Aus welchem Grunde belächeln Ärzte Hausmittel?

vom 19.11.2014, 21:18 Uhr

Warum belächeln die Ärzte wirksame Hausmittel? Wenn es zum Beispiel um Wadenwickel oder Kräutertees geht, wird das manchmal belächelt. Sie vergessen dabei, dass ihre eigene Mutter oder Großmutter sie vielleicht auch damit behandelt hat.

Einige Rezepte unserer Großmütter sind ebenso wirksam wie Medikamente und in der Regel nebenwirkungsfrei. Warum gibt es also Ärzte, die altbekannte Hausmittel belächeln? Haben sie Angst, dass nicht mehr genug Patienten kommen oder was kann sonst der Grund sein?

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge



Natürlich ist es so, dass die Ärzte und auch die Pharmaindustrie keinen Profit mehr machen würden, würde jeder auf Hausmittelchen zurück greifen, die erstens viel wirksamer, zweitens aber noch sehr viel günstiger sind, als Tabletten und andere chemische Medizin.

Die Ärzte sind aber Menschen, zu denen fast jeder hochschaut, weil jeder weiß, dass sie sehr gebildet sind und einen Numerus Clausus haben mussten, um das Medizinstudium überhaupt anzutreten. Deshalb meinen viele Menschen, dass Ärzte, so wie Götter einfach Übermenschen sind und alles wissen. Das ist aber leider oft nicht der Fall.

Die Ärzte nutzen ihre Macht aus, um uns weis zu machen, dass wir dringend Medikamente brauchen. Natürlich gibt es auch andere Ärzte, die auf Homöopathische Mittel schwören oder auch noch die guten alten Methoden vorschlagen. Ich hatte damals zum Beispiel so einen Kinderarzt, der ist jetzt leider in Pension. Er hat aber regelmäßig Fortbildungen besucht und sich wirklich sehr für alternative Medizin interessiert.

Den meisten Ärzten geht es aber heutzutage einfach um das Geld, deshalb werden auch oft Patienten, die eine private Versicherung haben bevorzugt behandelt und schneller dran genommen.

Dass beispielsweise Wadenwickel helfen, habe ich selber mitbekommen. Jedes Mal, wenn ich mein Kind impfen lassen habe, hatte sie derart hohes Fieber, dass sie fantasiert hat. Meine Ärztin hat mir wegen jedem kleinsten Schnupfen Zäpfchen verschrieben, die ja bekanntlich auf die Niere gehen.

Statt aber Fieberzäpfchen zu geben, habe ich es immer zuerst mit Wadenwickel probiert. Und meistens brauchte ich gar kein Zäpfchen, denn das Fieber ist von alleine herunter gegangen. Genau so bei der Magen- Darm- Störung, bei der mir die eine Fieberzäpfchen Kinderärztin Antibiotika empfohlen hat.

Der Arzt sagte zu mir, ich solle sie zu Hause lassen und ihr Diätkost machen. Darunter verstand er zum Beispiel Äpfel mit Bananen gemischt verabreichen und viel Schokolade essen- Dinge die stopfen beispielsweise. Und siehe da, mein Kind war zwei Tage später wieder gesund und musste nicht eine Woche lang Antibiotika zu sich nehmen.

Alles in allem bin ich so oder so ein Gegner der Antibiotika, denn meistens wirkt es schon gar nicht mehr, da wir so viel davon schon mit der Nahrung aufnehmen, weil den Tieren, die sie züchten, ebenfalls Antibiotika verabreicht wird.

Also ich belächle die Ärzte, wenn sie Hausmittel belächeln. Irgendwann werden Medikamente so etwas von nicht leistbar für den normalen Bürger werden, dass sie wohl oder übel auch wieder öfters auf Hausmittelchen zurück greifen werden.

» nordseekrabbe » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »


Ich kenne kaum einen Arzt der Hausmittel belächelt. Hier in Deutschland gibt es eine Kultur, dass wegen jeder Kleinigkeit zum Arzt gerannt wird und dass der dann auch bitte etwas verordnet. Die meisten Ärzte sind völlig irritiert, wenn der Patient nur einen Krankenschein benötigt, um die Krankheit in Ruhe auskurieren zu können.

Natürlich muss man hierzulande mit einer schweren Erkältung den Hausarzt aufsuchen. Denn ohne Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ist der Arbeitgeber meist sehr ungehalten. Viele Firmen verlangen "den gelben Schein" bereits für den ersten Fehltag. Aber selbst bei kulanten Arbeitgebern reichen die gesetzlich möglichen drei Tage ohne AU nicht immer aus. Und in der Regel verlangt der Patient dann auch nach Pillen oder Tropfen. Ärzte, die nicht sofort den Rezeptblock zücken, sind in den meisten Regionen sehr unbeliebt.

Völlig anders ist das Bild beispielsweise in den Niederlanden. Dort gibt es eine ärztlichen Bescheinigungen über die krankheitsbedingte Unfähigkeit zur Arbeit zu erscheinen. Folglich suchen die meisten Niederländer auch erst dann einen Arzt auf, wenn sie den Kopf unter dem Arm tragen. Dort schaut einen ein Hausarzt völlig irritiert an, wenn man ihn mit einer Erkältung belästigt. Das "Rezept" ist dann ein gut gemeinter Rat, sich ins Bett zu legen, Hühnersuppe zu konsumieren und bei Besserung der Beschwerden an die frische Luft zu gehen. :whistle:

Das traut sich kaum Arzt in Deutschland, weil er dann bei den meisten Patienten unten durch ist. Und bei Kassenpatienten, was schließlich die Mehrheit ist, verdient er nichts an Rezepten. Er bekommt für jeden Patienten, der ihn aufsucht, pro Quartal die gleiche Summe. Egal ob dieser Mensch jede Woche oder nur einmal im Wartezimmer sitzt. Dazu ist das Budget für Medikamente begrenzt. Aber der Kunde Patient erwartet einfach ein Medikament.

» cooper75 » Beiträge: 13450 » Talkpoints: 524,56 » Auszeichnung für 13000 Beiträge



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