Lese-, Schreib- und Verstehschwäche - Dyslexie erkennen
Eine Cousine von mir hat Schwierigkeiten mit dem Lesen und dem Schreiben. Erst hieß es, dass sie wohl Legasthenikerin ist. Doch nun heißt es, dass sie an Dyslexie leidet.
Was genau ist der Unterschied bei Legasthenie und Dyslexie? Woran erkennt man genau die Dyslexie? Kann man durch entsprechende Übungen und Förderungen auch "geheilt" werden oder begleitet die Dyslexie einen Menschen ein Leben lang?
Die Verstehschwäche resultiert aus der Lese-Rechtschreibschwäche und ist somit als Gesamtes zu betrachten. Denn Menschen, die eine Lese-Rechtschreibschwäche haben, müssen so intensiv mit einem Text kämpfen ihn zu lesen, dass sie am Ende gar nicht die Zusammenhänge verstehen. Liest man ihnen dagegen den Text einfach vor, so verstehen sie es ganz normal.
Diagnostizieren können das nur Experten. Anzeichen, weil Buchstaben verdreht werden, können zwar auch Eltern und Lehrer erkennen. Aber wirklich festlegen kann man das erst nach entsprechenden Tests. Heilbar ist eine Dyslexie auch nicht. Man kann aber lernen damit besser umzugehen, wenn man eine entsprechende Förderung erfährt.
Den Unterschied sehe ich bei meinen Töchtern. Bei uns in Sachsen werden ja alle Zweiklässler darauf getestet. Die ersten Tests sind an den Grundschulen und nur wo Auffälligkeiten sind, werden dann die Eltern zum Gespräch gebeten. Danach müssen Eltern weiteren Tests zustimmen, da die Kinder da auch an den Grundschulen zusammen gefasst getestet werden, die auch spezielle Förderklassen für LRS-Kinder haben.
In diesem Förderklassen lernen die Kinder andere Regeln um die Schreibfehler bei einer Dylexie zu vermeiden. Eine meiner Töchter hat eine solche Förderklasse besucht und ist auf der Realschule durchgehend Klassenbeste. Auch in Deutsch steht sie wesentlich besser als Kinder ohne eine LRS. Man sieht also, dass die Förderung wirklich hilfreich war.
Bei meiner anderen Tochter wurde die LRS erst Mitte der vierten Klasse diagnostiziert. Sie zählt halt zu den wenigen Kindern, die das lange kompensieren konnten, bevor die Fehler wirklich sichtbar wurden. Man sieht aber den Unterschied zu ihrer Schwester, dass sie noch immer sehr viele Probleme bei der Rechtschreibung hat.
Ich weiß aber auch, dass es in anderen Bundesländern wenig bis keine staatliche Förderung dieser Kinder gibt. Da sind die Eltern auf sich allein gestellt, müssen sich auch um die Diagnostizierung selbst kümmern und später auch für die nötige Förderung außerhalb der Schulzeit Sorge tragen. Wobei auch die Diagnose dann nicht an allen Schulen anerkannt wird.
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