Haben Bauer und Farmer weniger Bezug zu Tieren?

vom 22.10.2017, 23:48 Uhr

Von einer Bekannten der Papa ist schon wirklich krass, was den Umgang mit Tieren angeht. Er ist auf einem Bauernhof aufgewachsen, aber nicht mit Kühe melken, Schafe züchten, sondern einfach auf einem Bauernhof, wo Tiere ohne Ende waren und wenn eins gestorben ist, war ein neues da und fertig.

Meine Bekannte hat jedoch eine Tochter, deren Katze schon seit fast 2 Wochen verschwunden ist. Der Papa der Bekannten meinte darauf hin, dass das Vieh sowieso irgendwo tot ist, verreckt ist, überfahren wurde oder sonst was. Sie soll einfach ein neues Tier holen und gut ist.

Die Bekannte ist total erschrocken und meint aber gleichzeitig, dass dies wohl für Bauern oder Farmer eine klassische Aussage sei, weil diese ganz anders mit Tieren groß geworden sind, wenig Bezug zu Tieren führen und sowieso alles als Nutzen oder Ersetzen sehen würden.

Ist das wirklich so, dass solche Aussagen gerne von Menschen kommen, die auf Bauernhöfe oder Farmen aufgewachsen sind? Haben Bauern und Farmer Eurer Meinung nach wirklich wenig Bezug zu Tieren und lassen sich deswegen zu den Aussagen hinreißen?

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» Kätzchen14 » Beiträge: 3774 » Talkpoints: 0,26 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



Ich bin nicht auf einem Bauernhof groß geworden, aber mich nerven diese Katzenhalter auch, die ihre Katzen unbeaufsichtigt draußen herumlaufen lassen, sich dann aber beschweren, wenn das Tier weg ist. Dein Bekannter hat absolut recht: Nach 2 Wochen wird die Katze irgendwo tot im Graben liegen.

» Sternenbande » Beiträge: 1487 » Talkpoints: 43,79 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


@Sternenbande; Wo nimmst Du dir das Wissen heraus, dass eine Katze nach 2 Wochen nicht auffindbar sein tot ist? Das ist vollkommener Quatsch und kann ich alleine, obwohl ich keine Freigänger habe an mehr als 5 Beispielen aus den vergangenen 2 Jahren festmachen.

Beispiel 1: Eine Bekannte, die eine Freigängerin hat ( sterilisiert natürlich ) war verdutzt, als ihre kleine Freundin nicht nach Hause gekommen ist. Nach etwa 10 Tagen kam sie auf einmal über den Balkon gesprungen, den meine Bekannte offengelassen hat und war wieder da. Einfach so ohne Kratzer usw. Könnte doch sein, dass sie sich versteckt hat? Das sie vielleicht sogar in einem Keller eingeschlossen war, wo sie etwas nachgerannt ist.

Beispiel 2 passierte vor 2 Jahren. Eine Katze war auf einmal weg. Fast 4 oder 5 Wochen hat man sie verzweifelt gesucht, gerufen, in Büschen geschaut, die Straßen beobachtet und mehr. Sie war in einem Keller drin und hat sich aus Angst dort versteckt. Wieso aus Angst weiß natürlich keiner, aber es kam in dieser Zeit vor, dass es extrem gewittert hat, was womöglich eine Begründung sein könnte.

Samantha Fox, die Ikone aus den 80er Jahren hat vor wenigen Wochen auch ihre alte 11 Jahre alte Katze im Osten Londons gesucht und nach etwa 4 Wochen oder länger gefunden. Schon komisch! Bei Twitter und Instagram nachzulesen!

Ich habe schon das Gefühl, dass Bauer und Farmer etwas anders zu Tieren sind. Unabhängig jetzt von diesem expliziten Fall. Die sind da etwas eigenartig und ich habe auch Familie in bäuerlichen Regionen, die durchaus der Meinung sind, ach Tier weg, dann ein neues oder Tier tot, dann ein neues. Kein Gefühl, keine Regung kein nichts teilweise.

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» Kätzchen14 » Beiträge: 3774 » Talkpoints: 0,26 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



Na ja, wenn die Katze nicht überfahren oder von einem Hund gefressen wurde dann wird sie wohl entlaufen sein. Ich wüsste keinen Grund wieso eine Katze sonst so lange fort bleiben sollte, wenn es nicht gerade ein unkastrierter Kater ist, den es in Zeiten von Kastrationspflicht aber nicht mehr geben sollte.

Du tust ja auch gerade so als wäre es den Landwirten egal, wenn eine Sau oder ein Rind stirbt. Dabei sind das spürbare Verluste, wenn die beste Zuchtsau oder eine gute Milchkuh stirbt nachdem man schon einige Hundert Euro für das Tier in Behandlungen reingesteckt hat. Viele Landwirte sind heute sogar von der Existenz bedroht, weil sie an ihren Tieren gar nichts mehr verdienen.

Aber was erwartest du eigentlich von einem Landwirt, der vielleicht 500 Schweine hat und wo jeden Monat der Schlachttransporter kommt? Soll der Bauer jedes Jahr um 500 Schweine trauern?

» Sternenbande » Beiträge: 1487 » Talkpoints: 43,79 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Ich selbst kann dem leider nur zustimmen. Ich selbst habe als Kind Kleintiere gehabt und diese sehr gut gehalten. Meine Hamster und Kaninchen hatten immer große Käfige und Gehege und durften auch in den Garten. Ich habe sie artgerecht gefüttert und mir viel über die Tiere angelesen.

Meine Großeltern haben aber einen Bauernhof. Kaninchen werden dort in winzigen Käfigen gehalten. Diese sind dazu auch noch sehr niedrig, so dass sie nicht hoppeln können. Sie werden dort gemästet und dann getötet. Der Hund meiner Großeltern wohnt in einer winzigen Hundehütte. Er kann sich darin kaum bewegen und ist dazu auch noch angekettet. Abends, wenn die Hühner alle im Stall sind, darf er raus. Über Nacht ist er also immer draußen und hat Freilauf.

Das bringt dem armen Tier wenig, weil ein Hund nachts auch schläft. Am schlimmsten finde ich immer den Winter, denn auch da ist er jeden Tag draußen. Ich habe meine Großeltern auch nicht dazu überreden können, ihn nachts mal in die Scheune zu lassen oder so. Zu Essen gibt es nur Reste und es wird nie vernünftiges Hundefutter gekauft. Es kommt außerdem häufiger vor, dass die Kette bei einer solchen Haltung in den Hals einwächst, wenn der Hund größer wird.

Meine Großeltern halten sich auch Katzen, da sie Getreide anbauen und die Gefahr besteht, dass Mäuse sich ansammeln. Wenn eine Katze verschwindet, dann wird darüber gar nicht groß diskutiert. Man holt sich eine neue Katze. Die Nachbarn haben häufig Nachwuchs, jemand gibt da meist ein Kätzchen ab. Einmal hat mein Onkel eine tote Katze im Gemüsegarten gefunden. Diese ist auf dem Misthaufen gelandet und wurde mit keinem Wort erwähnt.

Ich finde es schon sehr brutal, wie viele Bauern Tiere behandeln. Ich sehe das bei meinen Großeltern, aber auch bei deren Nachbarn. Ich habe den Eindruck, dass diese Menschen komplett abstumpfen. Tiere sind nur noch eine Ware für sie und haben sonst keinen Wert. Man behandelt sie wie Dreck. Sie haben dem Menschen zu dienen und sonst nichts. Natürlich gibt es auch Bauern die ihre Tiere gut und artgerecht halten. Aber ich fürchte, dass es sich dabei um eine kleine Minderheit handelt.

» Crispin » Beiträge: 14936 » Talkpoints: 6,93 » Auszeichnung für 14000 Beiträge


Und wieso informierst du nicht das Veterinäramt? Schließlich ist Anbindehaltung von Hunden in Deutschland schon lange verboten. Viel besser als deine Großeltern bist du damit leider auch nicht.

Wie soll man denn Mastkaninchen artgerecht halten? Dazu müsste man die Böcke kastrieren lassen, was finanziell nicht hinhaut. Und für jeden Rammler ein eigenes großes Gehege bauen lohnt sich finanziell ebenso nicht. Oder zahlst du 20 Euro für ein Kilo Fleisch aus artgerechter Haltung?

» Sternenbande » Beiträge: 1487 » Talkpoints: 43,79 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


Crispin, findest du es nicht reichlich vermessen, von deinen Großeltern auf jeden Landwirt zu schließen? Natürlich hat man einen anderen Bezug zu Tieren, die man als Nutztier hält. Man baut keine enge emotionale Beziehung zu einem Tier auf, dass demnächst in die Wurst geht. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass man die Tiere schlecht behandelt. Auf genügend Höfen läuft es gut, allein schon weil eine vernünftige Haltung die Erträge steigert. Nur weil jemand Nutztiere hat, behandelt der die nicht automatisch schlecht.

» cooper75 » Beiträge: 9804 » Talkpoints: 60,70 » Auszeichnung für 9000 Beiträge



Wie soll man denn eine Freigänger-Katze beaufsichtigen, wenn man nicht gerade ein Katzensicheres Grundstück hat, von dem die Katze eben nicht herunter kommt? Ich denke auch, dass man nach 2 Wochen nicht sagen kann, dass die Katze tot ist. Es gibt Fälle in denen eine Katze nach Wochen zurück gekommen ist und sogar wenige Fälle in denen eine Katze nach Jahren wieder aufgetaucht ist.

Ich denke nicht, dass alle Bauern und Farmer so wenig Bezug zu ihren Tieren haben. Es rührt wohl eher von früher her, da galt es eben so, dass Tiere oftmals nichts wert waren und es kein großes Theater gab, wenn dann mal eins verstorben ist. Wenn ein Tier krank war, wurde schnell gesagt, dass man es in den Wald jagen soll oder ähnliches. Mittlerweile ändern sich diese Zeiten und auch Landwirte achten auf das Wohl ihrer Tiere. Das ist natürlich nicht bei allen so. Aber nicht jeder Bauer ist da so unsensibel oder gleichgültig.

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» Nelchen » Beiträge: 27446 » Talkpoints: 2,14 » Auszeichnung für 27000 Beiträge


Das sind natürlich keine schönen Haltungsumstände für die Tiere Deiner Großeltern. Ich denke aber nicht, dass sie deswegen keinen Bezug zu den Tieren haben.

Ich würde an Deiner Stelle versuchen, Aufklärungsarbeit zu leisten oder einfach mal was mitbringen (zum Beispiel für die Kaninchen ein Freigehege) und den Großeltern das zeigen. Mit den meisten "älteren Leuten" kann man doch trotz allem vernünftig reden, so dass sie das auch verstehen können. Danach würde ich den Großeltern ein paar Tage Zeit lassen, darüber nachzudenken.

Tier hatten meiner Meinung nach früher einen geringeren Stellenwert als heute. Auch bei meinen Großeltern war es damals "normal", dass der Hund an der Kette war und eine Hundehütte hatte. Meine Großeltern sind allerdings schon 20 Jahre tot.

Versuch einfach Dein Glück mit einem wirklich vernünftigem Gespräch in einem ruhigen Ton. Das bringt meiner Meinung am meisten. Ich persönlich würde nicht gleich ein Veterinäramt einschalten - schließlich sind es noch immer Deine Großeltern. Ich drück Dir die Daumen, dass die beiden etwas einsichtiger werden.

» Kleines Mäuschen » Beiträge: 1 » Talkpoints: 0,44 »


Schon wenn man die Frage an sich liest, weiß man, dass du überhaupt keine Ahnung von der Landwirtschaft hast. Bauer und Farmer sind dasselbe. Bauer ist eben deutsch und Farmer englisch. Außerdem wie kommst du darauf, dass ein Bauer keinen Bezug zu Tieren hat, nur weil er sie züchtet?

Man hat als Bauer einfach ein normales Verhältnis zu Tieren und behandelt sie nun mal auch artgerecht. Da muss keine Kuh Stöckchen holen und kein Schwein im Bett des Bauern schlafen, nur weil das Tier einfach irgendeine Art von Ersatz für den Menschen darstellt. Genauso sind die Tiere ja für viele Personen. Ein Ersatz. Egal ob ein Ersatz für einen fehlenden Partner oder fehlende Kinder. Man schafft sich eine Katze oder einen Hund an und gut ist es.

Auf einem Bauernhof hätte gar niemand Zeit nur ein Tier so verhätscheln. Man muss sich um alle Tiere gleichermaßen kümmern. Außerdem gehört es auch zum Kreislauf des Lebens dazu, dass auch mal ein Tier stirbt. Das kann man leider nicht ändern. Bei den Stadtmenschen, die keine Ahnung vom Leben auf einem landwirtschaftlichen Betrieb haben bricht natürlich eine Welt zusammen, wenn ein Tier stirbt oder es gar geschlachtet werden muss, damit es auf unseren Tellern landen kann. Da hat man ja fast das Gefühl, dass jene Personen glauben, dass Tiere zu Tode gestreichelt werden.

» Birdy93 » Beiträge: 749 » Talkpoints: 3,92 » Auszeichnung für 500 Beiträge


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