Selektion der ''molligen'' Gene?
Vor kurzem habe ich in einem Buch gelesen, dass es heutzutage so etwas wie die ''Selektion der molligen Gene'' geben soll. Das lägen offenbar daran, dass viele Menschen fälschlicherweise glauben, dass dünne Menschen gesünder seien. Menschen die dem Klischee entsprechen (dünn, sportlich, Vollkornprodukte-essend) fühlen sich dementsprechend als etwas besseres, als ihre molligen Mitmenschen. Diese werden im Gegenzug diskriminiert.
Das zeigt sich vor allen Dingen im der Arbeitswelt. Es ist inzwischen statistisch erwiesen, dass eher schlanke Menschen eine Stelle bekommen, als mollige Menschen. Die Konsequenz des ganzen ist, dass mollige Menschen generell eher schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben und daher häufiger als Hartz IV Empfänger enden.
Und da die Kinder von molligen Menschen nicht selten auch das ''Moppel-Gen'' haben, leben auch diese in einer sozial niedrigeren Schicht. Daraus entsteht dann der Mythos des faulen und dummen, dicken Menschen. Im Grunde ist es aber nichts anderes als rücksichtslose, stupide, soziale Auslese.
Ist euch sowas bereits aufgefallen und wie könnte die Gesellschaft dieses Problem überwinden? Denkt ihr dass es noch Hoffnung gibt oder werden Menschen in Zukunft dazu verdammt sein sich herunterzuhungern wenn sie eine Arbeitsstelle haben wollen?
Selbstverständlich haben heutzutage und vor allem in unserer westlichen Kulturlandschaft schlanke und sportliche Menschen ein deutlich besseres Standing. Wir leben in einer freien Marktwirtschaft und da ist es dann auch nicht verwunderlich, wenn vor allem schlanke Menschen eine Arbeitsstelle bekommen. Ich würde als Arbeitgeber ehrlicherweise nicht anders handeln und finde das auch nicht sonderlich verwerflich.
Man muss jedoch aufpassen, wenn man in diesem Zusammenhang von Genen spricht. Es gibt grob gesagt drei verschiedene Körpertypen, wobei jeweils einer dazu neigt dünn, muskulös oder dick zu sein. Es geht um eine Veranlagung, die aber keineswegs unumgänglich ist. Wer viel Sport macht und sich gesund ernährt, der wird auch trotz ungünstiger Gene dünn sein. Von daher kann ich keinerlei Mitgefühl empfinden. Es findet also eher eine ganz natürliche Selektion der faulen Menschen von den disziplinierten sowie fleißigen Menschen statt.
In der Zukunft wird sich das Blatt sicherlich nicht mehr zugunsten der molligen Menschen drehen, aber ich glaube im Gegenzug auch nicht, dass sich die Situation noch sonderlich verschlimmern wird. Herunterhungern muss sich zwingend keiner, aber es hätte definitiv Vorteile, was die Partner- und Arbeitssuche angeht.
Synchro hat geschrieben:Es findet also eher eine ganz natürliche Selektion der faulen Menschen von den disziplinierten sowie fleißigen Menschen statt.
Damit bedienst du natürlich bestens das Klischee was die Deutschen von dicken Menschen haben, faul und undiszipliniert. Früher habe ich auch so gedacht, denn ich selbst habe keine Gewichtsprobleme und neige zu Untergewicht. Heute ist es mir extrem peinlich, dass ich sowas gedacht habe und ich würde es niemals mehr sagen.
Menschen die dick sind können nur selten abnehmen, auch wenn du dir das gerne einbildest. Ärzte verschreiben dicken Menschen gerne Sport und gesunde Ernährung und viele halten sich daran. Abnehmen tun sie dadurch nicht. Wie man heute weiß spielen da sehr viel mehr Faktoren eine Rolle, als ein bisschen rumzulaufen und sich von Möhren zu ernähren. Viele Menschen verdauen Ballaststoffe sehr effizient, so dass Salate für diese Menschen eher eine Kaloriebombe sind.
Wer schon mal einen Jojoeffekt beobachtet hat, weiß vielleicht wovon ich rede. Eine Bekannte von mir nimmt ab und innerhalb kürzester Zeit hat sie alle Pfunde wieder drauf! Warum? Hat sie so viel gegessen? Nein! Der Körper ist einfach auf das mollig sein programmiert und solche epigenetischen Marker lassen sich nicht einfach ausknipsen. Das wäre doch einfach und dann gäbe es kaum Dicke.
So einfach ist das aber eben nicht. Um schlank zu bleiben müssten solche Menschen extrem wenig essen und das würde ihre Lebensqualität drastisch senken, denn so viel Disziplin und Unterdrückung der eigenen Gefühle führt nicht selten zu Depressionen und macht unglücklich. Davon mal abgesehen stellt sich die Frage, warum man überhaupt abnehmen sollte, da doch inzwischen erwiesen ist, dass dünne Menschen nicht gesünder sind, im Gegenteil, mollige Menschen leben in der Regel länger (nachzulesen auf IQWiG).
Wer also in Zukunft noch mollige Menschen als undiszipliniert ansieht, sollte sich lieber mal Fragen ob sich da nicht paar Bildungslücken offen tun.
Kommt es nicht auch auf die Arbeitsstelle an? Die Tendenz geht immer weiter hin in Richtung Bürojobs. In Büros wird auf ein gepflegtes Äußeres geachtet und dazu gehört teilweise auch der Körperbau. Hinzu kommt, dass ein gesund wirkendes Äußeres auch auf einen gesunden Lebensstil hinweist. Ein gesund lebender Mitarbeiter ist weniger krank und somit für den Arbeitgeber eher von Vorteil.
Wie sieht es hinsichtlich der Intelligenz aus? Ein Mensch, welcher auf sein Äußeres achtet und sich damit beschäftigt macht sich Gedanken über seine Wirkung gegenüber anderen: "Wie könnte ich wirken", "Was könnte man denken". Er reflektiert sich selbst. Im Gegensatz dazu steht jemand, der sich gehen lässt, dem seine Wirkung auf andere egal ist. Wen würden sie einstellen?
Ich möchte hier keinesfalls irgendetwas verallgemeinern, aber genau das ist der erste Eindruck. Den ersten Eindruck zu überwinden ist die Sache der Personalämter. Sie sollten sich in Vorstellungsgesprächen nicht vom Äußeren lenken lassen, sondern gewisse Sachen auch hinterfragen. Ob und wie das in der Praxis möglich ist, ist ein anderes Kapitel
Crispin hat geschrieben:Menschen die dick sind können nur selten abnehmen, auch wenn du dir das gerne einbildest. Ärzte verschreiben dicken Menschen gerne Sport und gesunde Ernährung und viele halten sich daran. Abnehmen tun sie dadurch nicht.
Im Fernsehen - RTL oder Sat1 - läuft gerade eine Sendung, in der dicke Menschen in eine Art Camp zum Abnehmen gesteckt werden. Da sind Leute dabei, die teilweise sechs Kilo in einer Woche abnehmen, was schon arg extrem ist, aber bei dem Ausgangsgewicht und dem straffen Sportprogramm auch wiederum nicht so unwahrscheinlich. Wie erklärst du dir das? Alles Schwindel für die Quote? Photoshop damit die Leutchen am Ende schlanker aussehen? Körperdoubles? Propaganda gegen die Menschen, deren Lehre du so toll findest?
Cloudy24 hat geschrieben:Im Fernsehen - RTL oder Sat1 - läuft gerade eine Sendung, in der dicke Menschen in eine Art Camp zum Abnehmen gesteckt werden. Da sind Leute dabei, die teilweise sechs Kilo in einer Woche abnehmen, was schon arg extrem ist, aber bei dem Ausgangsgewicht und dem straffen Sportprogramm auch wiederum nicht so unwahrscheinlich. Wie erklärst du dir das?
Sie hat doch schon gesagt, dass es eben auch Menschen gibt, für die schon Salat zu Kalorienbomben wird, weil sie eben ein ganz anderes Verdauungssystem haben. Offenbar ist von diesen Menschen niemand bei RTL oder sonstwo um abzunehmen. Es gibt eben solche und solche, wie ich finde.
Meine Tante ist auch schon immer mollig gewesen, von Kindheit an und sie hat endlose Diäten gemacht und auch Sport, aber sie nahm eher zu als ab. Bei der würde auch kein Diät-Camp von RTL helfen, weil sie wie ich annehme so einen empfindlichen Darm hat was Salate und solche Sachen angeht und von dieser Sorte kenne ich so einige Exemplare. Irgendwann hat sie einfach aufgegeben, abnehmen zu wollen, weil das nach vielen Jahren mit Sport und Ernährungsumstellung einfach nicht funktioniert hat. Sie ist jetzt viel glücklicher seit sie sich akzeptiert wie sie ist.
Olly173 hat geschrieben:Sie hat doch schon gesagt, dass es eben auch Menschen gibt, für die schon Salat zu Kalorienbomben wird, weil sie eben ein ganz anderes Verdauungssystem haben.
Entweder wird es Zeit für eine Lesebrille oder der Text wurde geändert, aber ich sehe das hier nirgends. Und eine schnelle Google Suche zu dem Thema hat nur jede Menge Artikel über kalorienreiche Zutaten im Salat zu Tage gefördert. Ja, wenn man sich fett Dressing über den Salat kippt und Mais, Käse, Schinken, Kartoffeln und Nudeln auf dem Teller hat ist das kein kalorienarmes Essen mehr. Wer hätte das gedacht.
Ich bitte also um Links zu seriösen und überprüften wissenschaftlichen Studien die besagen, dass man von einem Kopfsalat ohne alles dick werden kann.
Wenn es ein Gen geben würde, das dafür sorgen würde, dass man mit wesentlich weniger Nahrung auskommt als der Durchschnitt, dann würden das doch inzwischen alle Menschen haben. Die Menschheit hat ja viele Hungersnöte hinter sich und die hätten dann ja hauptsächlich die Menschen überlebt, die diesen genetischen Vorteil hatten. Und die hätten sich dann fortgepflanzt und dieses Gen weiter vererbt. So funktioniert Evolution und natürlich Auslese doch.
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