Antibiotika gegen Ängste neuer Therapieansatz?
Als Mittel gegen Ängste sind Antibiotika ja eigentlich bislang nicht bekannt. Ich habe jedoch kürzlich gelesen, dass Wissenschaftler in der Schweiz einen positiven Effekt von Antibiotika bezüglich Angststörungen entdeckt haben wollen.
Der Wirkstoff Doxycyclin, der in Antibiotika enthalten ist, soll bestimmte Enzyme hemmen, die in einem Bereich des Gehirns vorkommen, in dem negative Erfahrungen abgespeichert sind.
Haltet ihr es für möglich, dass Antibiotika durch diese Entdeckung für eine Therapie von Angstpatienten genutzt werden können?
Dem Versuchsaufbau nach wirkt Doxy, wenn es vor dem belastenden Ereignis eingenommen wird. Das hilft maximal Soldaten im Einsatz. Denn wer kann schon vorher ahnen, dass ein traumatischer Unfall, ein Attentat, eine Katastrophe, ein Missbrauch oder ähnliche Belastungen passieren werden?
Für die Therapie von Menschen mit Angststörungen sind Betablocker interessanter. Die können helfen, die Angst vom traumatischen Erlebnis entkoppeln. Dann leidet der Betroffene nicht mehr unter Reaktionen, wenn belastende Auslöser auftreten.
cooper75 hat geschrieben:Dem Versuchsaufbau nach wirkt Doxy, wenn es vor dem belastenden Ereignis eingenommen wird. Das hilft maximal Soldaten im Einsatz. Denn wer kann schon vorher ahnen, dass ein traumatischer Unfall, ein Attentat, eine Katastrophe, ein Missbrauch oder ähnliche Belastungen passieren werden?
Du hast dir die Antwort auch schon selbst gegeben warum man das nicht einmal bei Soldaten im Einsatz macht. Zum einen ist da ganze noch in der experimentellen Phase und zum anderen kannst du auch bei einem Soldaten im Einsatz nie sagen, wann und ob etwas passiert. Die meisten haben eher das Problem mit dem PTBS hinterher als mit der Angststörung an sich und da bringt das Doxy dann rein gar nichts wenn es präventiv eingenommen wird. Da es auch weitere Nebenwirkungen hat und nach einem physischen Trauma auch nicht ohne weiteres jedes andere Medikament geben kannst, macht es auch da keinen Sinn diese vorher damit zu füttern.
Sorae, PTBS ist aber von Ängsten, Angstträumen und Flashbacks begleitet. Genau das könnte Doxy vielleicht abschwächen, wenn man es vorher gibt. Und bei manchem Einsatz kann man die Gefahr abschätzen. Das geht natürlich nicht bei jedem Einsatz, aber bei einzelnen Aktionen ist es naheliegend. Die Labradore in Ulmen sind zwar ein nettes Angebot, aber sie kommen naturgemäß erst zum Einsatz, wenn das Problem besteht.
cooper75 hat geschrieben:Sorae, PTBS ist aber von Ängsten, Angstträumen und Flashbacks begleitet. Genau das könnte Doxy vielleicht abschwächen, wenn man es vorher gibt. Und bei manchem Einsatz kann man die Gefahr abschätzen. Das geht natürlich nicht bei jedem Einsatz, aber bei einzelnen Aktionen ist es naheliegend. Die Labradore in Ulmen sind zwar ein nettes Angebot, aber sie kommen naturgemäß erst zum Einsatz, wenn das Problem besteht.
Mir ist schon klar mit was das alles begleitet wird, ich bin selbst bei dem Laden, habe genug betroffene Kameraden und mich daher auch mit dem Thema befasst und auch angesprochen als ich selbst in den Einsatz gegangen bin. Gefahr abschätzen ist so eine Sache, jemand der im Lager sitzt und die Snickers an die Kameraden verkauft, der hat kein geringeres Risiko als ein Sanitäter der jeden Tag auf Streife mit hinaus darf. Denn auch das Lager kann beschossen werden und damit sogar diejenigen nicht im Lager zu dem Zeitpunkt waren.
Es wäre auch nett wenn das der Wahrheit entsprechen würde mit den Labradoren in Ulmen wenn da etwas bei herum kommen würde. Die Wahrheit ist leider diejenige, dass die Betroffenen im Regen stehen gelassen werden, ihnen die Wehrdienstbeschädigung verweigert wird und ihnen das hinterher solange widerlegt wird mit Papieren, bis sie aufgeben mit den Anträgen und damit weiter verbundener Hilfe. Eher landest du in der Fu6 in Berlin, aber mehr auch nicht, meistens wirst du einfach nur Zuhause in der stillen Kammer sitzen gelassen.
Natürlich ist das Projekt in Ulmen mehr zum Vorzeigen und nicht wirklich Hilfe. Zehn Plätze sind ein Witz. Und einmal pro Woche Hund streicheln bringt auch nicht so viel. Und natürlich gibt es im Einsatz erheblich mehr unkontrollierte Situationen als Momente, wo man es absehen kann. Aber zumindest spricht man mittlerweile darüber und jede Möglichkeit sollte genutzt oder eben erforscht werden. Wenn es auch erst irgendwann vielleicht nützt.
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