Ist eigenes empfinden für Gesundheit verloren?
Der menschliche Körper ist nicht blöd. Etwas was ihm gut tut, empfinden wir meist auch so, etwas was uns schlecht tut, quält uns. Seit 1940 sind viele falsche Mythen aus der damals komplett falsch durchgeführten Framingham-Studie auf dem Vormarsch, dazu gehören die üblichen Klischees die wir heute kennen wie etwa, Sport ist gesund, Übergewicht nicht. Das Ergebnis ist immer das gleiche, jeder hat sich gesund zu ernähren und Sport zu treiben, ob es einem passt oder nicht.
Mark Twain hat das ganze einmal sehr treffend zusammen gefasst: ''Die einzige Methode, gesund zu bleiben, besteht darin, zu essen was man nicht mag, zu trinken was man verabscheut, und zu tun, was man lieber nicht täte.'' Heute weiß man, dass etwas was ein Mensch nicht mag auch nur selten gut für ihn ist. Menschen die Sport treiben um gesund zu bleiben, ohne das es ihnen Spaß machen würde, werden dafür gelobt.
Nicht selten kann das ihr tot sein. Wenn einem Sport keinen Spaß macht, hat das Konsequenzen. Die Menschen gucken nicht nur sehr gequält und leiden, auch ihr Stresspegel kann beim Sport enorm ansteigen und das ist alles andere als gesund, vor allem dann, wenn man es regelmäßig macht.
Nicht anders ist das mit dem Essen. Vollkornprodukte, Rohkost, möglichst viel Salat soll unseren Ernährungsplan füllen. Aber auch hier reagieren die Menschen gänzlich unterschiedlich. Esse ich ein Vollkornbrot habe ich danach nur einen Blähbauch und nach einem Salat fühle ich mich, als ob ich tagelang nichts gegessen hätte. Andere Menschen sind nach so einer Mahlzeit zufrieden. Andere können Ballaststoffe bestens verwerten und nehmen nach dem Salat zu.
Letztendlich kann eigentlich jeder Mensch selbst erkennen, was für ihn gut ist und was nicht. Sport zu machen, ohne das man Spaß daran hat, zeugt zwar von Disziplin, kann aber auch ganz schnell krank machen. Es ist nie gut den Körper dauernd zu etwas zu zwingen, was ihm nicht bekommt. Genauso tut es nicht allen Menschen gut sich ''gesund'' zu ernähren. Viele reagieren da gar nicht gut drauf und dann liegt das nicht etwa daran, dass sich der Körper erst noch umstellen müsste oder so, sicherlich nicht!
Haben die Menschen heute das Gespür für ihren eigenen Körper verloren? Warum glauben heute so viele Menschen Gesundheits- und Ernährungsmythen die weder Hand noch Fuß haben und die nie bewiesen werden konnten? Kann man nicht einfach hinnehmen, dass etwas was dem Körper nicht gut tut, auch nicht gesund für ihn ist? Natürlich werden jetzt wieder Antworten kommen nach dem Motto, den ganzen Tag auf der Couch sitzen ist auch nicht gesund.
Fühlt man sich denn danach wohl? Sicherlich nicht! Normale Ernährung und wenig oder gar kein Sport trifft außerdem auf den Großteil meiner Familie und Bekannten zu und ehrlich gesagt kann ich nicht feststellen, dass die Menschen alle zu Problemfällen werden, nur weil sie nicht rumhopsen wie Karnickel und sich von deren Essen ernähren. Hört ihr noch selbst auf euren Körper oder befolgt ihr auch permanent nur die aktuellen Gesundheitstipps, auch wenn sie euch gar keinen Spaß machen?
Ich höre auf meinen Körper. Irgendwann muss jeder Mensch sich selbst kennenzulernen. Ich weiß, welcher Sport mir gut bekommt und welcher Sport mich unglücklich macht. Ich weiß, dass ich Kohlenhydrate nicht im Übermaß vertilgen darf, weil es mir danach schlecht geht. Obst und darin enthaltene Kohlenhydrate vertrage ich an sich recht gut, aber Getreide und die üblichen bekannten Verdächtigen führen bei mir zu Verdauungsproblemen.
Es gibt Menschen, die damit klarkommen, den ganzen Tag auf der Couch zu verbringen. Es ist jedoch nicht mein Ding. Ich tue nur noch das was mir gut tut. Die aktuellen Gesundheitstipps lese ich zwar, probiere auch mal was aus, aber am Ende komme ich auf meine mittlerweile für mich übliche Lebensweise zurück. Jedoch denke ich auch, dass ganz viele Menschen einfach nur faul sind.
Sie denken, dass sie ihrem Körper etwas Gutes tun, aber woher wollen sie es wirklich wissen, wenn sie vielleicht noch nicht den Sport gefunden haben, der ihnen gut tut? Das ist eine lange Suche, aber manchmal muss man sich auf diese Reise begeben. Oder sie sind mit ihrer Ernährung zufrieden, aber trauen sich nicht über den Tellerrand zu schauen. Gesundheit ist individuell, aber manchmal muss man sich ein kleines Wenig mitreißen lassen, um die eigene Gesundheit klarer zu sehen.
Ich kann kein Ballett machen, dieser Sport langweilt mich. Ich gehe lieber Kickboxen oder zur Entspannung Schwimmen. Das tut mir gut. Anderen Menschen nicht, ist einfach so. Wenn ich die aktuellen Gesundheitstipps befolgen würde, dann wäre ich Veganerin, ohne es nun böse zu meinen, würde mir täglich einen abstrampeln mit diesen tollen Fitnessapps und würde jede Kalorie einzeln zählen.
Dem Wahn verfalle ich nicht, ich genieße mein Leben, auch wenn es manchmal so rüberkommt, als würde ich mit dem Strom schwimmen, aber ich habe bemerkt, dass ich es irgendwie doch nicht tue. Aber diesen Weg zu finden, das ist ein Reifeprozess, der wahrscheinlich jeder irgendwann durchmachen muss. Einige früher, andere später. Gesund ist, wenn man sich selbst gut tut.
Ich glaube, wenn ich immer nur das tun würde, worauf ich Lust habe, dann würde ich mich vermutlich nur von Süßigkeiten und Brötchen ernähren. Also ich kann da nicht einfach nur machen, was man Körper mir sagt, denn der sagt oft "plündere die Bäckerei" und nicht "Gib mir Gemüse". Damit es nicht ganz so ungesund wird, muss ich aber schon ab und an etwas essen, was nicht in die Kategorie Süßigkeit oder Brötchen fällt.
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