Krebs und Ernährung - keine evidenzbasierte Medizin?
Im Bekanntenkreis der Familie meines Freundes hatte vor kurzem jemand Krebs, allerdings hat er ihn gut besiegt und die Heilungschancen stehen sehr gut. Die Frau des Betroffenen erzählte uns dann auch etwas von dem Verlauf und sie meinte, dass sie bei ihrem Arzt Broschüren zum Thema gesunde Ernährung während einer Krebstherapie bekommen hätte. Darin stand, dass man sich halt von viel Obst und Gemüse ernähren sollte und natürlich von Vollkornprodukten. Da der Kranke das aber gar nicht wollte und es ihm nicht geschmeckt hat, hat er zum Glück andere Sachen bekommen und die Frau war erleichtert, weil sie sich nicht vorstellen konnte, wie es einem Patienten in einer solchen Lage helfen sollte, dass er Dinge essen muss, die er nicht mag.
Ich habe mir dann auch noch mehr über das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg (DKFZ) durchgelesen und war teilweise doch etwas erschrocken. Die Broschüre zum Thema Ernährung bei Krebs kann man auch online einsehen und die Informationen sind schon sehr ernüchternd. Schwerkranke Menschen müssen demnach während der Krebstherapie penibel darauf achten schlank zu bleiben und nicht zuzunehmen. Außerdem sollen sie täglich Sport machen und keine süßen oder energiereichen Sachen essen. Verarbeitetes Fleisch soll gar nicht gegessen werden, am Besten nur Obst und Gemüse. Salz muss natürlich auch gestrichen werden.
Vor einigen Monaten hat die IQWiG veröffentlicht, dass man keinen Zusammenhang zwischen Salzkonsum und gesteigerten Blutdruckwerten oder anderen Symptomen feststellen konnte. Ebenfalls konnte nie erwiesen werden, dass Obst und Gemüse gesund sein soll. Alle neueren Studien zu diesem Thema liefen immer nur auf das gleich hinaus: es macht keinen Unterschied! Der Trend das Menschen derzeit meinen sie müssten sich davon ernähren stammt quasi aus Zeiten vor der NS-Zeit, wo Menschen zur Natur zurück wollten und anfingen Rohkost zu knabbern. Es hat übrigens auch keinen interessiert, dass Naturvölker wie die Amazonasindianer alles kochen, was sie nur kochen können, weil sie wissen, dass Pflanzen natürliche Pflanzengifte enthalten die der Verdauung nicht gut tun.
Davon wollte Deutschland aber natürlich nichts hören. Seither gilt Vollkorn und Rohkost als gesund, obwohl zahlreiche Menschen davon lediglich Durchfall und Bauchschmerzen oder schlimmeres bekommen und sich außerdem auch nie satt fühlen. Die meisten Menschen fühlen sich danach nur unglücklich, hungrig und aufgebläht und inzwischen konnte auch nachgewiesen werden, dass der Darm des Menschen auf eine solche Nahrung nicht ausgerichtet ist und sich während der Evolution verkürzt hat, so dass er jetzt gekochte und verarbeitete energiereiche Nahrung braucht. Wie müssten Unmengen Rohkost essen um unseren Energiebedarf zu essen und weder die Verdauung noch unsere Zähne sind auf sowas ausgelegt.
Sport verursacht übrigens einen enorm hohen Stresslevel bei Menschen, denen er keinen Spaß macht. Interessiert aber auch niemanden, obwohl auch die positive Wirkung von Sport nie erwiesen werden konnte, da sportliche Menschen nicht seltener krank werden, als andere Menschen auch. Im Gegenteil, sie haben häufiger chronische Gelenkentzündungen und ähnliche Schäden. Nach der DKFZ dürfen erst todkranke Menschen essen was ihnen schmeckt. Wahrscheinlich weil es dann auch keinen Unterschied mehr macht. Die DKFZ behauptet übrigens auch, dass ein großer Prozentsatz von Menschen nur durch schlechte Ernährung Krebs bekommen hätten, obwohl eine sehr gut geführte Studie aus dem Jahre 2000 dies eindeutig widerlegt hat.
Damals wollte man den positiven Einfluss von Obst und Gemüse testen, da behauptet wurde, dass diese vor Krebs schützen. Das Ergebnis war ein anderes, Menschen die sich ''gesund'' ernährten, waren nicht seltener von Krebs und anderen Krankheiten betroffen, als andere auch. Mit diesen Themen haben Kritiker die DKFZ schon häufiger konfrontiert, aber eine ausreichende Antwort gab es nie. Einmal wurde sogar behauptet, dass man damit rechnet, dass sich diese Dinge irgendwann durch Studien belegen werden und das man daher so handelt. Eine interessante These. Die DKFZ gab aber einwandfrei zu, dass keine ihrer Ernährungstheorien jemals bewiesen werden konnte.
Ich selbst würde einem Kranken Menschen niemals Dinge zu essen geben, die er oder sie nicht mag. Man weiß heute, dass derartige Ernährungsumstellungen bei vielen Menschen Verdauungsstörungen und Depressionen auslösen können, wie man nicht selten auch bei Menschen sehen kann, die Diäten machen. Findet ihr es verantwortungsvoll, dass ein Institut wie das DKFZ solche Leitlinien verbreitet, obwohl sie selbst wissen, dass es dafür keine evidenzbasierten Studien gibt und wahrscheinlich auch nie geben wird? Würdet ihr euch als Kranker Menschen von Karotten ernähren, selbst wenn es euch damit absolut schlecht geht?
Ich würde mich generell nicht von etwas ernähren, was mir nicht schmeckt. Ich habe mir das schon öfters von anderen anhören dürfen, wenn ich etwa Cola Light statt Mineralwasser trinke oder wenn ich Lasagne statt selbst gemachter Gemüsepfanne esse. Da kommt dann immer der Kommentar, wie ungesund das denn sei.
Komisch aber, dass ich meistens gesünder bin als andere, dass ich keine Grippe habe, während meine sich so wahnsinnig gesund ernährenden Kollegen reihenweise ausfallen und selbst wenn ich eine Grippe habe, dann verläuft die bei mir viel harmloser als bei anderen.
Insgesamt glaube ich nicht daran, dass es sinnvoll ist, komplett gegen den eigenen Geschmackssinn zu essen. Aber ab und an mal Gemüse oder Obst - und sei es als Smoothie - sind vielleicht nicht schlecht, damit man ein paar Vitamine abbekommt.
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