Denken Menschen generell zu negativ?

vom 17.04.2018, 09:49 Uhr

In Belgien hat es eine Aktion gegeben, die 30-Tage-ohne-Meckern hieß. Dabei kam heraus, dass viele Menschen einfach alles zu negativ sehen und im Alltag, im Beruf und der Partnerschaft oft nur negative Dinge sehen und wahrnehmen. Meckern trägt dazu nur bei, dass man eben vieles negativ empfindet.

Wenn man mal genauer darauf achtet, gibt es ja auch kaum einen Menschen, der nicht mal meckert. Meint ihr, dass die Menschen generell einfach zu negativ denken? Ist euch da schon etwas aufgefallen? Oder meint ihr, dass es eher in Belgien so sein wird, wo diese Aktion durchgeführt wurde? Meint ihr, in Deutschland ist das anders?

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» Nelchen » Beiträge: 27430 » Talkpoints: 0,21 » Auszeichnung für 27000 Beiträge



Nur, weil man auch mal meckert und Dampf ablassen muss ist man doch nicht generell negativ eingestellt. Ich verstehe die Logik nicht. Ich kritisiere auch mal, so ist es nicht. Ich muss auch mal Dampf ablassen, aber dennoch werde ich von meinem Umfeld als "Vollzeit-Optimistin" und pure Lebensfreude wahrgenommen. Es ist eben alles eine Frage der Dosis und dass man es nicht übertreibt meiner Ansicht nach.

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» Täubchen » Beiträge: 21248 » Talkpoints: 2,83 » Auszeichnung für 21000 Beiträge


Ich weiß nichts über Belgien oder über die belgische Mentalität und Lebensweise. Hierzulande habe ich schon eher den Eindruck, dass es gesellschaftlich eher anerkannt wird, bzw. als "schick" gilt, negativ eingestellt zu sein und die Dinge kritisch zu sehen.

Leute, die statt zu jammern und zu meckern und über ihre Mitmenschen her zuziehen lieber darauf hinweisen, wie schön die Sonne scheint und wie lecker der Kuchen schmeckt, werden zumindest in meinem Umfeld eher schief angesehen und/oder als realitätsferne Hippies abgetan. Wer dazugehören will, muss jammern und über Kinder/Ausländer/das Wetter/die Politiker schimpfen, obwohl es einem objektiv gesehen einwandfrei gut geht.

Wenn man so im Alltag die Gespräche belauscht, geht es meiner (zugegebenermaßen subjektiven) Meinung viel öfter um Krankheiten, Krisen, Probleme und Dramen als um positive Ereignisse. Auch im Job habe ich noch nie die Erfahrung gemacht, dass bei einer Besprechung oder Beurteilung überwiegend gelobt wurde. Da wurden pauschal ein paar Dinge abgehandelt, die nicht völlig mies gelaufen sind, aber Kritik und Verbesserungsvorschläge nehmen eigentlich immer den Hauptteil der vermittelten Inhalte ein.

Ob man diese Tendenz jetzt als "zu negativ" ansehen soll, kann ich auch nicht wirklich beurteilen. Schließlich hat es evolutionsmäßig gesehen auch Vorteile, und wahrscheinlich stammen wir alle von denjenigen unserer Vorfahren ab, die gestresst und ängstlich Holz gesammelt und Wintervorräte angelegt haben, sodass ein gewisser Hang zum negativen Denken vielleicht sogar genetisch prädisponiert ist.

» Gerbera » Beiträge: 6441 » Talkpoints: 3,27 » Auszeichnung für 6000 Beiträge



Meckern ist schon irgendwie ein deutscher Volkssport. Es gibt gefühlt kein Wetter, über das sich der Deutsche nicht beschwert. Jetzt ist es seit drei Tagen sonnig bei uns und natürlich wird darüber gejammert, dass der April viel zu warm sei und es überhaupt kein Aprilwetter gibt.

Die Frage ist aber, ob das permanente Meckern, Jammern und Beklagen tatsächlich immer die Denkweise reflektiert oder ob das nicht eher eine Art Kommunikationskultur darstellt. Gerade das Wetter ist ja so ein beliebtes Thema für Menschen, die sonst keine Themen haben oder für Situationen, in denen man jetzt nicht unbedingt ein tief gehendes Gespräch führen möchte.

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» Cloudy24 » Beiträge: 20332 » Talkpoints: 12,61 » Auszeichnung für 20000 Beiträge



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