Lieber während der Jobsuche Hartz4 beziehen als arbeiten?

vom 20.09.2020, 12:23 Uhr

Eine Freundin von mir ist letztes Jahr mit ihrem Studium fertig geworden und hat dann zuallererst Hartz4 beantragt. Ihr war es zu stressig, in den letzten Zügen der Masterarbeit noch nach einem Job zu suchen und Zeit in in Vorstellungsgespräche zu investieren. Ich war etwas verwundert, weil ich das von meinen anderen Freunden nicht kenne. Man hört ja auch immer wieder von Horrorgeschichten, dass das Jobcenter Arbeitslose in miese Jobs wie Callcenteragent drängt, obwohl sie viel besser qualifiziert sind. Hauptsache, das Amt muss nicht zahlen.

Jedenfalls hatte meine Freundin weder Probleme mit dem Jobcenter noch mit der Jobsuche. Innerhalb von nur zwei Monaten hatte sie eine sehr gute Anstellung gefunden, ganz ohne Schikane vom Jobcenter. Ich war etwas neidisch, denn ich hatte gar nicht erst Anspruch auf ALGII. So muss ich neben einer Anstellung, die nicht zufriedenstellend ist, nach etwas Neuem suchen. Dabei würde ich mich lieber voll und ganz auf die Jobsuche konzentrieren.

Wenn ihr an eure Jobsuche denkt, sei es nach dem Ende des Studiums oder nach einer Kündigung: Was ist euch da lieber? Sollte man sich voll und ganz auf die Stellensuche konzentrieren und währenddessen arbeitslos sein? Oder ist ein Vollzeitjob zumutbar?

» Cappuccino » Beiträge: 3826 » Talkpoints: 11,81 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



Ich habe nach dem Studium auch erstmal eine Weile die Seele baumeln lassen und nichts gemacht. Nach Abgabe der Abschlussarbeit war man bei uns an der Uni noch einige Wochen offiziell als Student eingeschrieben und konnte somit beispielsweise das Semesterticket weiter benutzen. Mit dem Bewerben habe ich dann erst nach Abgabe meiner Arbeit begonnen. Das hatte dann zur Folge, dass ich zwischendurch einige Wochen zu Hause war.

Tatsächlich hätte ich mir nicht vorstellen können, parallel zum Schreiben der Diplomarbeit noch arbeiten gehen zu müssen. Ich finde, das ist einfach zu viel und gerade bei der Abschlussarbeit kommt es ja darauf an, dass die möglichst gut ist, weil sie die Abschlussnote entscheiden mit beeinflusst. Allerdings habe ich kein Arbeitslosengeld bekommen, darauf hatte ich keinen Anspruch, sondern mich hat dann weiterhin meine Mutter finanziert. hätte ich allerdings Anspruch auf Arbeitslosengeld gehabt, hätte ich das mitgenommen. Studenten zahlen später noch genug in die Sozialsysteme ein, da muss man sich keinen Kopf machen.

» Zitronengras » Beiträge: 8993 » Talkpoints: 97,54 » Auszeichnung für 8000 Beiträge


Die Frage ist halt, wie aufwendig die Jobsuche ist. Wenn man nur im Umkreis sucht ist man damit sicher nicht 8 Stunden pro Tag beschäftigt, wenn man aber auch Stellen in anderen Städten in Betracht zieht sieht das schon ganz anders aus. Vor allem wenn man zu Bewerbungsgesprächen oder gar Probearbeiten eingeladen wird.

Ich würde wahrscheinlich versuchen einen Job zu bekommen, der zeitlich nicht mit den Bewerbungen kollidiert und ich wäre mir auch nicht zu fein einen Job zu machen, für den ich überqualifiziert bin. Ist schließlich nicht für immer und würde mich deutlich zufriedener machen als wenn ich nur zu Hause herum hocken würde und darauf warten würde, dass sich ein potentieller Arbeitgeber meldet.

Während der Diplomarbeit habe ich aber auch nicht gearbeitet, ich habe sogar den Job den ich vorher hatte erst mal auf Eis gelegt weil das Schreiben und der praktische Teil schon relativ aufwendig waren. Ich wollte mich einfach darauf konzentrieren und das hinter mich bringen und meine Eltern standen da auch voll hinter mir.

Benutzeravatar

» Cloudy24 » Beiträge: 25652 » Talkpoints: 163,43 » Auszeichnung für 25000 Beiträge



Ähnliche Themen

Weitere interessante Themen

^