Mit Abschlussarbeit eine Forschungslücke schließen müssen?

vom 10.11.2016, 21:37 Uhr

In meinem Studium gibt es mehrere unterschiedliche Schwerpunkte und Ausrichtungen, sodass sich die Bachelorarbeiten meiner Kommilitonen oft überhaupt nicht ähneln. Die Dozenten haben, obwohl es alles derselbe Studiengang ist, sehr unterschiedliche Vorstellungen von einer Bachelorarbeit.

Im Fachbereich meiner Dozentin wird zum Beispiel davon abgeraten, selber Forschungen zu betreiben, das heißt, man macht also nur Textarbeit und "schafft" somit nicht wirklich etwas Neues. Die Frist ist nämlich zu kurz, als ob man eine gute Studie hinbekäme. Eine Kommilitonin dagegen muss eine empirische Studie durchführen, der Dozent setzt das voraus. Damit wird ihre Bachelorarbeit eher wie ein Journal-Artikel aufgebaut sein.

Dabei habe ich zwei Freunde (eine von mir studiert etwas ähnliches), die meinten, sie hätten mit ihrer Bachelorarbeit eine Forschungslücke schließen müssen. Das finde ich schon einen hohen Anspruch an eine Abschlussarbeit, schließlich ist es "nur" der Bachelor.

Wie war das bei euch? Findet ihr es normal, dass man da selbstständig forschen muss oder ist das zu viel Aufwand für eine relativ kurze Arbeit? Hättet ihr das in eurer Frist geschafft? Stand es euch frei, sowas zu machen?

» Cappuccino » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »

Zuletzt geändert von Gio am 10.11.2016, 21:42, insgesamt 1-mal geändert. Zeige Beitragsversionen


Also wir hatten 2 Themen eingereicht und einer wurde dann freigegeben ab da hatten wir 30 Tage lang Zeit bis zur Abgabe. Da wir alle andere Berufe haben hat auch jeder ein Thema aus seinem Beruf genommen. Habe in 2 Jahren am Abend mein Betriebswirt gemacht.

Habe bei mir mehrere Analysen durchgeführt sowie eine Kundenumfrage. Diese groß aufzubauen hätte den Rahmen gesprengt, da nach spätestens 3 Wochen die Arbeit fertig sein musste da ich sie noch Korrektur lesen lassen musste und der Buchbinder braucht auch seine zeit.

Jedenfalls habe ich die Umfrage erstellt und hab jeder Kollegin einen Stapel Montags morgen in die Hand gedrückt und die haben sie von Freunden und Familienmitgliedern ausfüllen lassen und haben mir diese am Wochenende zurück gegeben, da konnte ich die gleich auswerten und in meine Arbeit aufnehmen.

Also ich fand die 30 Tage sehr knackig zumal die Arbeit zur Hälfte in die Sommerferien ging und ich mein Kind zuhause hatte, mein Mann musste arbeiten.

Ich wünsche dir bei deiner Arbeit viel Erfolg und mach dir ein plan wann du welche Sachen fertig haben musst sonst hast du am Ende ein Zeitproblem.

» sunshine251176 » Beiträge: 67 » Talkpoints: 26,27 »


Bei uns musste man beim Bachelor keine Forschungslücke schließen, beziehungsweise nicht unbedingt selbst eigene Thesen aufstellen, die man so nicht direkt belegen kann. Da war es stattdessen wichtig, seine Fragestellung mithilfe von Literatur beantworten zu können. Je nachdem wie die Literatur war, hat man damit automatisch eine Richtung eingeschlagen.

Beim Master ist es bei uns anders. Eine Forschungslücke muss man in dem Sinn nicht "schließen", aber man soll schon eine Fragestellung bearbeiten, die genau so noch nicht beantwortet wurde. Natürlich wählt man dafür auch jede Menge Literatur und versucht der Frage so auf den Grund zu gehen, aber da kommt man dann nicht drum herum, auch selbst eigene Thesen aufzustellen, die man nicht exakt belegen kann, die man mit der ausgewählten Literatur aber unterstreichen, beziehungsweise stärken kann.

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» Prinzessin_90 » Beiträge: 34336 » Talkpoints: 0,15 » Auszeichnung für 34000 Beiträge



Prinzessin_90 hat geschrieben:Beim Master ist es bei uns anders. Eine Forschungslücke muss man in dem Sinn nicht "schließen", aber man soll schon eine Fragestellung bearbeiten, die genau so noch nicht beantwortet wurde.

Interessant, das galt bei uns schon für die Bachelor-Thesis. Schon da mussten wir uns geeignete Methoden überlegen, damit wir eigene Fragestellungen beantworten konnten. Wir mussten dann vorher genau überlegen, was wir herausfinden wollen und wie wir das herausfinden wollen. Literatur alleine hätte uns da keine Antworten geliefert, da musste man schon selbst aktiv werden.

Der einzige Unterschied zwischen Bachelorarbeit und Masterarbeit war, dass die Masterarbeit eben doppelt so viel Zeit in Anspruch genommen hat und auch deutlich länger sein musste. Aber vom Konzept her, der Methodik und dergleichen, war das ziemlich ähnlich und es musste immer ein Thema sein, das vorher noch niemand behandelt hat.

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» Täubchen » Beiträge: 33305 » Talkpoints: -0,78 » Auszeichnung für 33000 Beiträge



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