Auch über negative Erfahrungen im Leben dankbar sein?

vom 27.11.2017, 09:50 Uhr

Ich denke auch, dass es im Leben dazugehört, dass man negative Erfahrungen macht. Im Leben kann nicht immer alles glatt gehen und man muss auch lernen mit Enttäuschungen umzugehen. Vor allem kann es aber, rein logisch betrachtet, auch gar nicht immer klappen, dass man ausschließlich positive Erfahrungen sammelt im Leben - nicht jeder Mensch kann immer Erfolg haben, da nicht immer jeder das kriegen kann, was er möchte.

Wenn eine bestimmte Stelle im Büro ausgeschrieben ist, dann können ja nicht 100 Leute, die sich beworben haben, eine positive Erfahrung machen und die Stelle bekommen, weil nur eine einzige Person gesucht wird. Die anderen 99 Menschen machen dann eine negative Erfahrung. Dadurch haben sie dann aber die Chance sich zu verbessern und einen Ansporn an sich selbst und ihren Fähigkeiten zu arbeiten, sodass sie sich verbessern und dann vielleicht bei der nächsten Stelle genommen werden. Dabei können sie natürlich auch insofern Glück haben, dass die andere Stelle noch besser ist als die, auf die sie sich ursprünglich beworben haben und / oder sie damit am Ende viel glücklicher sind.

Auch ich habe schon negative Erfahrungen gemacht. Nicht alle, wie zum Beispiel Betrug in einer Beziehung, haben einen positiven Aspekt nach sich gezogen. Eher im Gegenteil, denn ich bin dadurch neuen Menschen gegenüber noch misstrauischer geworden, denn auch im Freundeskreis wurde ich schon hintergangen und ausgenutzt. Das ist dann natürlich nicht immer gut, wenn man neuen Menschen innerlich immer erst das Schlimmste unterstellt, weil man schon an Enttäuschungen gewohnt ist und von ihnen das Gleiche erwartet, auch dann, wenn sie einem eigentlich nur etwas Gutes wollen.

Ansonsten haben mich aber negative Erfahrungen auch schon positiv geprägt. Durch Krankheit, Jobwechsel, Streit mit Freundinnen und eine Trennung dieses Jahr habe ich gelernt um einiges reflektierter zu sein. Ich bin offener für neue Sachen und ruhiger geworden und habe eine Art „inneren Frieden“ gefunden. Während ich früher eher aufbrausend war und schnell auf die Palme zu bringe, so versuche ich heute, dass ich erstmal ruhig bleibe und versuche, die Situation noch mal zu reflektieren, bevor ich handle. Ich habe außerdem meinen eigenen Wert zu schätzen gelernt und weiß, dass ich mich nicht unter Wert verkaufen muss, weil die Menschen, die mich wirklich mögen, mich auch so nehmen wie ich bin und keinen Wert darauf legen, ob ich zwei Kilogramm mehr oder weniger wiege.

» Hufeisen » Beiträge: 6015 » Talkpoints: 4,58 » Auszeichnung für 6000 Beiträge



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