Onlinebanking bald nur noch per Smartphone möglich?

vom 05.06.2019, 10:49 Uhr

Die jetzt vermehrt ins Haus flatternden Mitteilungen vieler Kreditinstitute beziehen sich auf Änderungen der Geschäftsbedingungen in Folge der europarechtlich vorgeschriebenen "zweiten Stufe der Umsetzung der Zahlungsdiensterichlinie". Das bedeutet, dass starke Kundenauthentifizierungen verpflichtend werden. Insbesondere wird das Transaktionsnummern-Verfahren per ShortMessageService (SMS) vollständig aufgegeben.

Das bedeutet, dass mit einem normalen Handy, mit dem man die Transaktionsnummern per SMS empfangen konnte, kein Online-Banking mehr durchgeführt werden kann. Die favorisierten Sicherheitsverfahren setzen voraus, dass vom Bankkunden ein Smartphone benutzt wird. Andere Verfahren zur TAN-Erzeugung benötigen wiederum die Anschaffung entsprechender TAN-Generatoren.

Die Lieferzeiten einiger von den Banken empfohlenen Geräte belaufen sich auf bis zu drei Wochen, so dass der Bankkunde, der kein Smartphone besitzt, in Zeitdruck gerät, will er nach dem Stichdatum noch seine Bankgeschäfte online erledigen. Was haltet Ihr von dieser Umstellung und seid Ihr schon entsprechend darauf vorbereitet?

» Gorgen_ » Beiträge: 398 » Talkpoints: 172,79 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Ich nutze schon seit Jahren einen Generator, weil mir das System recht sicher erschien. Und den gab es kostenlos von der Bank. Nervig ist lediglich der Kauf der passenden Knopfzellen. Ein Smartphone war für mich für das Banking noch nie zwingend notwendig.

» cooper75 » Beiträge: 11654 » Talkpoints: 526,01 » Auszeichnung für 11000 Beiträge


Meine Hauptbank hat eine gut funktionierende App, die ich gerne nutze. Für die Anmeldung beim Online-Banking am PC soll seit ein paar Tagen zur Verifizierung auch die App gestartet werden. Das finde ich ein wenig nervig, besonders, wenn man nur mal schnell gucken möchte.

Aufträge muss ich allerdings auch in der App per PIN oder Fingerabdruck freigeben, da stört es mich nicht, wenn ich zur Anmeldung auch die App starte, da ich sie ja dann sowieso brauche. Ich habe aber eine Möglichkeit gefunden, die das Starten der App beim Anmelden per PC umgeht. mal sehen, wie lange das funktioniert.

» Squeeky » Beiträge: 2678 » Talkpoints: 2,76 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Mittlerweile sind noch mehr Probleme aufgetaucht, insbesondere im Zusammenhang mit der Nutzung von Kreditkarten. Obwohl die Kreditinstitute genug Zeit zur Umsetzung der PDS2 hatten, ist offensichtlich nicht überall das geschehen, was den Kreditkartenbesitzer vor einer unangenehmen Überraschung nach dem 18. September 2019 bewahren könnte. Wer sich für weitergehende Informationen interessiert, sollte diese Seite aufrufen.

» Gorgen_ » Beiträge: 398 » Talkpoints: 172,79 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Ich finde die Umstellung gut und wichtig. Dadurch erhöht sich die allgemeine Sicherheit deutlich. Nach meiner Erfahrung haben die meisten Banken sehr lange Vorlaufzeiten bei der Umstellung eingeplant - zumindest die Banken, die ich kenne.

Sich als Kunde da "auf den letzten Drücker" zu kümmern,. ist natürlich etwas ungünstig. Falls möglich müssten Betroffene dann in der Übergangszeit für dringende Angelegenheiten (Überweisungen u.s.w.) doch mal auf die Dienste einer Filiale zurückgreifen. Auch wenn das je nach Gebührengestaltung bei Girokonto mit höheren Kosten verbunden sein kann.

» Wesie » Beiträge: 273 » Talkpoints: 31,75 » Auszeichnung für 100 Beiträge


Ich bin einer der Kunden, die sich beim einloggen nun eine SMS schicken lassen müssen, welche einen TAN beinhaltet, den ich dann für das einfache Log-In-Verfahren bereits benötige. Das witzige ist halt, dass jede TAN, auch für die Überweisung, von 0,8 Cent auf 0,12 Cent geschraubt wurde und das gilt im Übrigen auch für die TAN-SMS für das Login. Das finde ich persönlich eine Frechheit.

Ich habe niemanden darum gebeten, dass die EU jetzt vor diktiert, wie man sich einloggen soll und dann soll ich auch diese Scheiße mit 0,12 Cent pro Log-In-Verfahren besteuern? Eine Frechheit ist das, aber gewisse Banken lassen sich ohnehin sehr viel und sehr gut extra bezahlen. Abzocker sind das durch und durch. Dazu kommt, dass mir diese Art mit den Smartphones und neumodischen Techniken auch tierisch auf den Sack geht.

Wenn dann wieder nichts geht, kommt keiner in sein Konto. Andere kriegen das Geld dann nicht abgehoben usw. Passiert bei meiner Bank regelmäßig und dann aber 0,12 Cent pro SMS nehmen. Frechheit ist das und das man hier auch Menschen ohne Affinität zu Computern & Co in den Arsch tritt, ist ebenfalls frech.

Ich bin nur noch genervt. Deswegen überweise ich lieber für 7,- Euro bar noch extra. Nicht, dass wegen mir bald ein Mitarbeiter weniger ist, weil sein Platz dank der Technik gespart werden konnte. Online stürzt regelmäßig was ab, telefonisch im Banking auch, Mitarbeiter stellen sich dumm usw.

Habe ich alles schon mehrfach mit meiner Bank gehabt und das, obwohl die Bank immer auf so erlesen und „toll“ tut.

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» Kätzchen14 » Beiträge: 4951 » Talkpoints: 8,46 » Auszeichnung für 4000 Beiträge


Das Problem ist, dass man seit kurzer Zeit online noch nicht einmal seinen Kontostand abfragen kann, ohne ein zeitraubendes Doppel-Anmeldeverfahren durchlaufen zu müssen. Also, früher reichte es völlig aus, seine Kontonummer und ein selbst gewähltes Passwort einzugeben, um auf seine Kontoseite zu kommen. Dort konnte man dann alle möglichen Funktionen aufrufen, wie Kontoauszüge herunterladen, ausdrucken lassen, etc. Nur für kritischere Aufgaben brauchte man eine Nummer aus der per Post auf Anfrage kostenlos zugeschickte Transaktionsnummern-Liste.

Stufenweise wurde es schwieriger gemacht. Zunächst reichte es aus, irgendeine Nummer aus dieser Liste zu verwenden. Das war sehr praktisch, wenn man die Liste sicher aufbewahren wollte, und nur ein zwei Nummern daraus auf einen Zettel notierte, um sie im Laufe der Zeit auch zu benutzen. So konnte einem nicht die ganze Liste abhanden kommen oder geklaut werden.

Dann war das auch nicht mehr möglich. Dann wurde einem zwar eine TAN-Liste geschickt, das System fragte aber immer nach einer bestimmten laufenden Nummer in der jeweiligen TAN-Liste. Das bedeutete in der Praxis für den Kunden, dass man immer die gesamte Liste vor sich liegen haben musste.

Dann war das auch nicht genug. Jetzt wurde ein Telefon-Short-Message-System eingeführt. Ohne Handy war man aufgeschmissen. Es wurde bei jeder zu tätigenden Transaktion, Überweisung oder Änderung in der Kontoeinstellung, Überweisungslimiteinstellung etc, bangend auf die eingehende SMS gewartet. Je nach Auslastung und Mobiltelefonversorgung konnte das schon einmal dauern.

Und gerade im Grenzgebiet wurden derartige SMS nicht "geroamed", gingen beispielsweise nicht über die Grenze zwischen den Niederlanden und Deutschland, so dass man jeweils ein eigenes Konto bei der Amro--Bank, ING Diba, Rabobank etc. und einer Bank in Deutschland aufmachen musste, nur um die SMS im jeweiligen Land empfangen zu können.

Und jetzt kommt die nächste Stufe, jetzt braucht man eine Identität mit Loginnamen und Passwort und dann noch ein taschenrechnerähnliches Gerät, das man an den PC-Monitor hält, um eine TAN zu bekommen, mit der dann der Loginprozess vollendet wird. Das Gerätchen kostet etwa 20,00 Euro, das wäre ja noch zu verschmerzen.

Aber das ist ja immer noch nicht genug. Will man mit Kreditkarte online bezahlen, weil zum Beispiel Amazon Zahlungen per Paypal nicht akzeptiert, dann braucht man noch ein weiteres Sicherheitscheck-Verfahren mit noch einem anderen Gerät. Diese Applikationen sind ursprünglich allesamt auf Smartphonetechnologie hin entwickelt worden und nicht für den "stinknormalen" PC. Warum kann da ein Chip-TAN-Verfahren nicht auch verwendet werden, diese Frage drängt sich mir förmlich auf. Eine plausible Antwort bleiben mir die Banken bis dato schuldig.

Kätzchen14 hat geschrieben:Abzocker sind das durch und durch.

Dieser Begriff liegt mir auf der Zunge. Und vor allem, es sind bestimmt nicht alle Leute so technikaffin, dass sie sich nicht doch noch einen PC-Techniker kommen lassen müssen, der ihnen eine maßgeschneiderte Konfiguration herzaubert.

» Gorgen_ » Beiträge: 398 » Talkpoints: 172,79 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Ich gehe nicht davon aus, dass man in naher Zukunft ein Smartphone fürs Onlinebanking braucht. Es gibt genug Leute die das nicht möchten/können und für die Banken dürfte das kein großer Aufwand sein, wenn die Leute ein TAN-Gerät nutzen.

» Sternenbande » Beiträge: 1823 » Talkpoints: 70,37 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


Ich gehe auch davon aus, dass OnlineBanking auch langfristig ganz ohne die Nutzung eines Smartphones möglich sein wird. Einfach deshalb, weil Banken und Sparkassen ja im Normalfall ein natürliches Interesse daran haben, mit möglichst vielen Kunden zusammen zu arbeiten. Schließlich verdienen sie so ihr Geld.

Aber klar ist natürlich auch, dass die Institute immer technische Wege bevorzugen, die für Kunden und für sie selber möglichst einfach und kostengünstig zu nutzen sind - zum Beispiel das PushTAN-Verfahren. Ein zeitliches Problem bei der Nutzung eines TAN-Generators sehe ich da für Kunden übrigens weniger.

Denn die kann man ja notfalls auch gebraucht online kaufen, wenn die Lieferzeit für Neugeräte zu lange ist. Angesichts der Umstellung in andere Verfahren gibt es genug Bürger, die solche Geräte nicht mehr benötigen oder nicht mehr wollen.

» Wesie » Beiträge: 273 » Talkpoints: 31,75 » Auszeichnung für 100 Beiträge


Ich war zuerst skeptisch, das Online Banking über das Smartphone zu nutzen. Immer wieder muss ich aber fest stellen, dass es so ist, dass es einfach vieles leichter macht. Mittlerweile finde ich es schon umständlich, wenn ich gewisse Apps habe, wo ich einen Laptop oder ein Tablet dafür brauche.

Da ich sehr viel arbeite und auch sonst viel unterwegs bin, ist es so, dass es wirklich für mich einfacher ist, wenn ich so viel wie möglich über das Smartphone machen kann. es wäre deshalb für mich kein Umstand, wenn das Onlinebanking bald nur noch per Smartphone möglich wäre.

Momentan bekomme ich meine TAN über SMS zugesendet. Dieser Service wird natürlich durch Whats App und andere moderne Nachrichtendienste irgendwann ganz verschwinden. Deshalb denke ich mir, dass man wirklich mit der Zeit gehen muss.

Die Zukunft wird so oder so der von allen gefürchtete Chip sein, der implantiert wird. Niemand wird mehr ohne Strichcode zahlen und bezahlen können. Dann braucht man das Smartphone so oder so überhaupt nicht mehr. Und wer blickt schon noch überall durch, bei unserer schnelllebigen Zeit. Die Abschaffung des Bargeldes ist jetzt schon in vollem Gange.

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» nordseekrabbe » Beiträge: 8600 » Talkpoints: 79,10 » Auszeichnung für 8000 Beiträge


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