Medizinische Versorgung von Transmenschen gefährdet?

vom 20.05.2019, 05:46 Uhr

Laut Medienberichten gab es einen Fall in den USA, bei dem die Schwangerschaft eines Transmannes nicht erkannt worden ist und es hinterher zu einer Totgeburt gekommen ist.

Dieser Fall ist natürlich sehr traurig und tragisch und hätte theoretisch verhindert werden können. Meint ihr, dass die medizinische Versorgung von Transmenschen generell gefährdet ist? Oder meint ihr, dass man dieses Beispiel nicht auf den deutschen bzw. europäischen Raum übertragen kann? Wie schätzt ihr die medizinische Versorgung von Transmenschen hierzulande ein? Wo seht ihr Verbesserungsbedarf?

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» Täubchen » Beiträge: 32656 » Talkpoints: 1,45 » Auszeichnung für 32000 Beiträge



Es gibt in Hamburg ja das Interdisziplinäre Transgender Versorgungszentrum in Hamburg (ITHCCH), welches eines der wenigen Zentren ist, die auf die medizinische Versorgung von Transgender Menschen ausgerichtet sind. Aber Transmenschen, die weiter entfernt wohnen und nicht in solch ein Zentrum gehen können, werden leider meist nicht ordentlich oder gar falsch versorgt, wie man an dem von Dir geschilderten Beispiel sehen kann. Und da spielt das Land auch leider nicht wirklich eine Rolle. Transgender Menschen werden immer noch nicht als gleichwertig betrachtet von der Mehrheit der Bevölkerung.

Ich habe aber vor einiger Zeit mal von einem Projekt des ITHCCH gehört, i²TransHealth heißt das. Das ist ein Netzwerk aus Ärzten, spezialisiert auf medizinische Transgender Angelegenheiten, die unter anderem auch eine Internetplattformen tätig sind und speziell darauf geschult werden, Transmenschen, die nicht in unmittelbarer Nähe wohnen, in medizinischen Fragen auch online zur Seite zu stehen und alle zwei Wochen auch eine online Sprechstunde mit dem Patienten zu führen. Ziel hier ist es, Transgender Menschen medizinisch besser zu versorgen und ihre psychische Belastung zu verringern.

Es ist zwar erst noch nur ein dreijähriges, gesponsertes Projekt mit Testpersonen, bei dem herausgefunden werden soll, ob sich Transmenschen durch diese Art der medizinischen Versorgung besser fühlen (physisch und psychisch), aber ich bin da eigentlich guter Hoffnung. Im Falle eines Erfolges kann das Projekt dann auch auf andere deutsche Regionen und auf weitere, seltene Anwendungsgebiete übertragen werden. Das fände ich super.

» cherrypie » Beiträge: 567 » Talkpoints: 30,94 » Auszeichnung für 500 Beiträge


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