Durch Geld ein besserer Mensch sein?

vom 03.04.2017, 05:42 Uhr

Ein Bekannter von mir ist der Ansicht, dass Geld einen Menschen zu einem besseren Menschen machen würde. Hätte ein Mensch kein Geld, wäre die Gefahr groß, dass man eben kriminell würde um über die Runden zu kommen. Da würde man andere Menschen bestehlen und ausrauben und ihnen eben schaden. Man wäre egoistisch und würde nur an das eigene Überleben denken und nicht an andere.

Hätte man dagegen Geld, wäre man ein besserer Mensch, weil man keinen Grund zur Kriminalität hätte. Man hätte außerdem das Kapital, um wohltätig zu agieren und entsprechend Geld zu spenden, damit es anderen Menschen besser geht und nicht nur einem selbst.

Seid ihr auch der Ansicht, dass man ein besserer Mensch wird, nur wegen dem entsprechenden Kapital? Ich sehe da ehrlich gesagt keine Kausalität und nur weil ein paar reiche Menschen Gutes tun mit ihrem Geld, sind doch nicht alle so.

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» Täubchen » Beiträge: 33305 » Talkpoints: -1,02 » Auszeichnung für 33000 Beiträge



Nein ich denke nicht dass Geld einen zu einem besseren Menschen macht. Jemand ist ein guter Mensch wenn er andere Menschen achtet. Wenn Jemand viel Geld hat, kann es ja auch sein dass er gierig wird nach Geld ist und kriminell wird. Es kann auch sein, dass Jemand armes kriminell wird um zu überleben und eine Existenz aufzubauen.

Man kann also nicht an dem Reichtum festmachen ob Jemand ein guter Mensch ist oder nicht. Ob Jemand spendet nur weil er viel Geld hat, muss auch nicht zwingend sein oder dass sich derjenige wohltätig engagiert. Und es gibt sogar arme Menschen, die an andere denken und noch teilen.

» Redfly008 » Beiträge: 208 » Talkpoints: 26,59 » Auszeichnung für 100 Beiträge


Es gibt bestimmt sehr viele Beispiele, wo gerade Menschen mit viel Geld einen sehr großen Hang zur Kriminalität verspüren. Nur werden diese jetzt natürlich keine Zigaretten oder Alkohol im Supermarkt klauen, sondern die bedienen sich anderer Delikte, wie beispielsweise Steuerhinterziehung. Einen wirklichen Sinn sehe ich in dieser Aussage, dass alle Menschen mit Geld keinen Hang zur Kriminalität hätten, also nicht.

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» blaschi » Beiträge: 120 » Talkpoints: 47,51 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Was ist das denn für eine Logik? Wer Reich ist, der ist auch bestrebt das zu behalten und benutzt dafür ebenfalls kriminelle Handlungen wie Steuerhinterziehung usw. damit es eben bei ihm bleibt. Da muss man nicht direkt auf die Straße rennen und der Oma die Handtasche klauen, kriminell ist beides, aber die Arten und Weisen unterscheiden sich dabei. Schau dir doch mal an wie viele unserer "reichen" Vertreter Dreck am Stecken haben mit Konten im Ausland, für die keine Steuern gezahlt werden, Beratertätigkeiten die nie stattgefunden haben, Schwarzgeld, Geldwäsche und Co.

Auch wenn man das gewaschene Geld dann an Soziale Projekte weiter gibt und sich damit als ein guter Mensch gibt, ist es immer noch aus der kriminellen Quelle entstanden. Macht sicherlich nicht jeder so, aber man führe sich auch einmal vor Augen das 90% aller Bundesbürger bereits Steuerhinterziehung begangen haben, sei es Absicht oder auch Unabsichtlich weil Angaben vergessen wurden oder man nicht wusste, dass diese ebenfalls Meldepflichtig sind.

Ich komme auch aus einem reichen Haushalt, an Geld hat es nie gefehlt und im Prinzip hätte es von Anfang an gereicht den Beruf Tochter auszuüben. Dennoch war bzw. ist mein Vater kein guter Mensch in meinen Augen. Zuhause ein Ausraster nach dem anderen, körperliche Gewalt gehörte zu seinen liebsten Dingen in der Erziehung, darüber hinaus auf jedem Kontinent mit anderen Frauen in die Kiste gesprungen und ein Kind nach dem anderen gezeugt, aber nicht dafür finanziell aufkommen wollen. Nach außen hin immer das feine Bild abgeben, auf heile perfekte Familie machen und im inneren selbst ein schwarzer Abgrund den die Außenwelt natürlich nicht kennen durfte.

Immer wieder Geld an soziale Einrichtungen gespendet, sich damit "eingekauft" dass er dort auch etwas zu melden hatte, wie auch im Kita Beirat (was hat da jemand zu suchen, der keine Kinder in der Einrichtung mehr hat?) und bis heute seinen Senf dazu gibt, wie die Kinder da zu erziehen sind. Wohlgemerkt, er hat kein Kind in der Kita, konnte bei seinen eigenen Kindern nur zuschlagen, hat keine Ausbildung im Erziehungsbereich aber darf mitreden und Entscheidungen tragen, weil er mit ein paar Geldscheinen wedelt?

Trotz das er Geld hat, ist er für mich nur ein verlogenes kleines Miststück der sich mit dem Geld eben die Meinungen und Leute passend gefügig macht wie er es gerne hätte. Geld lässt viele Menschen über manche Dinge hinweg sehen und auch blenden, auch das ist in meinen Augen kriminell und nicht nur das los rennen und ein Apfel aus dem Supermarkt klauen weil man Hunger hat, oder der Oma die Handtasche rauben damit man seine Miete bezahlen kann. Kriminalität hat mehrere Gesichter und betrifft sowohl reiche als auch arme, intelligente oder auch dumme Menschen.

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» Sorae » Beiträge: 19435 » Talkpoints: 1,29 » Auszeichnung für 19000 Beiträge



Geld hat doch nichts mit dem Charakter zu tun. Entweder ein Mensch hat einen guten Charakter, dann wird er mit entsprechendem Gehalt auch mal etwas spenden oder man ist vom Charakter her eher mies und dann wird man das Geld zu Hause horten und eventuell auch Straftaten begehen. Geld macht einen nicht zu einem besseren Menschen.

Es gibt doch immer wieder steinreiche Menschen, die Steuern hinterziehen oder nichts spenden. Das macht einem nicht zu einen besseren Menschen, viele wollen ihre Reichtümer dann auch horten und geben es lieber für das 10. Auto aus als zu spenden, es gibt immer bescheuerte Menschen und Charakter ist nicht durch eine Zahl auf dem Konto zu bestimmen.

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» Ramones » Beiträge: 47746 » Talkpoints: 6,02 » Auszeichnung für 47000 Beiträge


Ich denke nicht, dass Geld jemanden zu einem besseren Menschen werden lässt. Die Dinge, die du aufzählst, sind zwar durchweg positiv und nachvollziehbar, aber ich finde, dass noch andere Dinge durchaus eine wichtige Rolle spielen.

So kann es tatsächlich sein, dass Menschen, die Geld haben, nicht mehr den starken Drang haben, kriminell zu handeln, aber Kriminalität alleine sagt meiner Meinung nach noch nichts darüber aus, ob der Mensch vor mir gut oder eben nicht gut ist.

So habe ich Menschen mit viel Geld kennengelernt, die durchweg eine unangenehme und penetrante Persönlichkeit hatten, die erst herausgekommen ist, als sie finanziell ausgesorgt hatten. Sie wurden hochnäsig und fingen an Menschen dafür zu verurteilen, die sich nicht alles so leisten konnten, wie sie es taten. Sie wurden so abhängig von Geld und Luxus, dass sie nicht mehr ohne konnten.

Zudem hatte ich bei einigen dieser Menschen das Gefühl, dass sie sich teilweise ihre Freunde "erkauft" haben und auch sonst meinten, dass Entschuldigungen ihrerseits durch einen gewissen Geldbetrag nicht mehr nötig waren. Sie sind für mich das beste Beispiel dafür, dass Geld nunmal auch das schlechte in einem Menschen wecken kann.

» Aguti » Beiträge: 3109 » Talkpoints: 27,91 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


Wie viele Menschen werden denn tatsächlich kriminell weil sie das Nötigste nicht leisten können? Das kommt sicher mal vor, aber das sind doch dann in der Regel eher kleine Delikte, zum Beispiel der Ladendiebstahl, weil jemand Hunger hatte.

Die wirklich großen Fälle, in denen es um solche Sachen wie Wirtschaftskriminalität, Betrug, Steuerhinterziehung und so weiter geht, werden doch von Leuten begangen, die eigentlich genug Geld hatten, damit ein gutes, ehrliches Leben haben könnten, aber den Hals einfach nicht voll bekommen haben.

Und wie viele Kriminalfälle haben mit Geld überhaupt nichts zu tun? Weil das Motiv in zwischenmenschlichen Beziehungen liegt? Wahrscheinlich sehr viele. Und was ist mit den Menschen, die deshalb viel Geld haben weil sie kriminell sind oder waren? Wie passen die in dieses Konzept?

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» Cloudy24 » Beiträge: 27476 » Talkpoints: 0,60 » Auszeichnung für 27000 Beiträge



So eine Schlussfolgerung finde ich nicht gerade logisch, wenn ich ehrlich bin. Sicher kann es sein, dass jemand mit viel Geld auch ein guter Mensch ist und von seinem Vermögen etwas an arme Menschen abgibt und dergleichen mehr. Aber verallgemeinern kann man es sicher nicht, dass jemand mit Geld ein besserer Mensch ist als jemand, der arm ist. Ein armer Mensch wird doch nicht zwingend kriminell, um zu etwas zu kommen und genauso ist ein reicher Mensch nicht unbedingt auch ein Wohltäter.

» Barbara Ann » Beiträge: 28939 » Talkpoints: 57,50 » Auszeichnung für 28000 Beiträge


Ich glaube jetzt nicht, dass Geld allein jemanden zu einem besseren Menschen macht. Mit Sicherheit kann Geld einem eine gewisse Unabhängigkeit geben und auch Sorglosigkeit. Aber zum einen gibt es ja auch genug Menschen, die trotz viel Geld nicht einen Cent für irgendeine soziale Einrichtung spenden und es gibt ja auch genug reiche Kriminelle.

Vielmehr denke ich steckt der gute Mensch in einem drin oder nicht. Es gibt auch viele arme Menschen, die trotzdem ihren Mitmenschen helfen oder ihr weniges Hab und Gut teilen. Das muss man schon irgendwie immer sein. Natürlich fällt es solchen Menschen dann wesentlich einfacher mit viel Geld im Rücken noch viel mehr anderen Menschen zu helfen.

Aber Geld allein ist eben keine Garantie. Natürlich kann man das Argument, dass Menschen die wirklich arm sind, aus gewissen Nöten eher kriminell werden nicht von der Hand weisen. Dafür muss man aber in meinen Augen aber Armut auch erst einmal definieren. Ich meine wir bezeichnen ja hier bei uns Menschen als arm, die weniger als circa 1.000 Euro im Monat haben. Für mich persönlich ist das weit weg von echter Armut und lange kein Grund kriminell zu werden.

Dagegen gibt es ja auf der Welt wirklich mehr als genug Menschen, die nicht wissen wie sie ihre Familie ernähren sollen, weil sie sich nicht mal altes schimmliges Brot leisten können. Dass man da kriminell wird, weil man etwas zu essen für seine Familie stiehlt ist da schon eher verständlich. Ich denke also, wenn wir zumindest von uns Deutschen ausgehen, wird wohl jemand der weil er scheinbar arm ist und deswegen klaut, durch ein paar Euro wohl eher nicht zum besseren Menschen.

» Klehmchen » Beiträge: 5487 » Talkpoints: 1.012,67 » Auszeichnung für 5000 Beiträge


Das ist ja mal wieder eine reichlich schräge Logik. Geld ist also das Einzige, was uns auf der rechten Spur hält, und wir sind allesamt nur ein paar (Tausend) Euro vom Abrutschen in die Kriminalität entfernt? Und natürlich ist nicht ein System schuld, das Leute in die Armut drängt, sondern jeder ist seines Glückes Schmied und selber schuld, wenn er kein Geld hat und sich irgendwie durchschlagen muss. Da hat der Kapitalismus mal wieder ganze Arbeit geleistet.

Ganz davon abgesehen, dass die Definition eines "besseren Menschen" gar nicht so einfach ist - wer wäre denn im Zweifelsfall ein "besserer Mensch"? Jemand, der von seinem Reichtum und Überfluss ein paar Brocken abgibt, ohne echte Auswirkungen zu merken, oder jemand, der kaum etwas zusammenkratzen kann, aber ein echtes Opfer bringt, wenn er "für eine soziale Einrichtung spendet"? Oder - was weiß ich - einen gefundenen Geldbeutel brav abgibt, obwohl der Hunderter darin den ganzen Monat retten würde.

Außerdem gehört noch mehr zu einem "besseren Menschen" als materielle Wohltätigkeit, weswegen ich Charakter und Kontostand auch als ziemlich entkoppelt sehen würde. Als Beispiele würden mir auch desinteressierte Eltern einfallen, die ihren Kindern von Ponys bis Cabrios alles Materielle hinten rein pusten und glauben, das genügt.

» Gerbera » Beiträge: 11301 » Talkpoints: 44,79 » Auszeichnung für 11000 Beiträge


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