Aussagen des Kinderarztes vertrauen oder hinterfragen?
Ich habe gerade sehr aufmerksam
diesen Beitrag gelesen und der gab mir schon zu denken. Ich habe es eigentlich für selbstverständlich gehalten, dass die Aussagen von Ärzten schon hinterfragt werden, egal ob das jetzt der Kinderarzt ist, der Spezialist oder der normale Hausarzt. Daher kann ich auch nicht wirklich verstehen, wie man der Aussage des Kinderärztes blind vertraut und alles direkt umsetzt, gerade im Bezug auf das Stillen und Abstillen.
Eine Freundin von mir sollte laut früherer Kinderärztin ihren damaligen Säugling auf Diät setzen, weil der angeblich zu viel Muttermilch trinken würde und dadurch früher oder später fett werden würde. Sie hat das aber nicht gemacht und sich eine zweite Meinung eingeholt und das Kind ist immer noch gertenschlank. Bei manchen Babys ist der Energiebedarf eben größer, wie soll das ein Arzt abschätzen können?
Ärzte sind auch nur Menschen und können sich irren und gerade wenn es um mein (potentielles) Baby geht, wäre ich doch noch vorsichtiger und würde mich eher auf meinen Instinkt (und Recherchen im Internet siehe Ernährungsempfehlung, die Sorae angesprochen hat) verlassen und nicht auf das, was so ein Grünschnabel von sich gibt, der frisch die Uni abgeschlossen hat. Wie seht ihr das? Würdet ihr den Aussagen von Kinderärzten eher vertrauen oder diese hinterfragen? Macht ihr alles, was der Kinderarzt sagt?
Ich glaube keinen Arzt blind etwas und gerade Kinderärzte sind dabei der Oberknaller was diese vom Stapel lassen. Darunter waren schon Aussagen, dass Muttermilch für ein Neugeborenes Schädlich ist und man daher gar nicht anfangen soll zu stillen, von Aussagen wie sie deine Freundin bekommen hat, dass man die Muttermilch rationieren soll damit das Kind nicht fett wird.
Ein Baby nimmt sich was es braucht und von Muttermilch ist noch kein Kind fett geworden. Diese ist in der Zusammensetzung vom Körper der Mutter auf das Kind angepasst, die Kommunikation findet über den Speichel statt ob nun nachgelegt werden muss mit Eiweiß oder Kohlehydraten. Klar ist es anstrengender mit Stillen als Pulvermilch, da diese flüssiger ist und eine andere Konsistenz aufweist und nicht voller Stärke gestopft wird damit das Kind auch schön lange satt ist. Versuch du dich mal mit etwas Zuckerwasser länger als 2 Stunden satt zu halten, gleiches Prinzip.
Ärzte haben keine Ahnung von der Ernährung her und labern das nach, was in ihren schlauen Büchern steht. Teilweise sind deren Bücher schon 20-30 Jahre alt und da gab es andere Vorgaben und Annahmen zur Muttermilch. Auch die Umweltbelastung die angeführt wurde im anderen Thread ist inzwischen zu vernachlässigen, da diese auch in sämtlichen anderen Lebensmitteln gegeben ist. Daher gilt stillen so lange wie möglich voll noch als das optimale, mindestens 6 Monate Vollstillen sind empfohlen, ohne Brei und anderes.
Die meisten Kinder sind mit 4 Monaten noch lange nicht für feste Nahrung soweit, der Zungenreflex ist noch zu stark vorhanden und von selbstständig sitzen ganz zu schweigen. Dennoch hauen Kinderärzte heraus, mit 4 Monaten anfangen mit Brei ungeachtet der einfachsten Dinge. Somit soll das Kind im liegen Essen, was das Verschlucken erhöht. Landet alles daneben wegen dem Zungenreflex der nicht durch "erlernen" verschwindet sondern einfach mit der Zeit und dem wachsen der Mundraumanatomie. Geschweige denn ist der Darm der Kinder soweit umgestellt, dass er den Brei im Ansatz auch nur verarbeiten kann. Sprich man füttert leere Kalorien, von denen nichts aufgenommen wird.
Gleiches mit den Aussagen, dass man mit Brei anfängt wenn das Kind von der Milch nicht mehr satt wird. Ebenfalls quatsch, Muttermilch mit 200 ml liefert ca. 940 Kalorien. Ein Breiglas oder auch frisches Gemüse aus reinem Gemüse gerade einmal die Hälfte, erst in der Kombination mit Fleisch und weiteren stärkehaltigen Gemüsesorten kann man das aufwerten. Aber damit fängt man von Anfang an nicht an, sondern bleibt bei einfachen Dingen über einige Wochen. Sprich man nimmt dem Kind sogar weitere Energie, die es zum wachsen braucht in dieser Phase.
Missverstanden führt das dazu, dass man wieder mehr Milch, Brei und Co rein stopft und am Ende tatsächlich zu viele Kalorien aufgenommen werden und das Kind fett wird. Da braucht man sich nicht wundern, wenn das Kind auf der Kurve zu "schwer" tendiert auch wenn der Referenzbereich durchaus großzügig gestaltet ist und gerne damit argumentiert wird "das Kind ist halt groß und darf damit auch mehr wiegen", was aber in der Kurve bereits Berücksichtigt ist.
Selbst alte Kinderärzte haben einen an der Murmel und sind nicht besser, da wird noch Safttherapie empfohlen anstatt Milch und andere lustige Dinge. Raucher sollen nicht stillen, klar geht das Nikotin auf die Muttermilch über aber die positiven Dinge überwiegen. Kinder die 6 Monate voll gestillt wurden haben ein 70% geringeres Risiko an Diabetes Typ 2 zu erkranken. Kinder mit Allergieneigungen sollten sogar 10 Monate voll gestillt werden, da man so auch sensibilisieren kann anstatt die Karotte als Brei in den Hals zu stecken und Kuhmilch sollte ebenfalls reichlich spät eingeführt werden. HA Produkte sind so teuer, da dort sämtliches tierisches Eiweiß heraus gefiltert wird und durch synthetisches Ersetzt wird. Aber das ist ja auch alles "Murks" und schlecht.
Mir wurde auch gesagt, dass eingewachsene Zehennägel bei keinem Kind behandelt werden müssen. Ich habe nicht locker gelassen und habe es behandeln lassen, nur deswegen passt mein Kind überhaupt in Schuhe. Ansonsten hätte er das gleiche Problem wie sein Vater, der über 30 mal an den Füßen operiert werden musste weil die Nägel seitlich aus den Zehen wachsen. Das verwächst sich war die Aussage, mit Sicherheit nicht wenn die Nägel schon seitlich heraus schauen. Zwei Schnitte, zwei Metallplättchen die eingelegt wurden und seither ist Ruhe und ich habe ihm die ganzen Jahre danach mit Schmerzen und Daueroperationen an den Füßen erspart.
Von der Aussage mit dem zu fetten Kind und ich soll die Muttermilch rationieren, als er einige Zeit lang ca. 1 Liter am Tag eingefordert hatte im Wachstumsschub. Gleiches auch mit Thema Brei, hätte ich laut Kinderarzt am besten schon mit 8 Wochen anfangen sollen damit er weniger Milch trinkt, hatte sich mit dem Schub überschnitten. Als die Unverträglichkeiten mit brachialem Durchfall und Klinikaufenthalt aufkamen und mit Neurodermitis wurde es auch auf die Muttermilch geschoben, und ich sollte einfach noch mehr Brei nach stopfen damit er sich daran gewöhnt. Habe ich auch nicht gemacht, habe das nochmals eingestellt und zu einem späteren Zeitpunkt mit noch kleineren Portionen angefangen und siehe dar, alles wurde besser.
Impfungen ist auch ein tolles Thema, laut dem Kinderarzt braucht man das nicht, ist ja alles ausgerottet in Deutschland. Der schaut wohl nicht einmal in die Zeitung, dass Masern auch wieder auftreten und daran schon Kinder verstorben sind. Um jede Impfung muss man hier förmlich betteln, dass sie gemacht wird und dann auch nur mit sehr viel Widerstand gegen den Kinderarzt. Hier ist man reichlich Impffeindlich eingestellt, obwohl das sehr wohl Sinn macht denn von alleine sind diese Krankheiten nicht verschwunden sondern nur durch die Impfungen.
Saft gegen Fieber auch ein sehr krasses Thema. Klappt das mit dem Zäpfchen nicht, wird direkt Nurofen aufgeschrieben, sprich Ibuprofen. Das hat bei Kindern unter 4 Jahren rein gar nichts verloren und ist vom Hersteller auch so vorgesehen. Aber es wird blind verschrieben, den auf der Packung steht ja auch schon Säugling drauf ab 5 Kilogramm. Dass man damit seinem Kind direkt die Leber kaputt macht wird einem nicht gesagt, denn das ganze bleibt im kindlichen Organismus hängen da es die Leber gar nicht verstoffwechseln kann.
Auch das bekommt man blind in die Hand gedrückt und mal ehrlich, wer hinterfragt das noch wenn es auf der Packung steht und "offenbar" geeignet ist. Das ist ein lang umstrittenes Thema was wieder vor Gericht steht, denn auch daran sind schon einige Kinder verstorben und man möchte seit langem die Hersteller dazu bewegen, dass diese Angaben von den Packungen selbst verschwinden auf die sich Eltern und Kinderärzte blind verlassen. In den USA ist es inzwischen verboten, dafür sind auch mehrere hundert Kinder vorher daran verstorben und andere haben Langzeitfolgeschäden davon getragen und nicht wenige davon warten nun auf eine neue Leber.
Wer sich auf seinen Kinderarzt blind verlässt mit seinen Aussagen, der ist einfach nur naiv und dämlich und sollte besser einen Steingarten Zuhause haben als ein Kind. Der Kinderarzt ist auch nur ein Mensch der nicht alles weiß, manche Dinge nicht einmal in seiner Ausbildung vorgekommen sind aber dennoch eine Meinung dazu abgibt. Dazu noch seine eigene Meinung und Einstellungen z.B. mit dem Impfen und es gibt auch Kinderärzte die stillen ekelig finden und daher davon abraten, ganz "ärztlich gesehen" natürlich. Am besten sind noch die Personen die "von Schwägerin" alles hören oder die im Umkreis angefangene studierte haben die ihr Medizinstudium dann wieder an den Nagel gehängt werden. Auch diese werden als "Experten" befragt und sich daran gehalten was aus deren Mund springt.
Nein, ich mache sicher nicht alles was ein Arzt mir sagt. Und ich wurde gerade wieder belehrt das dies auch so gut ist. Seit Jahren versuche ich herauszufinden warum meine große Maus ein wenig anders ist und immer wieder hieß es das passt schon so, das wächst sich aus und so weiter und so fort. Nur geändert hat sich nichts. Allerdings habe ich das von verschiedenen Ärzten gehört sodass ich selber schon glaubte ich bilde mir was ein.
Und jetzt durch Zufall hat mich ein Arzt selber darauf angesprochen und gemeinsam haben wir jetzt eine Therapie passend zu ihrem Krankheitsbild gefunden und ihr geht es schon besser. Aber es ist ja nichts so wie die meisten Ärzte gesagt haben.
Auch was mich selber angeht bin ich recht vorsichtig und informiere mich auch. Schließlich haben verschiedene Ärzte auch verschiedene Meinungen. Wäre ich nach einem Arzt im Krankenhaus gegangen würde ich noch immer jeden Tag eine Hand voll Schmerzmittel nehmen und mich im Bett verkriechen und nicht so wie jetzt jeden Tag ein paar Kilometer spazieren. Von dem her denke ich man muss mit den Meinungen schon vorsichtig sein. Man sollte sich einen Arzt suchen den man wirklich vertrauen kann und trotzdem alles ein wenig hinterfragen.
Also generell geht die Tendenz in der Gesellschaft dahin, dass kaum noch jemand dem Arzt blind vertraut. Ob das jetzt positiv oder negativ ist kann man so oder so sehen. In Zukunft werden wahrscheinlich alle Patienten, egal ob beim Kinderarzt oder einem anderen Arzt, schon eine Eigendiagnose durch Internet und Co. um Kopf haben bevor sie das Sprechstundenzimmer betreten. Ich persönlich bin auch schon immer jemand der sehr viel hinterfragt, das liegt allerdings auch daran, dass ich mich extrem für den medizinischen Bereich interessiere und mittlerweile auch dort arbeite.
Es gibt Patienten, bei denen ein ständiges hinterfragen und anzweifeln, wenn der Arzt eine sichere Diagnose gestellt hat, in der Behandlung hinderlich sein kann. Ebenso ist es ganz richtig in unsicheren Fällen lieber eine Zweitmeinung einzuholen. Meine Mutter hatte beispielsweise eine Erkrankung, welche erst der vierte aufgesuchte Arzt erkannte, trotz umfassendere vorherige Untersuchungen. Dieser stellte die Diagnose sogar schon vor jeglicher Untersuchung, also die Kompetenzen können da durchaus abweichen.
Ich würde aber auch nicht behaupten, dass (Kinder)-ärzte die direkt von der Universität kommen unbedingt schlechter sind, als welche mit viel Erfahrungen. Häufig verfügen diese sogar über neuere Methoden und Erkenntnisse, welche früher gar nicht thematisiert werden und teilweise trotz Fort- und Weiterbildung von älteren Ärzten von vorn herein abgelehnt werden. Gegenbeispiele, wo die Erfahrung zu einem Behandlungserfolg führt, gibt es natürlich genauso.
Man muss sich immer im Hinterkopf behalten, dass der Arzt auch kein Hellseher ist und seine Diagnose in der Regel durch das Ausschlussprinzip stellt. Auch gibt es, wie im Beispiel der Diät, nicht immer ein richtig oder falsch, sondern häufig ist mehreres möglich und dazu noch viele Lösungen dazwischen. Ebenso gibt es Ärzte, welche direkt ohne Abstrich zu Antibiotika greifen bei Halsschmerzen, das kann falsch sein, muss aber nicht.
Genau an der Stelle muss der Patient, oder hier das Elternteil stellvertretend für das Kind entscheiden, was er für richtig hält. Ich lehne beispielsweise vorschnelle Antibiotikagabe auch ab und würde das auch später mit dem Kinderarzt meines Kindes so absprechen.
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