Durch geschlechtsneutralen Namen oft Verwechslungen?

vom 23.04.2019, 22:52 Uhr

Mein Exfreund hat einen geschlechtsneutralen Namen, wobei dieser aber eher Freuen zugeordnet wird - zumindest in seiner Schreibweise. Somit kam es ständig zu Missverständnissen, vor allem, weil er einige Jahre mit seinem Bruder zusammenlebte, der den gleichen Nachnamen hat. Die beiden wurden dann oft für ein Ehepaar gehalten - so ging es zumindest aus zahlreichen Briefen hervor. Dabei hat mein Exfreund einen zweiten Namen, der eindeutig männlich ist.

Ich fand das immer ziemlich witzig, mein Exfreund hingegen nervig, weil es eben ständig vorkam und er die Situationen oft aufklären musste. Kennt ihr Personen, bei denen es durch geschlechtsneutrale Namen regelmäßig zu Verwechslungen kam? Ich habe auch eine Freundin mit geschlechtsneutralem Namen, wobei ihr zweiter Name auch klar weiblich ist. Da kam es bisher aber nie zu Verwechslungen beziehungsweise Missverständnissen, soweit ich weiß.

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» Prinzessin_90 » Beiträge: 31222 » Talkpoints: 188,60 » Auszeichnung für 31000 Beiträge



Mir erschließt sich nicht, was das mit geschlechtsneutralen Namen zu tun haben soll. Ich hatte auch schon den Fall, dass mein Bruder in irgendwelchen Briefen von Behörden für den Ehemann meiner Mutter gehalten worden ist, was mehr als absurd ist, da mein Bruder anders heißt als mein Vater und in meiner Familie definitiv keine geschlechtsneutralen Namen vergeben werden. Ansonsten gab es bei uns mal den Fall, dass mein Onkel - auch wieder mit einem eindeutig geschlechtsbezogenen Vornamen - in Briefen von Behörden und so weiter wiederholt mit weiblicher Anrede angesprochen worden ist.

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» Täubchen » Beiträge: 31770 » Talkpoints: 4,60 » Auszeichnung für 31000 Beiträge


Ich kenne eigentlich keinen, der einen geschlechtsneutralen Vornamen hat. Wobei ich dennoch schon erlebt habe, dass es mit einem normalen Vornamen auch zu Verwechslungen kam. Ich denke solche Verwechslungen sind immer äußerst unangenehm, wohl auch beim Arzt, wenn dann eine Frau aufgerufen wird und ein Mann aufsteht, das habe ich durchaus erlebt und musste dann schon auch etwas schmunzeln.

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» Ramones » Beiträge: 39333 » Talkpoints: 17,41 » Auszeichnung für 39000 Beiträge



Die Kinder einer Arbeitskollegin hießen Domenique und Chris. Allein beim Lesen der Namen wusste man auch nicht, wer hier Junge und wer Mädchen war. Daher musste sie beiden noch einen Vornamen geben, der das Geschlecht der Kinder genauer bezeichnete. Das war dann auch kein Problem und so haben die Kinder jeweils einen Doppelnamen.

Als ich selber noch klein war, hieß ein Nachbarskind Kay Susanne. Diesen Namen fand ich immer sehr exotisch und beneidete es um diesen Namen. Aber er wurde eben immer im Zusammenhang mit dem anderen Vornamen genannt. Das finde ich dann auch ok. Aber ehrlich, hätte ich einen Namen, der das Geschlecht nicht eindeutig bezeichnet, würde ich einen Zusatz dahinter schreiben, wie eben (weiblich).

Man kann für Geld auch seinen Namen ändern lassen bzw. ihm einen anderen hinzufügen. Der Betroffene kann ja eindeutig erklären, dass es oft zu Verwechslungen des Geschlechts kommt, was ihn nachhaltig beeinträchtigt. Immerhin kann er ja nichts für seinen Namen und trägt keine Schuld daran, dass dieser nicht eindeutig männlich oder weiblich klingt.

So wurde Erni im Ferienlager stets einer Mädchengruppe zugeordnet, was er echt nicht lustig fand. Wo ist das Problem, dem Namen noch das Wort "Junge" in Klammern hinzuzufügen? Das tut man doch einfach seinem Kind nicht an. Wenn es schon einen Unisexnamen hat, dann stellt man den doch schon im Vorfeld richtig. Oder aber man hätte einfach mal vorher nachgedacht.

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» Quasselfee » Beiträge: 1431 » Talkpoints: 356,23 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Ich kenne tatsächlich eine ganze Reihe Geschichten von Leuten, die mit dem falschen Geschlecht oder dem falschen Namen angeschrieben wurden und keiner davon hat einen geschlechtsneutralen Vornamen. Die einzige Person die ich kenne, die in diese Kategorie fällt, verwendet eh immer den Zweitnamen mit wenn sie irgendwas ausfüllen muss.

Ich wurde auch schon als "Herr" angeschrieben, was sicher nicht an meinem Vornamen lag sondern einfach daran, dass jemand in der Vorlage die Anrede falsch ausgewählt hat. Und ein Freund meiner Eltern hat einen Nachnamen, den es auch als Vornamen gibt und das führt immer wieder mal dazu, dass er als "Herr Vorname" angeschrieben wird.

Lustig fand ich auch die Geschichte meiner schwedischen Guide auf Island. Sie hat ihren Nachnamen nach der Hochzeit geändert, was auf Island nicht üblich ist, weil ihr schwedischer Nachname in Island nur für männliche Nachkommen benutzt wird und sie deshalb einige lustige Missverständnisse hatte. So musste sie zum Beispiel mal persönlich erscheinen um zu erklären, dass sie sich nicht aus Versehen für einen Schwangerschaftskurs angemeldet hatte.

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» Cloudy24 » Beiträge: 22689 » Talkpoints: 190,95 » Auszeichnung für 22000 Beiträge


Mein Vorname ist eigentlich eindeutig männlich, aber trotzdem bin ich schon gelegentlich in Anschreiben als Frau angeschrieben worden. Es gibt eine weibliche Form meines Vornamens, die man einfach durch Anhängen eines "a" erhalten kann, und immer mal wieder mutiere ich auf diese Weise zur Frau. Mir scheint, dass manche Sachbearbeiter nur sehr flüchtig hinschauen, wenn sie ein Antwortschreiben verfassen.

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» lascar » Beiträge: 1391 » Talkpoints: 330,35 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


Ich habe jeweils einen Bekannten als auch eine Bekannte mit dem Namen "Kim". Da gibt es immer wieder Verwechslungen. Dieser Name wird für beide Geschlechter benutzt. Andrea ist im Italienischen ein Männername. Das Problem ergibt sich wohl eher bei Namen, die nicht aus Deutschland kommen. Hier kann man oft nur raten, welches Geschlecht dahinter stecken könnte.

» Juri1877 » Beiträge: 6083 » Talkpoints: 74,73 » Auszeichnung für 6000 Beiträge



Das Beispiel "Kim" als Name, der öfter für Verwirrung sorgt, ist mir aus meinem Bekanntenkreis auch geläufig. Ich selber ordne den Namen spontan immer eher weiblich ein, aber ich kenne tatsächlich einen Jungen, der so heißt. Er musste sich nicht selten erklären und Missverständnisse richtigstellen, was sein Geschlecht anging, wenn er z.B. Briefe verfasst hat oder bei Anwesenheitslisten in der Uni aufgerufen wurde. Ihn hat das nicht sonderlich geärgert, aber ich stelle es mir schon lästig vor, wenn man häufiger für ein Mitglied des anderen Geschlechts gehalten wird und unter Umständen bei Behördengängen deswegen Probleme bekommt.

Ein anderer Bekannter von mir ist Koreaner und hat einen landestypischen Vornamen. Als seine Eltern nach Deutschland kamen, wurden sie von den Ämtern dazu gedrängt, dem Jungen einen eindeutigen Zusatznamen zu geben, weil für einen deutschen Staatsbürger unklar war, welchem Geschlecht das Kind angehört. Daher heißt der Kumpel nun mit Zunamen "Michael", was natürlich überhaupt nicht zu seinem ersten Namen passt und ausgeschrieben ziemlich skurril aussieht.

Ich frage mich auch, warum geschlechtsneutrale Namen zum Teil durchgehen und zum Teil angefochten werden, und ob sich die Regularien durch die Einführung des dritten Geschlechts "Divers" nun ändern werden. Aber ich würde bei meinen eigenen Kindern da lieber kein Fass aufmachen und von vornherein einen klaren Namen wählen. Es gibt genug schöne Namen, die klassisch männlich oder weiblich sind.

» MaximumEntropy » Beiträge: 5920 » Talkpoints: 987,36 » Auszeichnung für 5000 Beiträge


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