Katze abschaffen besser für Allergiker- und Asthmatikerkind?

vom 09.06.2015, 13:45 Uhr

Es geht hier nicht darum, ob das Halten von Tieren in Haushalten mit Kindern eher Allergien und Asthma hervorrufen oder vermeiden. Das soll hier nicht Gegenstand der Diskussion sein, denn es gibt dazu genau gegenläufige wissenschaftliche Untersuchungen.

Wie ist das aber, wenn das Kind bereits eine oder mehrere Allergie entwickelt hat? Klar, wenn es eine Katzenallergie ist, ist das keine Frage. Aber wie ist das bei Stauballergie? Denn die Hautschuppen von der Katze sind ja auch Nahrung für die Staubmilben. Und so eine Katze mit ihrem Fell und ihrem Katzenklo ist ja auch eine immense Staubquelle, was Stauballergie und allergisches Asthma auch beeinflussen kann.

Nun raten mir seit einer Weile Bekannte und Verwandte die Katzen abzuschaffen, weil wir Allergikerkinder haben. Die Kinderärztin hält es nicht für wichtig, denn die Probleme sind mit Medikamente in den Griff zu bekommen.

Aber wie sieht das bei euch mit Erfahrungen aus? Wurden Allergie und allergisches Asthma bei euren Kindern wirklich sichtlich besser, als ihr die Katze abgeben musstet? Oder hat sich das letztlich als Fehlentscheidung heraus gestellt?

Es ist ja das Problem, dass die Kinder auch an ihren Tieren liebevoll hängen. Und man möchte sie ja nicht sinnlos traurig machen, wegen blankem Aktionismus. Aber wenn es der Gesundheit wirklich deutlich nützen würde, sollte man als Eltern eben auch über so eine bittere Entscheidung nachdenken, auch wenn das emotional weh tut. Die Gesundheit der Kinder wäre in dem Fall eindeutig wichtiger. Wie waren eure Erfahrungen damit oder in eurem Bekanntenkreis? Was würdet ihr aus Erfahrung raten und warum?

Benutzeravatar

» trüffelsucher » Beiträge: 12446 » Talkpoints: 3,92 » Auszeichnung für 12000 Beiträge



Ganz ehrlich? Wenn die Kinder gegen alles mögliche allergisch sind aber nicht gegen die Katze(n), dann würde ich die Tierhaltung nicht beenden. Natürlich verlieren Katzen aus Hautschuppen, aber das tun auch die Menschen. Und damit finden Milben immer genug Nahrung, auch wenn kein Tier da ist.

Ich bin allergisch gegen so ziemlich alles. Meinen Kater musste ich schweren Herzens ausziehen lassen. Die Atemnot bekam ist selbst mit dauerhaft in Tablettenform eingenommenem Kortison nicht in den Griff, leider. Auf Hausstaub reagiere ich auch massiv, dazu so ziemlich gegen jedes Tier, Federn, Heu- und Strohstaub und Schimmelpilze. Die Liste ist ewig lang.

Trotzdem halte ich Hunde. Und das sind bei sogar fünf Stück, jeder bringt zwischen 35 und 45 kg auf die Waage. Hautschuppen und Haare gibt es also im Überfluss. Aber ich habe nur Hunde, auf die ich im Test nicht reagiert habe.

Einige Jahre habe ich ohne Hund gelebt, Damals gab es gar kein Tier in meiner Wohnung, weil mein Allergologe meinte, dass ein negativer Test bei Hunden nichts aussagekräftig sei. Damit hat er auch recht, die allgemeine Testflüssigkeit liefert kein sicheres Ergebnis.

Damals ging es mir nicht besser oder schlechter als heute. Nur war ich sehr unzufrieden, weil mir ein Hund und die Beschäftigung mit dem Tier fehlten. Als wieder ein Hund einzog, benötigte ich nicht mehr Medikamente als in einer tierfreien Umgebung. Daher verzichte ich seit 20 Jahren nicht mehr auf Hunde.

Katzenstreu staubt ein wenig ok. Aber es gibt gute Sorten, die fast gar nicht stauben. Da kann man sich ja durchprobieren und sich in Katzenforen Anregungen holen. Ich würde mich auf den Arzt verlassen und die Verwandtschaft reden lassen. So lange keine Allergie gegen die Katze besteht, sehe ich keinen Grund, sie abzuschaffen.

» cooper75 » Beiträge: 13452 » Talkpoints: 524,97 » Auszeichnung für 13000 Beiträge


Ich würde das Ganze mal mit dem Allergologen besprechen. Dieser kann da sicherlich sehr gute Informationen geben. Man muss sicherlich darauf achten, dass die Kinder dann in einer sauberen Umgebung sind und mit einer Katze ist das nicht immer garantiert, auch wegen der Hautschuppen, aber so ein Tier ist auch immer gut für die Seele und wenn es die Situation der Kinder nicht verschlimmert, sollte man die Tiere behalten. Vorher würde ich es aber mit einem Facharzt absprechen.

Benutzeravatar

» Ramones » Beiträge: 47758 » Talkpoints: 8,52 » Auszeichnung für 47000 Beiträge



Ich bin jetzt kein Kind mehr, aber ich bin Allergiker. Und ich habe Katzen. Ich bin Hausstauballergiker und habe noch weitere Allergien. Aber ich bin nicht allergisch gegen Katzen. Mein Allergologe hat damals auch dazu geraten, meine Tierchen wegzugeben. Ich habe es nicht getan und meine Allergien und mein allergisches Asthma haben wir im Griff.

Aber es steckt Arbeit dahinter. Ich staubsauge alle zwei Tage die Wohnung, ich nutze antiallergische Bettwäsche, ich lüfte mehrmals am Tage durch. Aber ich reagiere mittlerweile nicht mal mehr auf meine Katzen, auf die ich damals kurzfristig reagiert habe. Aber die Tiere sind mir wichtig, ich könnte sie niemals weggeben.

Deshalb habe ich mich entsprechend arrangiert und meine Werte verbessert. Ich würde die Katzen erstmal nicht weggeben, aber ich würde erst einmal darauf achten, dass die Katzen nicht das Kinderzimmer betreten. Das wird man jedoch auch nicht immer verhindern können. Auch würde ich Wege suchen, die das allergische Asthma etwas verbessern, wie zum Beispiel bei mir das häufige Reinigen oder halt sportliche Aktivität, je nach Tagesform.

Ich würde mich an deiner Stelle teilweise auf den Arzt verlassen und teilweise auch auf deinen persönlichen Instinkt verlassen. Aber ich habe auch bemerkt, dass Ärzte gerne Gängiges nachplappern und bei Allergikern ganz gerne zur Abschaffung der geliebten Tiere raten. Aber es ist auch so, dass der Körper sich an die Tiere gewöhnt und nicht reagiert, aber bei fremden Tieren reagiert. Das ist jetzt meine persönliche Meinung und Einstellung, was du am Ende daraus machst, ist dein Ding. Aber auch Tiere haben Gefühle.

» Wibbeldribbel » Beiträge: 12618 » Talkpoints: 5,12 » Auszeichnung für 12000 Beiträge



Ähnliche Themen

Weitere interessante Themen

^