Kleinere Notlügen beim Arzt als normal betrachten?

vom 15.03.2019, 22:03 Uhr

Laut einer Umfrage unter Medizinern, ist ein Großteil von ihnen der Überzeugung, dass sie gerade bei Fragen an die Patienten nach dem Alkoholkonsum, dem Rauchverhalten, den Essgewohnheiten oder nach den Sportaktivitäten, so gut wie nie die Wahrheit gesagt wird. Habt ihr denn bei derartigen Fragen von einem Arzt oder Ärztin auch schon mal etwas geflunkert und etwas unter- oder übertrieben? Empfindet ihr solche kleineren Notlügen als vollkommen normal und legitim oder würdet ihr so etwas nie tun?

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» mikado* » Beiträge: 2790 » Talkpoints: 794,56 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Was macht es für einen Sinn zu lügen? Wenn die Frage nicht relevant für die Behandlung wäre würde sie mir nicht gestellt werden. Ich bin jedenfalls noch nie nach Rauchen oder Alkohol oder Essen gefragt worden von einem Orthopäden. Und dem Augenarzt war auch der Sport total egal.

Da es um meinen Körper geht und da ich natürlich die bestmögliche Behandlung möchte finde ich es total wichtig Fragen nach der Lebensführung möglichst genau zu beantworten. Nur so kann mir der Arzt doch sagen ob das alles so in Ordnung ist im Rahmen der Behandlung oder ob ich irgendwas ändern muss. Und man merkt es doch sowieso wenn die Angaben nicht stimmen können. Sonst würden die befragten Ärzte doch nicht solche Aussagen machen.

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» Cloudy24 » Beiträge: 22721 » Talkpoints: 55,00 » Auszeichnung für 22000 Beiträge


Mir erschließt sich auch nicht so wirklich, warum kleinere Notlügen beim Arzt in Ordnung sein sollten. Mal ehrlich, die Ärzte durchschauen das doch mehr oder weniger sofort. Es gibt so etwas wie statistische Wahrscheinlichkeiten und Zusammenhänge und bei bestimmten Krankheitsbildern ist die Wahrscheinlichkeit für bestimmte Ursachen und Risikofaktoren enorm hoch. Was bringt es also, da zu lügen?

Im schlimmsten Fall wird man sowieso alles verschlimmern, da der Arzt auf die falsche Fährte gelockt wird und einem dann nicht wirklich gut und kompetent helfen kann. Der Arzt kann nur dann seine Aufgabe erfüllen, wenn er alle Informationen und Fakten kennt und Lügen bringen da gar nichts.

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» Täubchen » Beiträge: 31906 » Talkpoints: 4,42 » Auszeichnung für 31000 Beiträge



Ich muss sagen, dass ich mich bei dieser Aussage hin und her gerissen fühle. Auf der einen Seite bin ich ja selbst medizinisches Personal und vertrete die Ansicht, dass man immer ehrlich zum Onkel Doktor sein soll, damit er einem auch helfen kann. Wenn man bestimmte Sachen verschweigt beziehungsweise bewusst auslässt, dann kann es schon mal sein, dass Diagnosen falsch gestellt werden und dass der Arzt einem nicht so helfen kann, wie man es eigentlich gehofft hat - eben einfach, weil nicht alle Details kennt.

Auf der anderen Seite sind wir aber alle auch nur Menschen und ich glaube, dass jeder schon mal etwas geflunkert hat, wenn es um die ganzen Details geht, die man beim Arzt teilweise gefragt wird. Natürlich raucht man nicht und trinkt nur sehr selten Alkohol und auch ansonsten ernährt man sich sehr gesund, mit viel Gemüse, quasi fettfrei und vegan... ;-) Wem kommt das nicht bekannt vor?

Letztendlich muss jeder selbst wissen, was er macht und was nicht, aber dann muss man auch mit den entsprechenden Konsequenzen leben können, die mitunter sehr weit reichen. Aber auf der anderen Seite - vielleicht lohnt es sich auch einfach ehrlich zu sein. Ärzte sind schließlich auch nur Menschen.

» Hufeisen » Beiträge: 5178 » Talkpoints: 64,08 » Auszeichnung für 5000 Beiträge



Ich denke auch, dass man gerade beim Arzt schon ehrlich sein sollte, wenn man gewisse Fragen gestellt bekommt. Sicher ist es vielleicht unangenehm, ehrlich darauf zu antworten, wenn man raucht und vielleicht noch Alkohol trinkt. Aber ich würde auch meinen, dass der Arzt diese Fragen eben stellt, um die geeignete Behandlung für diesen Patienten zu finden. Wenn man unehrlich ist, dann sollte man sich auch nicht wundern, dass die Behandlung nicht so anschlägt, wie man sich das vorgestellt hat.

» Barbara Ann » Beiträge: 27118 » Talkpoints: 40,87 » Auszeichnung für 27000 Beiträge


Hufeisen hat geschrieben:Auf der anderen Seite sind wir aber alle auch nur Menschen und ich glaube, dass jeder schon mal etwas geflunkert hat, wenn es um die ganzen Details geht, die man beim Arzt teilweise gefragt wird. Natürlich raucht man nicht und trinkt nur sehr selten Alkohol und auch ansonsten ernährt man sich sehr gesund, mit viel Gemüse, quasi fettfrei und vegan... ;-) Wem kommt das nicht bekannt vor?

Bei allem Respekt, aber das ist doch dämlich. Der Arzt erkennt das doch sofort, ob gelogen wurde oder nicht. Beim Rauchen verfärben sich Fingernägel und Zähne. Wenn man immer nur gesund essen und Sport treiben würde, würde man keinen Diabetes Typ 2, also durch Übergewicht bedingten Diabetes entwickeln. Beispiele gibt es noch weitere. Was bringt es also zu lügen, wenn der Arzt das doch so oder so durchschauen würde? Die Ärzte sind doch nicht blöd und können sehr gut die gesagten Informationen mit dem äußeren Erscheinungsbild abgleichen und so der Wahrheit auf die Schliche kommen.

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» Täubchen » Beiträge: 31906 » Talkpoints: 4,42 » Auszeichnung für 31000 Beiträge


Mir erschließt sich auch nicht, warum ich meinen Arzt anlügen sollte. Wie soll er denn dann helfen? Er muss schließlich aus den ganzen Angaben eine Diagnose stellen. Wenn er schon bei den Angaben aber angelogen wird, dann kann er ja nur eine falsche Diagnose stellen! Warum sollte ich den Arzt also anlügen, wenn es etwa ums Rauchen oder Alkohol geht? Vielleicht sind die Sachen ja eine der Ursachen für die Beschwerden?

» SonjaB » Beiträge: 1604 » Talkpoints: 72,45 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Ich muss schon sagen das ich sehr beeindruckt bin wie ehrlich hier alle sind. Denn ehrlich gesagt halte ich es für ganz normal das man auch beim Arzt ein wenig flunkert. Selbstverständlich sieht der Arzt anhand der Blutwerte wenn jemand übermäßig trinkt oder sich sehr ungesund ernährt. Und natürlich muss es ein Arzt wissen wenn man Kette raucht oder man das man sich ausschließlich von Fast Food ernährt. Und trotzdem ist so eine kleine Beschönigung des eigenen Verhaltens doch absolut normal und verständlich.

Das liegt daran das man sich erstens nicht die Blöße geben will seine eigenen Unzulänglichkeiten zuzugeben (auch nicht vor sich selbst) und zum einen das es den meisten Menschen sehr wichtig ist wie Sie von anderen gesehen werden. Vielleicht schämt man sich ja selbst ein bisschen weil man weiß das man sich (eigentlich) ungesund ernährt und fühlt sich nun ertappt. Dann wird das Ganze eben ein wenig beschönigt. Ich finde das nicht schlimm und halte es wie gesagt auch für nachvollziehbar, auch wenn es sich im Rahmen halten muss.

Wenn man als Raucher sagt man ist ein Nichtraucher oder man sich täglich zwei Gläser Wein „gönnt“ und dem Arzt sagt das man sehr selten etwas trinkt ist das natürlich etwas anderes. Ein bisschen Beschönigen ist völlig in Ordnung – richtig lügen jedoch nicht. Schließlich geht es um die eigene Gesundheit. Ich selbst musste bisher übrigens noch nichts beschönigen weil ich weder rauche noch trinke und mich auch gesund ernähre. Außerdem schäme ich mich beim Arzt auch nicht so sagen das ich die meiste Zeit zu faul bin um Sport zu machen. :lol:

» Anijenije » Beiträge: 2595 » Talkpoints: 9,88 » Auszeichnung für 2000 Beiträge


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