Bessere medizinische Versorgung durch TTIP?
In den USA gelten strengere Regelungen im medizinischen Sektor, als bei uns in der EU. So müssen Medizinprodukte strenger kontrolliert werden und es gibt eine staatliche Zulassungsstelle. Das ist in der EU nicht der Fall und deswegen konnte es bei uns schon mehrfach zu Problemen mit Brustimplantaten und künstlichen Hüftgelenken kommen.
Deswegen hoffen nun viele darauf, dass sich dies durch TTIP wieder ausgleicht. Möglicherweise gelten dann auch bei uns strengere Regelungen, so dass sich die Qualität der Medizinprodukte verbessert und die Pharmazie ein wenig in die Schranken gewiesen wird.
Wie denkt ihr darüber? Kann es tatsächlich sein, dass sich die medizinische Versorgung in Deutschland durch TTIP verbessern wird? Oder wird es eher so sein, dass die USA Nachteile dadurch hat, weil die Standards in den USA gesenkt werden?
Mag sein, dass die bei den Medizinprodukten strenger sind, bei den Medikamenten aber nicht. In den USA gilt das Nachsorgeprinzip und bei uns das Vorsorgeprinzip. Soll heißen, dass man in den USA erst nachweisen muss, dass etwas gesundheitsschädlich ist, bevor es abgeschafft werden darf, was sich über Jahre hinziehen kann. Bei uns muss man aber nachweisen, dass etwas unschädlich ist bevor es überhaupt auf den Markt darf. Eine Angleichung wird es geben, stellt sich nur die Frage in welche Richtung.
Das Problem ist, dass es eher darauf hinauslaufen wird, sich an den niedrigeren Standard anzupassen. Das ist ja schon bei den gentechnisch veränderten und bedenklichen Speisen der Fall. Ich sag nur Stichwort "Chlorhühnchen". Bisher kam in Deutschland niemand auf die Idee, Hühnchen zum Desinfizieren lecker eine Chlordusche zu verpassen. Aber mit TTIP wird es möglich.
Daher glaube ich kaum, dass bessere Medikamente aus den USA sich durchsetzen werden. Und ich bezweifle auch, dass die gesundheitliche Versorgung dort drüben wirklich besser ist als hier.
Cappuccino hat geschrieben:Und ich bezweifle auch, dass die gesundheitliche Versorgung dort drüben wirklich besser ist als hier.
Ich glaube eher, dass die Amerikaner bei Medizinprodukten (Stichwort "Brustimplantate") deswegen vorsichtiger sind und diese Produkte besser überwachen, weil man sich vor Millionenklagen und Entschädigungen fürchtet, sollte doch mal was schief gehen und sollte nachgewiesen werden, dass wirklich eine schlechte Qualität der Produkte Schuld sein.
Ich meine, in Europa war ja der Skandal mit den Implantaten offensichtlich, weil die teilweise undicht waren und im Körper ausgelaufen sind und die Betroffenen dadurch mit Folgeschäden zu kämpfen hatten. Bei Medikamenten wird man Schäden nur schwer nachweisen können und besser verschleiern können, weil man ja immer noch behaupten kann, dass Studien etwas anderes gezeigt haben, dass das Einzelfälle waren oder dass die Person unerlaubterweise andere Medikamente genommen hat und die Schäden durch Wechselwirkungen entstanden sind oder so.
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