Leiden Männer häufiger unter Identitätskrisen als Frauen?

vom 02.04.2018, 06:30 Uhr

Ich bin kürzlich über einen Artikel gestolpert, in dem es um Initiations-Riten von Männern ging und dass diese ja notwendig seien, weil das männliche Geschlecht aktuell in einer großen Identitätskrise stecken würde. Kann man das so pauschal sagen? Würdet ihr sagen, dass die Männer in der heutigen Zeit grundsätzlich mit einer Identitätskrise zu kämpfen haben oder haltet ihr das für Quatsch? Wie sind eure Beobachtungen und Erfahrungen zu diesem Thema?

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» Täubchen » Beiträge: 33305 » Talkpoints: -0,78 » Auszeichnung für 33000 Beiträge



Mir ist dies bezüglich noch nichts aufgefallen. Ich denke, dass sowohl Frauen als auch Männer unter Identitätskrisen leiden. Ich glaube nicht, dass dies bei Männern häufiger der Fall sein soll.

Mich würdet interessieren, woher du diese Aussage hast und ob dort nicht irgendwelche Beispiele dafür genannt wurden oder eine Statistik. Es kann ja nicht sein, dass dies angenommen wird und es dann keine Studien dazu gibt.

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» Nelchen » Beiträge: 32238 » Talkpoints: -0,25 » Auszeichnung für 32000 Beiträge


Es kommt doch auf viele Faktoren an warum sich so eine Krise ereignet und daher denke ich nicht, dass da in der Hauptsache Männer beeinflusst werden, sondern es auch genauso oft Frauen treffen kann. Scheitern kann doch jeder und jeder kann auch anfällig für Depressionen und so weiter sein, was dann solche Identitätskrisen gedanklich ja begünstigt. Unterscheiden würde ich da nicht vom Geschlecht her, wobei es ja zu allem Statistiken gibt und so der Nachweis dessen durchaus erbracht werden sein könnte.

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» Ramones » Beiträge: 46725 » Talkpoints: 17,80 » Auszeichnung für 46000 Beiträge



Als erstes müsste man hier differenzieren zwischen dem Individuum und der, sagen wir, sozialen Kategorie "Mann". Den "Mann an sich" gibt es bekanntlich genauso wenig wie "die Frau". Und die Kultur spielt natürlich genauso eine Rolle wie die individuelle Biografie.

Deswegen sind pauschale Aussagen natürlich Schwachsinn, zumal da das Patriarchat immer noch fest etabliert und von Männlein wie Weiblein mit Zähnen und Klauen verteidigt wird. Aber ganz zaghaft stelle ich gerade bei der jüngeren Generation doch erste Veränderungen in Bezug auf die "Identität" fest. Die Frage ist eben auch, ob es als "Krise" oder als Persönlichkeitsentwicklung zu sehen ist, wenn mann sich tatsächlich von den Klischees und Traditionen abwendet und seine eigene Definition von "Männlichkeit" sucht.

Bei Frauen habe ich eher den Eindruck, dass diese gar keine Zeit für Identitätskrisen haben, weil sie immer noch die ganze Zusatzarbeit machen müssen, während "Er" schon seine Identität als Mann in Gefahr sieht, wenn er zum Elternabend geschickt wird oder den Nachwuchs zum Flötenunterricht karren muss.

» Gerbera » Beiträge: 10684 » Talkpoints: 3,49 » Auszeichnung für 10000 Beiträge



Als oller Naturwissenschaftler halte ich mich an Definitionen. (Plato: Weisheit beginnt mit der Definition von Begriffen) Also: Was genau ist eine Identitätskrise?

Über Initiationsriten sollte es hinreichend viele Untersuchungen geben. Ich meine allerdings, dass solche Riten in unserer "zivilisierten" Welt immer mehr ins Groteske übertrieben werden. Früher brachte man einen Porzellanpott mit zum Polterabend und hat ihn zerschmissen, heute fahren die "Spaßvögel" mit einem Trecker und einem Anhänger voller Müll vor und kippen ihn ab. Ähnlich dürfte es mit solchen Riten sein.

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» Lammiauma » Beiträge: 27 » Talkpoints: 6,65 »


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