Einen Tag Koma bedeutet dann einen Monat Reha?

vom 24.11.2014, 14:20 Uhr

In den ganzen Berichten von Michael Schumacher, der ja auch angeblich Fortschritte macht, aber weder reden noch sich bewegen kann, wurde auch gesagt, dass man noch einen langen Weg vor sich hat, ehe man sehen kann, dass er wieder einigermaßen "der Alte" wird.

Nun habe ich schon oft gehört, dass die Reha sich auch ein wenig daran orientiert, wie lange jemand im Koma gelegen hat. Eine Art "Faustregel" habe ich in diesem Zusammenhang schon öfters gehört. Man sagt, dass man, wenn jemand einen Tag im Koma gelegen hat mit einen Monat Reha rechnen muss und das addiert sich dann auch mit den Tagen des Komas. Liegt also jemand 10 Tage im Koma sollte man mit 10 Monaten Reha rechnen.

Michael Schumacher lag nun mehr als 100 Tage im Koma. Muss man dann mit 100 Monaten Reha rechnen? Das sind immerhin mehr als 8 Jahre Reha. Kann man nach einer so langen Reha Zeit dann wirklich noch damit rechnen, dass jemand wieder "der Alte" wird? Gilt diese Faustregel eigentlich wirklich bei einem Komapatienten?

Benutzeravatar

» Diamante » Beiträge: 41749 » Talkpoints: -4,74 » Auszeichnung für 41000 Beiträge



Michael Schumacher wurde ja in ein künstliches Koma versetzt. Ob das gleichzusetzen ist mit dem, was du über die Zeit eines Komas und der entsprechenden Reha schreibst, ist die Frage. Er ist ja mittlerweile wieder in seinem Haus. Die Genesung soll angeblich ein bis drei Jahre dauern.

Ich kann nach der langen Zeit nicht mehr glauben, dass er wieder so wird, wie früher. Wünschen würde ich es ihm auf jeden Fall von ganzem Herzen. Da er nun auch zu Hause betreut wird, wie es heißt, wird er sicherlich die bestmögliche Pflege erhalten, die es gibt. Das Geld dazu hat die Familie ja. Vielleicht hilft ihm seine gewohnte Umgebung zu gesunden, das wäre schön.

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge


Ich denke, dass es viele unterschiedliche Arten von Komas gibt. Zum einen gibt es das normale Koma, in das man fällt. Dann gibt es wie schon erwähnt das künstliche Koma, in das ein Mensch nach einem schweren Unfall versetzt wird, um die Überlebenschancen zu verbessern beziehungsweise aufrecht zu erhalten. Dann gibt es noch das Wachkoma, welches beispielsweise nach einem Schlaganfall entstehen kann.

Alles in allem denke ich nicht, dass man sagen kann, nur weil Michael Schumacher hundert Tage im Koma gelegen hat, dass er dann automatisch auch hundert Monate Reha braucht. Vielmehr denke ich, es kommt auf die Qualität der Ärzte, auf das Vertrauen und den Willen des Patienten und die allgemeinen Umstände an, wie lange ein Mensch tatsächlich eine Reha braucht.

» nordseekrabbe » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »



Ich glaube nicht, dass man das so pauschal sagen kann. Schließlich ist die Dauer einer Reha auch von anderen Faktoren abhängig, nicht nur von der Dauer des Komas. Sicherlich wird auch der medizinische Fortschritt eine Rollen spielen und auch um welche Art von Koma es sich gehandelt hat. Aber auf keinen Fall sollte man unterschätzen welchen Einfluss der eigene Wille und die eigene Motivation haben können. Wenn er keinen Lebensmut haben sollte, wird es sicherlich sehr viel langsamer dauern mit der Reha als wenn er voller Tatendrang ist. Man sollte niemals den Einfluss der eigenen Gedanken unterschätzen. Alles ist schließlich Kopfsache.

Benutzeravatar

» Olly173 » Beiträge: 14700 » Talkpoints: -2,56 » Auszeichnung für 14000 Beiträge



Ähnliche Themen

Weitere interessante Themen

^