann, die einem aber gar nicht hilft und für die Kündigung lässt sich keine Adresse oder E-Mail finden. Bisher habe ich das dann immer über meinen Mobilfunkanbieter rückabgewickelt. Aber auch das gestaltete sich je nach Servicemitarbeiter mal mehr und mal weniger schwierig.

Grundsätzlich denke ich, ist es auch völlig egal, ob der Anbieter der Verträge noch Filialen hat oder nicht. Es sollte doch immer möglich sein einen Vertrag auf die gleiche Art und Weise zu kündigen, wie er abgeschlossen wurde. Wenn ich online einen Vertrag eingehen kann, warum sollte mich dann jemand zwingen können diesen in einer Filiale oder auch per Brief wieder zu kündigen? Es gibt ja genug Onlinedienste wo das eben auch wirklich problemlos möglich ist und es einen einfachen Kündigungsbutton gibt. Das sollte einfach für jeden Anbieter vorgeschrieben werden, dass er so eine Kündigungsmöglichkeit vorhalten muss, wenn man genauso Verträge abschließen kann.

» Klehmchen » Beiträge: 4988 » Talkpoints: 814,96 » Auszeichnung für 4000 Beiträge



Ich würde es schon sehr begrüßen, wenn dies möglich wäre und finde den Ansatz einfach da kündigen zu können, welchen Weg man gegangen ist, sinnvoll. Habe ich online einen Vertrag abgeschlossen, sollte ich ihn auch online kündigen können und dann kein großes Theater damit haben, aber das ist oft nicht der Fall. Ich hatte mal online ein Abo abgeschlossen, bei dem es sehr schwer war dieses zu kündigen, weil es für mich sehr schwer ersichtlich war an wen ich die Kündigung schicken muss. Das muss einfacher gehen.

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» Ramones » Beiträge: 42068 » Talkpoints: 17,66 » Auszeichnung für 42000 Beiträge


Auch ich würde es sehr begrüßen, wenn Verträge unkompliziert "per Klick" gekündigt werden könnten. Davon sind wie in Deutschland in der Praxis aber unendlich weit entfernt. Denn wohl kaum haben Unternehmen wirklich Interesse an so flexiblen Möglichkeiten für ihre Kunden. Fakt ist, dass die "Faulheit" vieler Menschen dazu führt, dass komplizierte Kündigungen verspätet oder manchmal womöglich sogar gar nicht angegangen werden... Und so bleiben eigentlich nicht (mehr) gewünschte Verträge einfach bestehen und verursachen des Betroffenen Kosten.

» Wesie » Beiträge: 305 » Talkpoints: 3,04 » Auszeichnung für 100 Beiträge


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