Flohmarkt - Geld verdienen oder alle Sachen anbringen?
Wir fahren ca. jedes Jahr einmal auf den Flohmarkt, meist dann, wenn sich das Gewand und die alten Spielsachen im Keller anhäufen und man keinen Platz mehr für irgendwas hat. Der Stellplatz kostet pro Tag 25 Euro. Unser Ziel ist es eigentlich nur, alle Sachen loszuwerden, das Geld ist dabei Nebensache.
Es gäbe natürlich auch die Möglichkeit, die Sachen wirklich extrem bedürftigen Menschen zu spenden, oft freut es mich selbst jedoch fast mehr, die Freude im Gesicht der armen Menschen zu sehen, die uns gerade drei Pullover um 5 Euro abkauften, von welchen im Geschäft jeder mindestens 30 Euro kostete. Wenn es uns ums Geld ginge, würden wir die Sachen vermutlich auf Willhaben oder ähnlichen Seiten verkaufen, jedoch ist es einfach schön zu sehen, wie sich die Leute über ihre Schnäppchen kaufen.
Auch wenn wir für alles nur sehr wenig verlangen, kommt zum Schluss meist eine gute Summe von ca. 300 Euro zusammen. Bevor man das Gewand wegwirft, tut man sich lieber einen Tag lang die Arbeit an, hat 300 Euro mehr, alle Sachen verkauft und macht einige Menschen überglücklich.
Wie macht ihr es bei euren Verkäufen am Flohmarkt? Schaut ihr, dass ihr für alle Sache einen relativ angemessene Preis bekommt (nicht einen Euro wie wir für einen schönen Anzug), oder wollt ihr auch nur alles anbringen, egal für welchen Preis?
Ich verstehe nicht genau, was "anbringen" bedeutet, bedeutet das in deinem Dialekt vielleicht, dass du möglichst viel los werden willst? Ich war schon länger nicht mehr auf dem Flohmarkt zum Verkaufen, aber die letzten Male haben auch eher nach dem Motto "Hauptsache weg" funktioniert. Je weniger wir wieder mit nach Hause nehmen mussten desto besser.
Ich muss aber auch dazu sagen, dass wir tatsächlich nur Sachen auf dem Flohmarkt verkauft haben, bei denen es sich wirklich nicht lohnt sie bei Ebay und Co. anzubieten. Da kauft ja kein Mensch einen Kerzenständer für 50 Cent, weil das Porto dafür unverhältnismäßig hoch wäre, aber wenn man den mit anderem Kleinkram in eine Schachtel tut und "zwei Stuck für einen Euro" drauf schreibt greifen die Leute schon gerne zu.
Die Annahme, das Leute arm sind, wenn sie auf Flohmärkten einkaufen, kann ich übrigens nicht wirklich verstehen. Die meisten Leute, die ich kenne, sammeln irgendwas bestimmtes, das man auf Flohmärkten unter Umständen ziemlich günstig finden kann.
Ich selber sammle zum Beispiel Art Deco Modeschmuck aus Bakelit. Wenn man sich damit nicht auskennt denkt man, dass das einfach Plastikschmuck ist, den man da von Oma geerbt hat, und dann kommt es eben durchaus vor, dass so eine ganze Schachtel für zehn Euro verkauft wird, obwohl man dafür mehrere hundert Euro verlangen könnte.
Und wenn ich auf dem Flohmarkt dann noch irgendwas anderes sehe, das mir gefällt, kaufe ich das auch, wenn der Preis stimmt. Die Tatsache, dass ich fünf Euro für ein Kleid bezahle heißt nicht, dass ich mir den Neupreis nicht leisten könnte.
Ich habe schon länger keine Sachen mehr auf einem Flohmarkt verkauft. Früher als Kind ging es mir natürlich vor allem darum, mit dem Verkauf mein Taschengeld aufzubessern und mir dann von dem verdienten Geld neue Sachen kaufen zu können. Mittlerweile wäre das bei mir auch anders. Wenn ich jetzt nochmal einen Stand auf dem Flohmarkt machen würde, dann ginge es mir vor allem auch darum, dass ich die Sachen loswerde und das Geldverdienen wäre zwar auch nicht unwichtig, aber eher nebensächlich.
Ich habe noch nichts auf dem Flohmarkt verkauft, aber wenn ich das tun würde, wäre ich froh, wenn ich auch wirklich alles loswerden würde, egal zu welchem Preis. Denn die Sachen wieder mitnehmen zu müssen ist doch auch nervig und lästig. Man bringt die Sachen ja extra mit, dass sie nicht zu Hause zustauben und Platz wegnehmen. Wozu also wieder mitnehmen wollen?
Ich habe auch schon Sachen auf dem Flohmarkt verkauft. Wobei ich die Preise auch nicht so hoch angesetzt habe. Wichtig war es mir nach diesem Tag alle Sachen los zu sein und das war ich auch mit einer stolzen Summe, die ich dann mein Eigen nennen durfte. Das hätte ich auch online machen können, aber das lohnt sich einfach nicht vom Aufwand her. Wenn man Bilder machen muss, einpacken und losschicken muss ist es nicht unbedingt schöner. Ich war auch froh, dass ich es schnell los war.
Auf einem Flohmarkt habe ich bisher auch noch nichts verkauft. Aber ich würde dann auch den Preis sicherlich von den Interessenten abhängig machen. Wenn jemand nett und freundlich fragt, lässt man sicherlich eher mit sich handeln, als wenn man jemanden hat der sehr unfreundlich ist. Auch wäre ich dann froh, wenn ich alles los werden würde und eben nichts mehr mit nach Hause zurück nehmen müsste.
Bisher verkaufe ich alles über das Internet und mache es dann auch so, dass ich manche Sachen auch immer günstiger mache, um sie eben möglichst los zu werden, wenn ich eben merke, dass ansonsten eher niemand Interesse hat.
Meistens entwickelt sich ein Durchschnittspreis auf dem Flohmarkt. Liegt man darüber, dann bekommt man seine Sachen auch nicht los und ist man zu niedrig, dann hat man am Ende zwar einiges verkauft aber auch nicht mehr in der Kasse damit es sich großartig gelohnt hat.
Wenn ich auf dem Flohmarkt verkaufen gehe, dann müssen zum einen meine Fixkosten mit der Standgebühr gedeckt werden und ich möchte auch noch Gewinn haben, denn immerhin ist es für mich auch verschenkte Zeit die ich dort stehe und auf Kunden warte. Sprich unter Standgebühr zzgl. 100 Euro Gewinn brauche ich gar nicht erst anfangen und dann schaut man seine Sachen an, fragt sich ob man das damit erwirtschaften kann und geht dann los oder wartet noch ein wenig.
Dazu sind Flohmärkte nicht immer gleich gut besucht. Im Winter geht fast gar nichts in den überdachten Hallen und auch auf Themenflohmärkten geht man in der Masse nicht selten unter, dass es sich gar nicht lohnt. Daher stehe ich auch nicht mehr auf reinen Kinderkleidungsflohmärkten, da man dort einfach zu wenig an den Mann bekommt und noch 75 Euro Standgebühr in der Halle dazu kommen.
Besucher werden auch vom Eintritt mit 4 Euro abgeschreckt den sie bezahlen müssen und demnach ist dieser auch nicht gut besucht. Im Sommer sieht das anders aus, 25 Euro Standgebühr, gutes Wetter, Markt direkt neben dran und somit auch viel Laufkundschaft die nicht gezielt auf den Flohmarkt wollte und fast immer etwas kauft.
Mir geht es beim Flohmarkt hauptsächlich ums Geld. Die Leute sind aber heutzutage so unverschämt und versuchen dann schon mal eine fast neue Kettensäge von 80 Euro auf 10 Euro runter zu handeln und können einfach kein Nein akzeptieren. Mittlerweile verkaufe ich nur noch in einem Flohmarkt-Laden, wo ich selber keinen Kontakt mehr zu den Kunden habe.
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