Abtreibungspille bis zur 7. Schwangerschaftswoche
Die Tochter einer Bekannten ist in der 4. Woche, also ganz am Anfang schwanger. Die Regel ist ausgeblieben und der Schwangerschaftstest ist positiv. Sie hat am Montag einen Arzttermin und möchte aber auf keinen Fall das Kind bekommen. Sie hat nun gehört, dass es eine Abtreibungspille gibt, die man bis zur 7. Schwangerschaftswoche anwenden kann. Sie hat also noch 3 Wochen für die endgültige Entscheidung Zeit.
Nun habe ich ehrlich gesagt zum ersten Mal davon gehört, dass man eine Abtreibung mit Pille vornehmen kann. Ich dachte immer, dass man nur die Schwangerschaft durch die Pille danach verhindern kann, indem sich die Frucht nicht einnisten kann durch diese Hormongabe. Aber ich habe mich auch noch nie groß damit auseinander gesetzt.
Wie funktioniert das genau mit der Abtreibungspille? Braucht man auch da eine Bescheinigung, dass man an einem Beratungsgespräch teilgenommen hat? Welche Belastung ist das für den weiblichen Körper? Da das Kind in der
7.Schwangerschaftswoche ja auch schon zu erkennen ist, denke ich, dass es schon eine Belastung ist, wenn man dann den Abgang hat. Welche Risiken sind bei der Abtreibungspille? Kann es sein, dass man hinterher dennoch eine Ausschabung braucht? Was kostet die Abtreibungspille eigentlich?
Bei der Pille danach gibt es unterschiedliche Varianten, die einen verhindern den Eisprung und auch die Einnistung und andere wirken abtreibend, so dass man danach auch leichte Blutungen hat. Ich habe bisher nur einmal die Pille danach bekommen und damals habe ich auch die abtreibende genommen, denn schließlich ist mir mit einer Pille danach nicht geholfen die den Eisprung verhindert, wenn ich zum Zeitpunkt des Geschlechtsverkehrs möglicherweise schon einen hatte.
Das funktioniert dann nur, wenn man weiß wann man seinen Eisprung hat. Die Pille hieß Mifegyne mit dem Wirkstoff Mifepriston. Als Pille danach ist sie niedrig konzentriert (2 mal 10 mg), als Abtreibungspille in höherer Konzentration kann sie aber noch bis zu 9. Schwangerschaftswoche verwendet werden (3 mal 200mg). Danach ist keine medikamentöse Abtreibung mehr möglich.
Mifepriston ist als Pille danach auch sicherer als die besser verträglichen handelsüblichen Pillen mit Levonorgestrel oder Ulipristalacetat, denn hatte man beim Sex bereits einen Eisprung und hat sich das Ei danach eingenistet, können diese Pillen oft gar nichts mehr ausrichten und man nimmt sie umsonst.
Mifepriston hemmt die Wirkung des Hormons Progesteron, was dazu führt das die Funktion der Nabelschnur aufgehoben wird und man könnte sagen, dass das Kind dadurch verdurstet und verhungert oder erstickt. Anschließend wird die Gebärmutterschleimhaut abgestoßen und es kommt zu einer Blutung. Eine Schwangerschaft ist somit ausgeschlossen. Die Abtreibungspille enthält meist einen Anteil Prostaglandine die Wehen verursachen.
Ein Beratungsgespräch ist notwendig, aber seelisch belasten tut das die meisten Frauen meines Wissens nach nicht. Ich kenne eine Bekannte die auf diese Art abgetrieben hat und sie behauptet außer einer normalen Regelblutung nichts weiter bemerkt zu haben. Kosten tut das um die 300 Euro, da die Krankenkasse es nicht bezahlt.
Ja, es gibt eine Abtreibungspille. Diese kann in Deutschland bis zur 9. Woche nach letzter Mens genommen werden (7. nach Befruchtung). Es müssen 1-3 Mifegyne genommen werden. Dadurch wächst der Embryo nicht weiter. 2 Tage später muss man nochmals Tabletten einnehmen. Innerhalb von 3-4 Stunden erfolgt dann der Abgang.
Ein Beratungsgespräch ist nötig. Die Abtreibung kann 3 Nächte danach vorgenommen werden. Die Belastung für den Körper hält sich in Grenzen. Ein Fötus in der 5. Woche ist gerade mal 2 mm groß, in der 7. Woche sind es nicht viel mehr, lediglich 5 mm. Beim Abgang stellt man oft nichts fest. Wenn eine Frau eine Abtreibung möchte, ist es auch nicht so belastend. Die Mehrheit der Frauen hat damit kein Problem.
Die Risiken sind gering. Dass eine Ausschabung nötig wird, ist eher unwahrscheinlich (vielleicht in 2% der Fälle). Wie alt ist die Tochter? Hat sie Einkünfte? Bei Einkünften unter EUR 1.000.- werden die Kosten auf Antrag übernommen. Alternativ zur medikamentösen Methode gäbe es die Absaugung. Die ist bis zur 14. Woche möglich.
Crispin hat geschrieben:Bei der Pille danach gibt es unterschiedliche Varianten, die einen verhindern den Eisprung und auch die Einnistung und andere wirken abtreibend, so dass man danach auch leichte Blutungen hat.
Man darf das dennoch nicht verwechseln. Die Pille Danach ist keine Abtreibung, weil sie die Einnistung verhindert. Die Abtreibungspille Myfegine ist eine Form der Abtreibung. Daher ist sie auch nur in Zusammenhang mit einer Beratung und mit einer Wartezeit von drei Tagen zu erhalten. Diese drei Tage muss man beachten. Die Tabletten dürfen spätestens am 49. Tag nach der letzten Regelblutung eingenommen werden. Das bedeutet, dass man spätestens am 45. Tag zur Beratung muss.
Zur psychischen Verarbeitung wird oft angemerkt, dass es viele Frauen anders empfinden als eine instrumentelle Abtreibung, weil sie selber aktiv werden. Also nicht nur ab in den Stuhl und ausschaben lassen, sondern wirklich selber die Tabletten runterschlucken. Und dass man außer einer leichten Blutung sonst nichts merkt, ist ja nicht gesagt. Es können bis zu 12 Tage lang Blutungen und auch Unterleibsschmerzen und Erbrechen auftreten.
Außerdem muss man zwei Wochen nach der Tabletteneinnahme noch einmal zum Arzt, um bestätigen zu lassen, dass die Abtreibung erfolgreich war. Bei einer instrumentellen Abtreibung ist das sofort klar, aber nach der Abtreibungspille sitzt man eigentlich zwei Wochen lang daheim und ist unsicher. Die Unterschiede sind also echt erheblich und jede Frau sollte sich gut überlegen, welche Methode für sie die Beste ist.
@Bienenkönigin: Die Mifegyne gibt es als Pille danach. Man sagt zwar immer, man soll Abtreibungspillen und die Pille danach nicht verwechseln, aber der Wirkstoff der Abtreibungspille wird auch in diesem Zusammenhang verwendet. Das ist dann der gleiche Inhaltsstoff, wie auch bei der Abtreibungspille, allerdings ist die Dosierung deutlich geringer. Hier wird die Einnistung nicht verhindert, sondern die Gebärmutterschleimhaut abgesondert und es kommt zur Blutung.
Daher ist bei der Einnahme der Mifegyne als Pille danach durchaus eine ''kleine Abtreibung'' gemeint, sie hemmt den Eisprung nicht, so wie es andere Pillen danach tun. Als Pille danach wird Mifepriston aber nicht unter dem Namen Mifegyne verkauft, sondern anders.
Die meisten Ärzte verschrieben aber lieber die anderen Pillen die nur den Eisprung und die Einnistung hemmen, da diese oft unkomplizierter sind. Wenn man aber den Verdacht äußert, dass man möglicherweise aktuell den Eisprung hat, wird man Mifepriston bekommen, denn dann bringt einem eine Levonorgestrel Pille rein gar nichts mehr, denn das Ei ist bereits eingenistet. Mifepriston stößt diese dann zusammen mit der Schleimhaut ab. Andere Pillen danach haben in diesem Fall keinen Erfolg mehr, das steht in den Packungsbeilagen meist auch bei.
Crispin hat geschrieben:Die Mifegyne gibt es als Pille danach. Man sagt zwar immer, man soll Abtreibungspillen und die Pille danach nicht verwechseln, aber der Wirkstoff der Abtreibungspille wird auch in diesem Zusammenhang verwendet. Das ist dann der gleiche Inhaltsstoff, wie auch bei der Abtreibungspille, allerdings ist die Dosierung deutlich geringer. Hier wird die Einnistung nicht verhindert, sondern die Gebärmutterschleimhaut abgesondert und es kommt zur Blutung.
Aber man bekommt diese Mifegyne in leichter Dosierung nicht einfach in der Apotheke? Man muss zum Arzt und sich beraten lassen, oder?! Dann wäre es zumindest rechtlich eine Abtreibung. Und sind dann auch drei Tage Wartezeit Pflicht? Und in welchem Zeitraum nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr darf man sie einnehmen?
Der Wirkstoff in der Mifegyne ist nur für den Abbruch einer Schwangerschaft zugelassen. Er wird nicht in den Pillen verwendet, die auf Verdacht nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr eingenommen werden.
Die Tabletten sind nicht in der Apotheke erhältlich. Sie dürfen nur von Ärzten abgegeben werden, die auch einen normalen Schwangerschaftsabbruch durchführen. Als "Pille danach" kommen zwei andere Wirkstoffe zum Einsatz.
@Bienenkönigin: Nein es gibt keine Wartezeit oder so, die Pille wird genauso verschrieben wie jede andere Pille danach auch. Du gehst zum Arzt und möchtest eine Pille danach und der Arzt entscheidet dann ob er dir die gewöhnlichen Lenovorgestrel oder Ulipristalacetat Pillen verschreibt oder eine Pille mit Mifepriston, die die Gebärmutterschleimhaut abstößt. Dies wird nicht als ''Abtreibung'' verstanden. Es ist ja auch nicht gewiss ob sich das Ei eingenistet hat oder nicht. Wie bereits beschrieben ist in diesem Pillen meist nur 10 mg Mifepriston enthalten und in den Abtreibungspillen an die 200 mg.
Die gewöhnlichen Pillen verwenden bevorzugt dann verschrieben, wenn der Patient Aussagen über seine Menstruation machen kann. Weiß der Patient gar nicht, wann die Regel einsetzt und die letzte Blutung war, verschreiben viele Ärzte lieber Mifepriston, da ein potentiell eingenistetes Ei so wieder ausgeschwemmt wird.
Es ist aber eben keine klassische Abtreibung, da eine Schwangerschaft ungewiss ist. Ulipristalacetat gilt in Deutschland aber als Nachfolger der klassischen Mifepriston Pille danach und wird häufiger verschrieben, da diese Pille auch 5 Tage nach dem Verkehr eingenommen werden kann. Ich selbst habe von meiner Ärztin aber Mifepriston bekommen und finde diese auch sicherer, da man wie gesagt nicht wissen kann, ob sich das Ei eingenistet hat oder nicht. Und wenn es schon da ist, hilft es auch nichts mehr, die Pforten zu schließen. Wie lange man diese nach dem Verkehr einnehmen kann, weiß ich aber nicht.
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