Woher kommt die Angst vor Diabetes?
Einige Threads hier handeln von Diabetes unterschiedlicher Formen. Angeblich haben irgendwelche Familienmitglieder ja diese Krankheit und daher hat man als Familienmitglied auch die Befürchtung, daran zu erkranken. Die Wahrscheinlichkeit mag schon gegeben werden, aber andere Krankheiten, wie ein Bluthochdruck oder Krebs werden hier beispielsweise nicht benannt. Nein, es ist immer nur der Diabetes, vor dem man einen gewissen Respekt verspürt.
Woher kommt diese Angst oder der Respekt vor dem Diabetes? Warum sind nicht andere Krankheiten, die einem Furcht einflößen könnten? Was unterscheidet nun einen Diabetes von einem Bluthochdruck oder andere Erkrankungen? Habt Ihr auch familiär bedingt mit Diabetes zu tun und auch Angst davor? Oder habt Ihr eher andere familiär aufgetretene Krankheiten, die Euch Angst einflößen? Um welche Krankheiten handelt es sich dabei?
Die Angst vor irgendwelchen Krankheiten kenne ich auch. Dass es Diabetes ist, ist vielleicht nicht sonderlich wichtig. Das könnte vermutlich auch jede andere Krankheit sein. Wenn man hypochondrisch veranlagt ist und dann noch mit Google in Berührung kommt, ist es sehr leicht, sich irgendwelche Krankheiten einzubilden, die man nicht hat. Das kann sogar zu Angstzuständen führen. Gib einmal die beiden Wörter "Müdigkeit" und "Durst" gleichzeitig bei Google ein. Das ersten vier Suchergebnisse weißen schon auf die Zuckerkrankheit hin. Obwohl Müdigkeit und Durst ganz andere Ursachen haben können. Aber Dr.Google lässt einen irgendwann vermuten, dass man tatsächlich an der Krankheit leidet. Man braucht nur die Symptome einzugeben und erhält gleich eine Diagnose, vor der man sich die nächsten paar Wochen fürchtet.
Ich habe übrigens wenn es nach dem geht auch schon Diabetes gehabt, und Endometriose, und ganz viele andere verschiedene Krankheiten, an deren Bezeichnungen ich mich nicht einmal mehr erinnere.
Zunächst einmal müsste man feststellen dass es sich bei der Angst vor Diabetes um nichts anderes als Hypochondrie handelt und die wird wiederum primär durch innere Konflikte ausgelöst. Dabei wird die Angst vor Stressor 1 auf einen "Ersatzstressor" bzw. Pseudostressor projeziert. Mit dem Verschwinden von Stressor 1 verschwindet dann in der Regel auch die Ersatzangst.
Etwas was die Hypochondrie auslösen kann dürfte vor allem die Verlustangst sein (Verlust des Arbeitsplatzes, des Partners etc.) und insbesondere Dinge über die man in der Öffentlichkeit nicht sprechen möchte. Anstatt sich also zum Psychotherapeuten zu begeben bewahrt man die harte Schale und lässt sich auf alle möglichen physischen Krankheiten durchchecken, wie z.B. Diabetes.
Selbstverständlich kann es auch unmittelbare Gründe für die Angst vor Diabetes geben, z.B. ungünstige Erbanlagen, Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung. Doch zumindest die letzten zwei Faktoren lassen sich leicht eliminieren und so ist man eigentlich schnell von der Spinnerei geheilt
.
Mittlerweile gibt es doch kaum eine Familienanamnese, die ohne Diabetes ist. Meistens hat wenigstens ein Großelternteil Diabetes. Fakt ist, dass man durchaus herausgefunden hat, dass es wahrscheinlicher ist, an Diabetes zu erkranken, wenn man Familienmitglieder hat, die das auch haben. Allerdings muss man sich das schon mal genauer ansehen: sind sämtliche Familienmitglieder adipös und haben deswegen vermutlich Diabetes, dann muss man sich nicht wundern.
Und wenn man dann eben mit 20 Jahren schon 30 Kilo Übergewicht hat, dann sollte man sich zu Recht Sorgen machen. Allerdings kann man das selber ganz gut beeinflussen. Der Typ 2 Diabetes ist ja nicht zwangsläufig insulinpflichtig und mit Sport und einer Ernährungsumstellung kann man unter Umständen wirklich schon viel erreichen.
Mein Vater hat auch Diabetes Typ II. Mein Schlüsselerlebnis hatte ich damit auch schon. Ich war ungefähr 13 Jahre, würde ich schätzen, als ich einen Termin beim Sportarzt hatte. Der hat dann mal Diabetes Typ 2 bei mir nach dem Bluttest festgestellt. Nun, zum Sportarzt bin ich nicht umsonst gegangen: ich war Leistungssportlerin und auch nicht adipös. Allerdings hatte eine Freundin von mir einen Tag vorher Geburtstag und wir haben jeder unheimlich viel Schokolade gegessen in der Nacht. Früh waren wir zwar nüchtern, aber die Unmengen an Schokoladen haben unseren (sie hatte die gleiche Diagnose - und die haben sich nicht gewundert) Blutzuckerspiegel hoch getrieben. Jedenfalls ist für mich eine Welt zusammen gebrochen. Nach einer Woche gab es einen neuen Test und meine Blutzuckerwerte waren normal.
Ja, da hatte ich wirklich Angst. Denn es bedeutet schon eine Einschränkung. Bei Bluthochdruck nimmt man Tabletten - aber sich Spritzen ist schon was anderes. Und selbst wenn man sich nicht spritzen muss, so heißt es doch zumindest, dass der Pankreas angeschlagen ist, was die Insulinproduktion betrifft und man nicht mal eben ein Stück Torte bedenkenlos essen kann. Ich könnte das zumindest nicht, wenn ich weiß, dass mein Pankreas schwächelt.
Und vor Krebs habe ich persönlich auch unheimlich Angst. Gehäuft vorkommender Brustkrebs in der Familie zum Beispiel erhöht auch die Möglichkeit, dass man selber daran erkrankt. Und das wäre für mich noch wesentlich schlimmer als Diabetes.
Das viele Menschen Angst vor Diabetes haben kann ich auch bestätigen, obwohl mir dies hier im Forum jetzt noch nicht so direkt aufgefallen ist. Woran es liegt, und ob Diabetes vielleicht etwas zu sehr "gepusht" wird, kann ich so nicht sagen, da ich kaum jemanden kenne, der Diabetes hat. Dennoch gibt es auch in meiner Familie Diabetis-Erkrankte, aber dennoch mache ich mir jetzt eigentlich keine Sorgen deswegen. Zumindest weiß ich auch, dass es in meiner Familie etliche andere Krankheiten gibt, an denen ich theoretisch erkranken könnte, daher würde ich wenn vor jeder anderen Krankheit gleich viel Angst haben.
Wenn ich an Diabetes denke, dann denke ich persönlich immer gleich daran, dass man sich bei dieser Krankheit bis zu mehrmals am Tag selbst eine Spritze setzen soll, was ich glaube ich nicht so ohne weiteres könnte. Ich denke mal, hier braucht jeder eine Menge Überwindung, um sich überhaupt selbst eine Spritze zu geben und die Angst vor Nadeln und allem was dazu gehört, haben sehr viele Menschen. Vielleicht wird dieser Krankheit deshalb so große Aufmerksamkeit geschenkt und vielleicht haben deswegen so viele große Angst davor, an dieser Krankheit zu erkranken.
Ich denke, dass die Angst vor speziell dieser Erkrankung damit zusammenhängt, dass man damit sein Leben schon ändern muss. Je nach Typ muss man entweder Tabletten nehmen, muss aber gezielt auf die Ernährung achten oder man muss mehrmals täglich Insulin spritzen, wovor viele Menschen sicher auch einen ziemlichen Respekt haben. Bei anderen Erkrankungen, wie z.B. hohem Blutdruck oder auch erhöhten Cholesterinwerten, genügt es, eine Tablette pro Tag einzunehmen, um das Problem soweit zu beheben. Bei Diabetes ist die Art der Behandlung eben eine ganz andere.
In meiner Familie gab es auch Diabetes, aber das ist ja heute nichts ungewöhnliches mehr. Deswegen habe ich jetzt nicht unbedingt Angst vor der Erkrankung. Auch einige andere Erkrankungen machen mir nicht direkt Angst. Allerdings arbeite ich auch in einer Apotheke und habe den ganzen Tag mir den verschiedensten Krankheiten zu tun. Dadurch bin ich vielleicht auch schon abgehärtet.
Ich denke nicht, dass die Angst vor Diabetes vorwiegend auf Hypochondrie oder psychische Faktoren zurückzuführen ist, generell sollte man in Sorge vor Krankheiten keine psychischen Auffälligkeiten hineininterpretieren, denn zunächst einmal ist es vollkommen natürlich nicht krank sein zu wollen. Bei Diabetes selbst mag vielleicht eine etwas falsche Vorstellung von der Krankheit vorherrschen, denn wir haben da erst einmal das Bild einer Insulinspritze im Kopf. Die meisten Betroffen müssen sich aber gar nicht spritzen, sondern nehmen nur Tabletten. Auch muss man seine Ernährung nicht besonders ändern, außer eben wenn wirklich das Ausmaß so groß ist, dass gespritzt werden muss – was aber eher selten vorkommt.
Problematisch ist aber nach jahrelangem Diabetes, dass Schäden der Augen und der Nervenenden auftreten können („diabetischer Fuß“ usw.). Das muss nicht passieren und ist auch eher selten, aber es ist ein sehr abschreckendes Beispiel. Daher müssen Diabetiker regelmäßig zum Augenarzt, sich immer wieder beim Hausarzt die Insulin-Tabletten verschreiben lassen, Blutdruck messen etc. und sind damit schon auch irgendwie in ein engmaschiges Betreuungsnetz eingebunden, dass aber auch Zeit kostet. Wenn ich z.B. mal an meinen Hausarzt denke, da sitzt man manchmal gut und gerne drei Stunden im Wartezimmer und das nun aller paar Wochen? Freude würde das bei mir auch nicht gerade auslösen.
Ich kenne diese Angst auch und vor allem die Angst das es Diabestes sein könnte. Bluthochdruck und ähnliches wird nicht so extrem gefürchtet. Ich glaube dass es bei Diabetes die Angst vor dem Spritzen dazu kommt. Deshalb ist es so gefürchtet. Ich kenne es ja von mir selber. Großeltern Diabetiker, mittlerweile meine Eltern auch und da ist die Gefahr einfach groß das ich es auch bekomme und die größte Angst davon ist das Spritzen.
Na mittlerweile habe ich eine Schwangerschaftsdiabetes und muss seit einigen Wochen spritzen. Das, wovor ich mich am meisten gefürchtet habe. Und es ist eigentlich nicht schlimm, aber man hat halt eine totale Panik davor. Und das ist das, warum ich glaube dass die Leute mehr Angst vor der Diabetes haben weil es da sein könnte das man Spritzen muss. Alles andere lässt sich meistens mit Tabletten behandeln.
Warum viele Menschen Angst vor Diabetes haben? Weil es eine schlimme Krankheit mit schwerwiegenden Folgen sein kann. Sie zieht eine erhebliche Lebensumstellung nach sich und macht sich ein Leben lang immer mehr bemerkbar.
Vermeintlich kleine Verletzungen können großen Schaden nach sich tragen, die Wunden heilen sehr schlecht, man kann nicht mehr barfuß im Sand spazieren gehen. Die allgemeine Verletzungsgefahr ist groß und jede kleine Wunde macht eine menge Probleme. Ganz schlimm sind große Spätfolgen wie der diabetische Fuß. Amputationen von Zehen, Füßen oder sogar Beinen sind dann notwendig. Um alles aufzuzählen, was diese Krankheit verursacht oder verursachen kann, würde man sehr lange brauchen, aber es reicht zu sagen, dass die Angst vor Diabetes nicht von ungefähr kommt. Natürlich ist sie, wie viele andere Krankheiten, mit Medikamenten in den Griff zu bekommen, aber sie löst ein ständiges Wachsamsein aus und ist deshalb sehr nervig.
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