Gegen Dialekt entscheiden und diesen nicht sprechen wollen?

vom 12.02.2019, 19:55 Uhr

In einem anderen Beitrag schreibt jemand, dass sie sich bewusst gegen einen Dialekt entschieden hat und diesen nicht sprechen würde. Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass man meist automatisch einen gewissen Dialekt übernimmt, wenn man lange irgendwo lebt. Ich habe immer gedacht, dass ich hochdeutsch sprechen würde, aber als ich dann in ein anderes Bundesland zog, ist mir mal bewusst geworden, dass ich doch einen Dialekt habe. Mittlerweile lebe ich einige Jahre hier und wurde auch schon von Freunden aus der alten Heimat darauf angesprochen, dass ich den Dialekt nun auch teilweise reden würde. Mir fällt das auch selbst teilweise auf. Ich wollte den Dialekt allerdings auch nie bewusst sprechen, aber das ist irgendwie automatisch so passiert.

Meint ihr, dass man sich wirklich gegen einen Dialekt entscheiden kann und diesen dann nicht spricht? Passiert es nicht automatisch, dass man diesen zumindest teilweise irgendwann übernimmt, wenn man diesen täglich hört? Ist es oft so, dass jemand meint keinen Dialekt zu sprechen und es dennoch tut?

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» Nelchen » Beiträge: 30658 » Talkpoints: 0,21 » Auszeichnung für 30000 Beiträge



Ich versuche auch nicht zu stark im nordischen Slang zu sprechen, weil das schnell ungebildet oder ein bisschen kodderig wirkt. Andererseits höre ich aber immer wieder von Leuten, die nicht aus dem Norden sind, dass auf jeden Fall ein Dialekt vorhanden ist. Wenn auch nicht extrem stark. Ich finde es eigentlich nicht schlimm, wenn man so ein bisschen raus hört, dass ich aus dem Norden bin. Nur hier ist es auch gern gesehen, wenn man "normales" Deutsch sprechen kann.

Dass man seinen Dialekt komplett ablegt, finde ich manchmal sogar ganz vernünftig. Ich finde es zwar schön, wenn man einen Dialekt spricht, aber zwischen dem Dialekt und Hochdeutsch switchen kann. Und ich denke für den Beruf ist es immer gut, wenn man Hochdeutsch spricht. Zumindest in vielen Berufen.

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» PinkPirate » Beiträge: 632 » Talkpoints: 6,88 » Auszeichnung für 500 Beiträge


Bis zum Beginn der Studienzeit konnte ich nur im Dialekt sprechen, weil ich in einer Region aufgewachsen bin, in der der Dialekt sehr stark vorherrschend ist. Im Lauf des Studiums habe ich dann gelernt, auch Hochdeutsch zu sprechen, wozu ja nicht nur eine andere Aussprache gehört, sondern auch andere Wortwahl und andere Grammatik. Außerdem ist es wichtig, die Feinheiten der Aussprache bei Vokalen und Konsonanten zu beachten, weil man daran sehr leicht erkennen kann, welchen Dialekt jemand normalerweise spricht.

Inzwischen kann ich einigermaßen gut zwischen Dialekt und Hochdeutsch wechseln. In anderen Bundesländern werde ich jedenfalls überall gut verstanden und niemand schaut mich schief an oder spricht mich auf meine Herkunft an. Im Lauf der Jahre ist es übrigens sogar so gekommen, dass mir so mancher Dialektbegriff nicht mehr einfällt. Auch im Gespräch mit meiner Mutter weiche ich daher manchmal auf hochdeutsche Ausdrücke aus, weil ich nicht mehr weiß, wie man es im Dialekt sagt.

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» lascar » Beiträge: 929 » Talkpoints: 213,47 » Auszeichnung für 500 Beiträge



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