Schwierigen beruflichen Kontakt intensivieren für Besserung?

vom 17.09.2019, 22:12 Uhr

A hat beruflich einen menschlich und fachlich einigermaßen schwierigen Kontakt, welcher ihm projektbezogen überstellt ist. Immer wenn A mit Herrn Korinthe zu tun hat, findet dieser diverse kleine Fehler in der Arbeit und jeder stöhnt, weil den anderen das Leben schwer gemacht wird. Dabei ist Herr Korinthe kein Mobber, sondern wie sein Name schon sagt, etwas zwanghaft und will noch den winzigsten Anschein eines Fehlers ausgemerzt wissen, egal, wie unwichtig oder banal er sein mag. Das kann den Arbeitsfluss für die anderen schon aufhalten und alle knirschen mit den Zähnen, wenn Herrn Korinthe die Arbeit vorgelegt werden muss.

Da auch der Vorgesetzte aller Parteien um Herrn Korinthes relative Schwierigkeit Bescheid weiß, hat er jetzt den Vorschlag gemacht, dass A sich dem anderen menschlich nähern soll, um die Arbeit und das Unwohlsein auf eine andere Ebene zu hieven. Wie sind die Erfolgsaussichten für das Unterfangen? Ändert das überhaupt etwas?

» Verbena » Beiträge: 3963 » Talkpoints: 1,15 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



Ohne die Personen zu kennen, ist es natürlich nun schwierig, etwas über die Erfolgsaussichten zu sagen und ich weiß auch nicht, ob es etwas ändern kann. Ich finde die Idee nicht so verkehrt, aber ich fände es auch sinnvoll, dass der Chef selber mal mit Herrn Korinthe redet und ihm nahebringt, dass seine Fehlersuche nur dazu führt, dass Projekte sich verzögern, was eben nicht im Sinne des Unternehmens ist.

Das wäre für mich der erste Punkt, denn immerhin ist er doch auch der Vorgesetzte von Herrn Korinthe und muss das entsprechend klären. Denn wenn A mit Herrn Korinthe tatsächlich besser persönlich klarkommt, weil A sich eben Mühe gibt, dann sind doch auch noch die anderen Mitarbeiter da, die unter Herrn Korinthes zwanghaftem Verhalten leiden.

Ich kann mir also schon vorstellen, dass der Vorschlag des Chefs etwas bringen kann, aber der Chef sollte es eben auch mit als seine Aufgabe ansehen, das Problem in den Griff zu bekommen und das nicht seinen Angestellten alleine überlassen.

» Barbara Ann » Beiträge: 28137 » Talkpoints: 116,20 » Auszeichnung für 28000 Beiträge


In diesem konkreten Fall kann ich auch kein Urteil abgeben, aber in vielen Jobs gehört es leider dazu, sich auch mit "schwierigen" KollegInnen und Mitarbeitern irgendwie zu arrangieren. Die Branche ist dabei so gut wie egal. Verrückte gibt es überall, und oft genug ist wirklich kein böser Wille im Spiel, sondern einfach "nur" krass auseinanderklaffende Persönlichkeiten. Das hat bestimmt schon jeder mal erlebt, egal ob im (Großraum-)Büro, auf dem Bau, beim Streife gehen, Vorlesungen halten oder Regale einräumen.

Und wenn man den Job behalten muss oder will, bleibt eben oft nichts, als irgendwie zu versuchen, ein Arrangement zu finden. Es gibt zwar Leute, die offensichtlich psychisch derart daneben sind, dass nicht mal ein Waffenstillstand möglich ist, aber wenn jemand nur "seine Eigenheiten hat", gehört es für mich dazu, dass man die geistige Reife aufbringt, zumindest einen Konsens basierend auf gegenseitigem Respekt zu finden.

Die allermeisten Menschen haben nämlich durchaus Eigenschaften, die man schätzen und respektieren kann, wenn sie psychisch nicht völlig versaut sind. Bei meinem persönlichen Sargnagel im Büro habe ich es auch geschafft, mich "anzunähern", indem ich mich zumindest symbolisch dafür interessiert habe, was die gute Frau privat so umtreibt und auch meine Wertschätzung dafür zum Ausdruck gebracht habe, was sie so alles gut macht und wofür sie sich engagiert. Es ist immer noch hart, weil die Alte einfach unendlich nervt, aber wenn man sich auf Mitmenschen auf persönlicher Ebene ein bisschen einlässt, gibt es zumindest weniger Konflikte.

» Gerbera » Beiträge: 8292 » Talkpoints: 0,74 » Auszeichnung für 8000 Beiträge



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