Psychotherapie, wenn Patient nur schlecht deutsch spricht?

vom 30.09.2012, 01:31 Uhr

Meine Arbeitskollegin ist mit einer indischen Familie befreundet, beziehungsweise mit der Tochter der Familie. Die Tochter ist in Deutschland aufgewachsen und kann fließen Deutsch, aber auch Hindi sprechen. Die Mutter hat die deutsche Sprache nie wirklich gelernt und verständigt sich hauptsächlich in ihrer Muttersprache.

Vor kurzem ist ihr Ehemann verstorben, seit dem wirkt die Mutter depressiv und weint viel. Die Tochter fragt zwar nach, bekommt aber von der Mutter keine Antworten. Die Tochter vermutet nun, dass ihre Mutter eventuell Depressionen hat und würde ihr gerne helfen. Meine Arbeitskollegin meinte nun, sie soll doch mal einen Psychotherapeuten aufsuchen. Was aber wohl zum Problem wird, weil die Mutter kaum deutsch spricht.

Habt ihr eine Idee, wie man der Mutter vielleicht auf professionellem Wege helfen kann?

» Fugasi » Beiträge: 1877 » Talkpoints: 1,33 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Es gibt sicherlich auch die Möglichkeit, einen Übersetzer mit zu einem Psychotherapeuten zu nehmen, oder aber ganz einfach sich jemanden zu suchen, mit dem man auf der gleichen Sprache kommunizieren kann. Insofern wird man da das Internet und Telefonbuch durchsuchen müssen und gegebenenfalls auch weitere Wege auf sich nehmen, damit eine Hilfe erfolgen kann, wenn die potentielle Patientin kaum Deutsch spricht.

Abgesehen davon wird die Tochter wohl kaum ihre Mutter ohne ihre Einwilligung in eine Psychotherapie bekommen, sodass sie da auch erst ein Gespräch führen müssten. Da müsste die Mutter ja auch zustimmen und gegebenenfalls kann dann auch die Tochter als Übersetzerin fungieren.

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» *steph* » Beiträge: 18439 » Talkpoints: 38,79 » Auszeichnung für 18000 Beiträge


Das ist natürlich nicht ganz leicht. Die Mutter muss auf jeden Fall auch selber Hilfe wollen und ich denke nach dem Tod des geliebten Mannes kann man schon mal eine schwere Zeit haben. Ansonsten gibt es sicherlich auch Therapeuten, die der Sprache der Mutter mächtig sind. Ansonsten kann man sich ja auch einen Übersetzer mit ins Boot holen und den dann halt das Ganze übersetzen lassen, ob das dann aber was kostet oder von der Krankenkasse getragen wird, weiß ich nicht.

Die Tochter kann aber versuchen, mit ihrer Mutter zu reden. Dass sie weint und depressiv ist, kann nur eine Phase sein und wird auch wieder weggehen, wenn man über den Verlust weg ist. Sollte es bleiben, müsste man eine Therapie anstreben.

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» Ramones » Beiträge: 47758 » Talkpoints: 8,52 » Auszeichnung für 47000 Beiträge



Das ist schwierig, Ich weiß nicht ob ein Dolmetscher bei einer Psychotherapie sehr hilfreich ist. Ich denke nicht, dass eine Psychotherapie Sinn macht, wenn man verschiedene Sprachen spricht. Aber man muss ja nicht gleich zum Psychotherapeuten gehen. Man sollte erst einmal in ein neurologisches Zentrum oder zum Hausarzt gehen, um eine Depression festzustellen. Vielleicht ist es ja nur Trauer, das ist etwas anderes als eine Depression. Die Tochter müsste da halt mitgehen und dolmetschen. Wie verständigt sich die Frau denn mit ihrem Hausarzt?

» anlupa » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »



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